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Ballondilatation mit und ohne Stenteinlage

Bei einer Ballondilatation wird ein verengtes oder verschlossenes Herzkranzgefäß mit einem Ballonkatheter aufgedehnt.

Was ist eine Ballondilatation?

Bei der Ballondilatation wird eine verengte oder verschlossene Arterie mit einem Ballonkatheter wieder aufgedehnt.

In der medizinischen Fachsprache wird die Ballondilatation auch als Angioplastie oder Perkutane Transluminale Angioplastie (PTA), die Ballondilatation der Herzkranzgefäße als Koronarangioplastie oder Perkutane Transluminale Coronare Angioplastie (PTCA) bezeichnet. Eine Weiterentwicklung stellt der Medikamente-beschichtete Ballonkatheter dar. Der Wirkstoff wird während der Ballondilatation von der Ballonoberfläche direkt an die Gefäßwand abgegeben und unterdrückt dort überschüssiges Gewebewachstum. Anschließend wird der Ballonkatheter wieder entfernt.

Oft wird während der Prozedug auch ein so genannter Stent eingelegt, der im Körper verbleibt – das ist eine Gefäßstütze, die das Blutgefäß dauerhaft offen hält. Weiterentwickelte, Medikamente-freisetzende Stents setzen zusätzlich Substanzen frei, die verhindern können, dass sich das Blutgefäß erneut verengt.

Nicht aufgeblasener BallonkatheterAufgeblasener Ballonkatheter

Einsatzgebiete

Die Ballondilatation wird bei Durchblutungsstörungen eingesetzt, z. B. zur Aufweitung und Öffnung verengter und verschlossener Herzkranzgefäße bei

 

Fotos: Images provided courtesy of Boston Scientific. © 2012 Boston Scientific Corporation or its affiliates. All rights reserved.

 

Wie wird eine Ballondilatation durchgeführt?

Bei einer Ballondilatation der Herzkranzgefäße wird während einer Herzkatheteruntersuchung ein Ballonkatheter meist über eine Leistenarterie bis zur Engstelle im Herzkranzgefäß vorgeschoben. Ein Ballonkatheter ist ein biegsamer, dünner Kunststoffschlauch, an dessen Ende ein kleiner, aufblasbarer Ballon montiert ist.
 

Dann wird der Ballon an der Engstelle aufgeblasen. Durch den Druck werden die gefäßverengenden Ablagerungen in die Gefäßwand gedrückt. So wird die Engstelle wieder aufgeweitet und das Blut kann wieder ungehindert fließen.

Um eine erneute Verengung zu verhindern, wird häufig zusätzlich ein so genannter Stent eingelegt – das ist eine Gefäßstütze, die das Blutgefäß dauerhaft offen hält. In manchen Fällen werden auch mit Medikamenten beschichtete Stents verwendet.

Nach der Behandlung wird Ballon wieder geschrumpft und der Ballonkatheter wird vorsichtig herausgezogen. Im Anschluss muss der Patient einige Stunden flach liegen und wird sorgfältig überwacht. Danach wird die Schleuse in der Leiste entfernt und ein Druckverband angelegt.

 

Welche Maßnahmen sind nach einer Ballondilatation nötig?

Nach einer Ballondilatation sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Kardiologen nötig, um festzustellen ob das geweitete Herzkranzgefäß dauerhaft offen bleibt.

In ca. 20-30% der Fälle verengen sich die Gefäße wieder, meist innerhalb der ersten 3 bis 6 Monate nach der Behandlung. Deshalb wird in diesem Zeitraum in regelmäßigen Abständen ein Belastungs-EKG durchgeführt.