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Carotisstenose

Verkalkungen und Engstellen in der Halsschlagader können einen Schlaganfall verursachen, bereiten zunächst aber kaum Beschwerden. Etwaige Engstellen in der Halsschlagader lassen sich mit einer entsprechenden Behandlung gut therapieren und damit kann das Risiko eines Schlaganfalls gesenkt werden.

Verengungen der Halsschlagader treten im Alter häufiger auf und betreffen mehr Männer als Frauen. Ärzte nennen eine Verengung der Halsschlagader (Karotis) auch Karotisstenose bzw. Carotisstenose.

Wie entstehen Engstellen an der Halsschlagader?

Häufige Ursache von Verengungen sind Fettablagerungen und Verkalkungen (Atherosklerose) an den Schlagadern (Arterien). Auch die Halsschlagader – in der medizinischen Fachsprache als Arteria carotis bezeichnet –, die Sauerstoff und Nährstoffe zum Gehirn transportiert, kann betroffen sein. Typischerweise ist ein bestimmter Gefäßabschnitt an dem sich die Halsschlagader gabelt von Ablagerungen und einer schleichend zunehmenden Verengung betroffen.

Nehmen Sie die Warnzeichen eines Schlaganfalls ernst

Bevor es zu einem Schlaganfall kommt, können sogenannte transitorische ischämische Attacken auftreten. Darunter versteht man vorübergehende Störungen der Gehirnduchblutung, die meist keine bleibenden Schäden verursachen.

Typische Warnzeichen des Schlaganfalls sind:

  • Schwindelattacke
  • heftige Kopfschmerzen
  • pelziges Gefühl auf der Zunge
  • Kribbeln in den Armen
  • flüchtige Sehstörungen
  • Lähmungserscheinung, die sich z. B. als Schwächegefühl in den Armen oder als plötzliches Wegsacken der Beine äußert

Diese Beschwerden sind, wie der Name sagt, transitorisch, gehen also vorüber. Nehmen Sie diese Warnzeichen trotzdem ernst und suchen Sie Ihren Arzt auf.

Behandlungsmöglichkeiten

Erhöhte Blutfettwerte, Bluthochdruck und die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) tragen zu einer Verschlimmerung der Erkrankung bei. Hier kann der Arzt Medikamente einsetzen. Zudem können Sie selbst einen Beitrag leisten, indem Sie für ausreichend Bewegung sorgen und, falls erforderlich, das Tabakrauchen aufgeben und Gewicht abnehmen.

Bei einer Verengung von mehr als 60-70 % des Durchmessers der Halsschlagader kann je nachdem, ob und welche Beschwerden vorliegen, zusätzlich eine operative Behandlung der Engstelle notwendig werden. Diese wird als Carotisendarteriektomie bezeichnet. Hierbei wird die Halsschlagader chirurgisch an der verengten Stelle geöffnet und die Ablagerung entfernt, die für die Verengung verantwortlich ist.

Carotisstenting - Erweiterung der Halsschlagader mittels einer Gefäßstütze

Alternativ kann der verengte Bereich im Rahmen einer kathetergestützten Behandlung aufgedehnt und offengehalten werden. Hierzu wird ein Katheter meist über eine Leistenarterie bis in den Bereich der Engstelle vorgeschoben. Durch diesen sogenannten Führungskatheter werden nun die für die Behandlung notwendigen Instrumente eingeführt.

Carotisstenose, Halsschlagader Carotisstenose, Halsschlagader

1. Zunächst wird ein spezieller Filter oberhalb der verengten Schlagader platziert, der Ablagerungen auffängt, die sich lösen könnten und weggeschwemmt würden.

2. Nun schiebt der Arzt einen Ballonkatheter bis zur verengten Stelle vor, bläst den Ballon auf und drückt so die Ablagerungen an die Gefäßwand. Das Blut kann wieder ungehindert fließen.

3. Um eine erneute Verengung zu verhindern, wird zusätzlich ein sogenannter Stent eingelegt – dabei haldelt es sich um ein winziges Gitterröhrchen, das die Ader dauerhaft offen hält.

3. Mithilfe eines Ballonkatheters wird die Anlagerung des Stents an die Gefäßwand evtl. noch verbessert. Am Ende der Behandlung wird der Katheter mitsamt Ballon und Filter wieder entfernt.

Illustration: Image provided courtesy of Boston Scientific. © 2012 Boston Scientific Corporation or its affiliates. All rights reserved.

Vorsorge und Früherkennung

Um einer Arterienverkalkung und damit auch einer Verengung der Halsschlagader vorzubeugen, sollten Sie sich gesund ernähren, nicht rauchen und auf ausreichend Bewegung achten. Lassen Sie sich regelmäßig ärztlich untersuchen und Ihre Blutwerte kontrollieren. Einige der Hauptrisikofaktoren für Arterienverkalkung (erhöhte Blutfettwerte, Bluthochdruck und Diabetes) verursachen nämlich im frühen Stadium der Erkrankung keine Beschwerden, können aber bereits behandelt werden.

Liegen bei Ihnen Risikofaktoren vor, kann es sinnvoll sein, die Halsschlagader auf Durchgängigkeit und Ablagerungen hin zu untersuchen, auch wenn Sie keine Beschwerden haben. Dies geschieht völlig schmerzlos per Ultraschall. Hierbei kann der Arzt feststellen, ob und in welchem Maße die Halsschlagader verengt ist. Ist die Ader verengt, empfiehlt ihr Arzt üblicherweise weitere regelmäßige Kontrolluntersuchungen.

Risiko Schlaganfall

Eine starke Verengung der Halsschlagader kann die Durchblutung des Gehirns beeinträchtigen, zudem können sich dort leichter Blutgerinnsel bilden. Es besteht die Gefahr, dass solche Blutgerinnsel oder Ablagerungen von der Gefäßwand mit dem Blutstrom ins Gehirn geschwemmt werden und dort Blutgefäße verstopfen. Die Folge: Das betroffenen Hirnareal wird nicht mehr ausreichend durchblutet, Hirngewebe wird geschädigt und damit die körperlichen oder geistigen Fähigkeiten, die von dieser Gehirnregion gesteuert werden, beeinträchtigt. Das Ausmaß der Schäden hängt von der Schwere des Schlaganfalls und der Dauer der Unterbrechung der Blutversorgung ab.

Verengungen von Schlagadern können unter anderem auch die Herzkranzgefäße oder die Becken- und Beinarterien betreffen und dort zur koronaren Herzkrankheit bzw. der Schaufensterkrankheit (periphere arterielle Verschlusskrankheit) führen.

Literatur:

Eckstein HH et al. S3-Leitlinie zur Diagnostik, Therapie und Nachsorge der extracraniellen Carotisstenose. 06. August 2012.

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