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Akutes Koronarsyndrom

Der Begriff „akutes Koronarsyndrom“ fasst eine Reihe von Beschwerden zusammen, die auf eine plötzliche, unter Umständen lebensbedrohliche Durchblutungsstörung des Herzens hindeuten.

Das akute Koronarsyndrom ist eine vorläufige Diagnose, die erst einmal von den Notfallmedizinern gestellt wird. Dies bedeutet: Es kann ein lebensbedrohlicher Herzinfarkt oder eine Angina pectoris sein. Daher geht es sofort und ohne Umweg ins Krankenhaus!

Erst genau Untersuchungen im Anschluss an diese Erstdiagnose können klären, ob eine Angina pectoris oder ein Herzinfarkt vorliegt, oder ob die Herzsymptome von einer ganz anderen Erkrankung herrühren. In der Mehrheit der Fälle stammen die Symptome nämlich nicht von einem Herzinfarkt, sondern von anderen Erkrankungen. Etwa 30 % der Patienten aber haben wirklich eine ernstzunehmende Durchblutungsstörung des Herzens und müssen entsprechend behandelt werden.

Ursache

Im häufigsten Fall ist es eine Verengung oder ein Verschluss eines Herzkranzgefäßes durch Ablagerungen aufgrund von Atherosklerose („Arterienverkalkung“), die die lebensbedrohliche Durchblutungsstörung verursachen. Bei Angina pectoris ist das Herzkranzgefäß durch Ablagerungen so stark verengt, dass der Herzmuskel nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt wird. Bei einem Herzinfarkt bildet sich im Bereich einer Ablagerung ein kleines Gerinnsel, das das Herzkranzgefäß vollständig verstopft und zu einem Untergang von Herzmuskelgewebe führt.  

Das akute Koronarsyndrom ist ein Notfall und muss sofort behandelt werden

Dumpfe, brennende oder stechende heftige Schmerzen im Brustkorb oder ein starkes Engegefühl, die plötzlich auftreten und mehrere Minuten anhalten, deuten auf ein akutes Koronarsyndrom hin. Diese Schmerzen können auch am Rücken spürbar sein und bis zum Hals und Kiefer und in die Arme ausstrahlen. Auch der Oberbauch kann betroffen sein.

Das akute Koronarsyndrom kann starke Luftnot verursachen. Der Körper kann auch mit Schweißausbrüchen, Übelkeit und Erbrechen und Schwäche reagieren.

Rufen Sie sofort den Notarzt wenn…

  • … Sie solche Schmerzen im Brustkorb spüren
  • …  sich der Brustkorb wie eingeschnürt anfühlt und Sie Atemnot verspüren
  • … Sie Todesangst, Vernichtungsgefühl und akuter Verwirrtheit verspüren
  • … Sie plötzlich Herzrhythmusstörungen haben

Stummer Herzinfarkt

Bei bis zu einem Viertel aller Herzinfarkte treten keine nennenswerten Schmerzen auf.

Frauen zeigen bei akutem Koronarsyndrom weniger typische Beschwerden. Oft sind Luftnot, Übelkeit, Erbrechen und Oberbauchbeschwerden die einzigen Symptome, die bei ihnen aufgrund des akuten Koronarsyndroms auftreten.

Das akute Koronarsyndrom ist eine vorläufige Diagnose, die erst einmal von den Notfallmedizinern gestellt wird. Dies bedeutet: Es könnte ein lebensbedrohlicher Herzinfarkt oder eine Angina pectoris sein. Daher geht es sofort und ohne Umweg ins Krankenhaus!

Der Arzt muss also schnell durch Untersuchungen herausfinden, ob es sich um einen Herznotfall handelt.

Welche Untersuchungen werden durchgeführt

Neben einer allgemeinen körperlichen Untersuchung (z.B. Abhören von Herz und Lunge) und Befragung werden die folgenden Untersuchungen durchgeführt:

Elektrokardiogramm (EKG):

Weicht das EKG-Muster von der Norm ab kann der Arzt oft schon aus der Form der Kurven erkennen, ob und welche Herzregionen betroffen sind. Aber nicht jeder Herzinfarkt geht mit typischen Veränderungen im EKG einher.

 

Laboruntersuchungen:

Die Konzentration bestimmter Eiweiße im Blut steigt nach einem Herzinfarkt rapide an. Sie werden von zugrunde gehendem Herzmuskelgewebe ins Blut freigesetzt. Eine Blutuntersuchung lässt häufig frühzeitig erkennen, ob ein Herzinfarkt wahrscheinlich vorliegt oder nicht.

Wenn diese Untersuchungen auf einen Herzinfarkt oder eine schwere Durchblutungsstörung des Herzens hinweisen, schließt sich eine Herzkatheteruntersuchung an, ansonsten wird mit individuellen Untersuchungen nach anderen Ursachen für die Beschwerden geforscht.

Sofort nach der Verdachtsdiagnose wird der Patient mit starken Schmerzmitteln (z.B. Morphin) und Beruhigungsmitteln versorgt, um das Herz zu schonen. Ein gerinnungshemmendes Medikament wirkt der Blutgerinnselbildung entgegen damit das Herz so gut durchblutet wird, wie es unter den gegebenen Umständen nur möglich ist. Gefäßerweiternde Medikamente, sog. Nitrate, Beta-Blocker und Sauerstoffmaske können ebenfalls nach Bedarf eingesetzt werden, vor allem um das Herz zu entlasten.

Erhärten Untersuchungen den Verdacht eines Herzinfarktes oder einer schweren Durchblutungsstörung des Herzens, schließt sich eine Herzkatheteruntersuchung mit Behandlung an, um das verschlossene oder verengte Blutgefäß, das für die Herzbeschwerden verantwortlich ist, so schnell wie möglich wieder durchgängig zu machen.

Oft kann das Blutgefäß schon im Rahmen der Herzkatheteruntersuchung durch Aufblasen eines speziellen, auf den Untersuchungskatheter montierten Ballons kurz aufgedehnt werden. Plaques werden dabei zur Seite gedrängt. Um die Problemstelle zu stabilisieren, kann auch ein Stent eingesetzt werden, der im Blutgefäß verbleibt und die Engstelle dauerhaft offen hält. Sind diese Maßnahmen nicht ausreichend, kann der betroffene Gefäßabschnitt während einer Operation mit einem Bypass überbrückt werden.

Lesen Sie hier Genaueres zur Behandlung bei Herzinfarkt.

Bei Angina pectoris ohne Herzinfarkt reicht oft eine Behandlung mit Medikamenten aus, eventuell kann auch eine Behandlung mit einem Herzkatheter nötig sein oder eine Operation. Dies hängt von den Ergebnissen weiterführender Untersuchungen ab.

Das akute Koronarsyndrom entsteht meist nicht aus heiterem Himmel, sondern geht auf die fortschreitende Erkrankung Atherosklerose zurück, durch die auch die herzversorgenden Gefäße und Bein- und Beckenarterien zunehmend geschädigt werden können.                                   

Sie können selbst einiges tun, um Ihre Gefäße gesund zu erhalten

Ein gesunder Lebensstil mit körperlicher Bewegung, einer ausgewogenen Ernährung und weniger Stress tragen dazu bei, das Risiko für ein akutes Koronarsyndrom zu reduzieren. Zigarettenrauchen ist ein besonders starker Risikofaktor, den es zu meiden gilt. Ein bestehender Diabetes sollte behandelt werden, um die Gefäße zu schonen. Es lohnt sich, überflüssige Pfunde abzuspecken, denn auch Übergewicht erhöht das Risiko für ein akutes Koronarsyndrom                                                                                                                 

Was passiert, wenn jemand einen Herzinfarkt hat?

Schauen Sie sich hierzu auch unsere interaktive Infografik an.