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Greifswald, 22.02.2010 - Im September 2009 wurde an der Universitätsklinik Greifswald ein neuer Integrierter Funktionsbereich Telemedizin (IFT) eröffnet. Von hier aus wurde das Projekt "Telemedizinische Überwachung von Patienten mit Herzinsuffizienz" gestartet mit dem Ziel, die Versorgung von Patienten mit Herzinsuffizienz (Herzschwäche) zu verbessern und ungeplante Krankenhausaufenthalte zu vermeiden.
An dem Projekt nehmen inzwischen 26 Frauen und 74 Männer mit einem Durchschnittsalter von 65 Jahren teil, berichtete Prof. Wolfgang Hoffmann, der Leiter des neuen Telemedizinzentrums. Die telemedizinisch überwachte Patientengruppe mit Herzinsuffizienz wird verglichen mit einer Patientengruppe ohne telemedizinische Betreuung. Vergleichskriterien sind u.a. die Entwicklung von Krankheitszeichen und Lebensqualität, der Medikamentenverbrauch, die Anzahl der Krankenhausaufenthalte sowie die Zufriedenheit der Patienten mit dem Betreuungskonzept. "In der praktischen Anwendung soll die Telemedizin wissenschaftlich untersucht und als fester Bestandteil der regulären Patientenversorgung etabliert werden", so Prof. Hoffmann.
Die Patienten erhalten ein telemedizinisches System für ihre häusliche Umgebung, zu dem eine digitale Waage, ein Blutdruckmessgerät und eine Erinnerungsfunktion für die Medikamenteneinnahme gehören. Täglich werden Gewicht und Blutdruckwerte erhoben und an den IFT gesendet. Dabei werden die Patienten von speziell ausgebildeten Pflegekräften geschult. In Abstimmung mit den Herzspezialisten der Uniklinik wurde ein abgestuftes Alarm- und Interventionsschema entwickelt; dieses kann in Absprache mit dem Hausarzt für die Patienten individuell angepasst werden. Nach einem halben Jahr werden die Gruppen getauscht. So können alle Patienten herausfinden, welchen Nutzen sie aus der telemedizinischen Betreuung ziehen können.
Quelle: 100. Patient in Telemedizinprojekt (Greifswald) kommt von Usedom. Pressemitteilung der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald vom 22.02.2010