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Carotisstenose

Verkalkungen und Engstellen in der Halsschlagader bereiten zunächst keine Beschwerden, können jedoch einen Schlaganfall verursachen. Diese Verengungen in der Halsschlagader lassen sich mit einer entsprechenden Behandlung gut therapieren und damit kann das Risiko eines Schlaganfalls gesenkt werden.

Verengungen der Halsschlagader treten im Alter häufiger auf und betreffen mehr Männer als Frauen. Ärzte nennen eine Verengung der Halsschlagader (Karotis) auch Karotisstenose bzw. Carotisstenose.

Wie entstehen Engstellen an der Halsschlagader?

Die häufigste Ursache von Verengungen sind Fettablagerungen und Verkalkungen (Atherosklerose) an den Schlagadern (Arterien). Auch die Halsschlagader (Arteria carotis), die Sauerstoff und Nährstoffe zum Gehirn transportiert, kann betroffen sein. Typischerweise ist davon ein bestimmter Gefäßabschnitt im oberen Halsbereich betroffen, an dem sich die Halsschlagader gabelt. Dort bilden sich die meisten Ablagerungen, so dass es zu einer langsamen Verengung des Blutgefäßes kommt.

 

letzte Aktualisierung: November 2017

Nehmen Sie die Warnzeichen eines Schlaganfalls ernst

Bevor es zu einem Schlaganfall kommt, können sogenannte transitorische ischämische Attacken (TIA) auftreten. Darunter versteht man vorübergehende Störungen der Gehirndurchblutung, die meist keine bleibenden Schäden verursachen.

Typische Warnzeichen des Schlaganfalls sind:

  • Einseitige Sehstörungen, kurzzeitige Erblindung (Amaurosis fugax)
  • Einseitige Lähmungserscheinungen von Arm und/oder Bein
  • Einseitige Gefühlsstörungen, Kribbeln, Taubheit
  • Störung des Sprachverständnisses oder des Sprechens

Diese Beschwerden sind, wie der Name sagt, transitorisch, gehen also vorüber. Nehmen Sie diese Warnzeichen trotzdem ernst und suchen Sie Ihren Arzt auf.

 

letzte Aktualisierung: November 2017

Früherkennung

Liegen bei Ihnen Risikofaktoren für eine Artherosklerose vor kann es sinnvoll sein, die Halsschlagader auf Durchgängigkeit und Ablagerungen hin zu untersuchen, auch wenn Sie keine Beschwerden haben. Dies geschieht völlig schmerzlos per Ultraschall. Hierbei kann der Arzt feststellen, ob und in welchem Maße die Halsschlagader verengt ist. Ist die Ader verengt, empfiehlt Ihr Arzt üblicherweise regelmäßige Kontrolluntersuchungen.

 

letzte Aktualisierung: November 2017

Behandlungsmöglichkeiten

Sind noch keine Symptome durch die Verengung aufgetreten, ist die Optimierung der Risikofaktoren für Herz-Kreislauferkrankungen sowie bei manchen Patienten eine prophylaktische Einnahme von Aspirin und Statinen (Cholesterinsenkern) die wichtigste Maßnahme, um die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten eines Schlaganfalles zu senken. Mit dem Aspirin wird das Blut verdünnt und durch die Statine werden nicht nur die Cholesterinwerte gesenkt, sondern auch die Ablagerungen in den Gefäßen stabilisiert. Sehr wichtig ist auch eine gute Einstellung des Blutdrucks und einer Diabeteserkrankung.

Zudem können Sie selbst einen Beitrag leisten, indem Sie sich gesund ernähren und für ausreichend Bewegung sorgen. Falls erforderlich, sollten Sie das Tabakrauchen aufgeben und Gewicht abnehmen.

Bei einer Verengung von mehr als 60-70 % des Durchmessers der Halsschlagader kann je nachdem, ob bereits Symptome aufgetreten sind, zusätzlich eine operative Behandlung der Engstelle notwendig werden. Diese wird als Carotisendarteriektomie (CEA) bezeichnet. Hierbei wird die Halsschlagader an der verengten Stelle eröffnet und die Ablagerungen entfernt, die für die Verengung verantwortlich sind. Das Hauptrisiko dieser Operation ist das Auslösen eines Schlaganfalles durch Blutgerinnsel oder Ablagerungen, die die hirnversorgenden Blutgefäße verstopfen.

Carotisstenting - Erweiterung der Halsschlagader mittels einer Gefäßstütze

Alternativ kann der verengte Bereich im Rahmen einer Katheter-Behandlung aufgedehnt und durch Einbringen einer Gefäßstütze (Stent) offengehalten werden. Hierzu wird ein Katheter meist über eine Leistenarterie bis in den Bereich der Engstelle vorgeschoben. Durch diesen sogenannten Führungskatheter werden nun die für die Behandlung notwendigen Instrumente eingeführt.

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1. Zunächst wird ein spezieller Filter oberhalb der verengten Schlagader platziert, der Ablagerungen auffängt, die sich lösen könnten und weggeschwemmt würden.

2. Nun schiebt der Arzt einen Ballonkatheter bis zur verengten Stelle vor, bläst den Ballon auf und drückt so die Ablagerungen an die Gefäßwand. Das Blut kann nun wieder besser fließen.

3. Um eine erneute Verengung zu verhindern, wird zusätzlich ein sogenannter Stent eingelegt – dabei handelt es sich um ein winziges Gitterröhrchen, das die Ader dauerhaft offen hält.

4. Mithilfedes Ballonkatheters wird der Stent leicht an die Gefäßwand angedrückt.  Am Ende der Behandlung wird der Katheter mitsamt Ballon und Filter wieder entfernt.

 

letzte Aktualisierung: November 2017

Illustration: Image provided courtesy of Boston Scientific. © 2012 Boston Scientific Corporation or its affiliates. All rights reserved.

Diagnose Schlaganfall

Eine starke Verengung der Halsschlagader kann die Durchblutung des Gehirns beeinträchtigen, zudem können sich dort leichter Blutgerinnsel bilden. Es besteht die Gefahr, dass solche Blutgerinnsel oder Ablagerungen von der Gefäßwand mit dem Blutstrom ins Gehirn geschwemmt werden und dort Blutgefäße verstopfen. Die Folge: Das betroffenen Hirnareal wird nicht mehr ausreichend durchblutet, Hirngewebe wird geschädigt und damit die körperlichen oder geistigen Fähigkeiten, die von dieser Gehirnregion gesteuert werden, beeinträchtigt. Das Ausmaß der Schäden hängt davon ab, welches hirnversorgende Gefäß verstopft ist, wie schwer der Schlaganfall ist und wie lange die  Unterbrechung der Blutversorgung andauert.

Verengungen von Schlagadern können unter anderem auch die Herzkranzgefäße oder die Becken- und Beinarterien betreffen und dort zur koronaren Herzkrankheit bzw. der Schaufensterkrankheit (periphere arterielle Verschlusskrankheit) führen.

 

letzte Aktualisierung: November 2017

Literatur:

Eckstein HH et al. S3-Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge der extracraniellen Carotisstenose. 06. August 2012.

Eckstein HH et al. European society for vascular surgery guidelines on the management of atherosclerotic carotid and vertebral artery disease, European Journal of Vascular and Endovascular Surgery (2017).

Aboyans, et al. 2017 ESC guidelines on the diagnosis and treatment of peripheral arterial diseases, in collaboration with the european society for vascular surgery (ESVS), European Journal of Vascular and Endovascular Surgery (2017).

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