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Chronotrope Inkompetenz

Die chronotrope Inkompetenz ist eine Herzrhythmusstörung, bei der das Herz zu langsam schlägt. Bei körperlicher Belastung steigt die Herzfrequenz nicht ausreichend an.

Was ist eine chronotrope Inkompetenz?

Bei einem gesunden Herzen schlägt das Herz bei körperlicher Anstrengung (z. B. beim Sport) schneller als im Ruhezustand. Bei der chronotropen Inkompetenz steigt die Herzfrequenz trotz körperlicher Belastung nicht ausreichend an.

Wie entsteht eine chronotrope Inkompetenz?

Die chronotrope Inkompetenz ist eine Herzrhythmusstörung und wird durch Störungen im Erregungsleitungssystem des Herzens verursacht.

Normalerweise ist der Sinusknoten der natürliche Schrittmacher des Herzens. Bei der chronotropen Imkompetenz ist die Funktion des Sinusknotens gestört, so dass der Herzschlag nicht entsprechend der Belastung ansteigt.

Was sind die Ursachen einer chronotropen Inkompetenz?

Die chronotrope Imkompetenz ist häufig die Folge einer Herzerkrankung und kommt bei verschiedenen Herzerkrankungen vor, z. B. bei koronarer Herzkrankheit und Herzinsuffizienz.

Viele Patienten, die einen Herzschrittmacher benötigen oder tragen, leiden unter einer chronotropen Imkompetenz.

Dr. Jörn Schmitt, Oberarzt an der Medizinischen Klinik I, Universitätsklinikum Gießen, zur chronotropen Inkompetenz

 

Wie macht sich eine chronotrope Inkompetenz bemerkbar?

Die meisten Aktivitäten des täglichen Lebens erfordern Herzfrequenzen von mehr als 90 Schlägen pro Minute. Beim langsamen Gehen schlägt das Herz z. B. im Durchschnitt 90 mal pro Minute, beim Treppensteigen arbeitet das Herz sogar mit durchschnittlich 135 Schlägen pro Minute.

Wenn sich der Herzschlag in Reaktion auf körperliche Belastung nicht erhöht, sind die Betroffenen wenig belastbar und fühlen sich häufig erschöpft und benommen. Weitere typische Symptome eines Patienten mit chronotroper Inkompetenz sind z. B.

  • Schwäche
  • Leistungsminderung
  • Kurzatmigkeit
  • Schwindel

Welche Untersuchungen werden durchgeführt?

Der Arzt wird zunächst nach der Krankengeschichte fragen, z. B. nach Beschwerden, Medikamenten und nach weiteren Erkrankungen.

Auch eine gründliche körperliche Untersuchung mit Pulsmessung und Abhören der Herztöne gehört zur ersten Diagnostik.

Die wichtigste Untersuchungsmethode, mit der eine chronotrope Inkompetenz nachgewiesen wird, ist die Untersuchung des Herzens mit EKG und Belastungstest. Diese Untersuchungen erlauben es, die Herzfrequenz und den Herzrhythmus in Ruhe und unter Belastung zu überprüfen.

Zur Klärung, welche Herzerkrankung einer chronotropen Inkompetenz zugrunde liegt, können weitere Untersuchungen hilfreich sein:

Wie wird eine chronotrope Inkompetenz behandelt?

Behandlung mit einem Herzschrittmacher

Die einzige Behandlungsmöglichkeit für die chronotrope Inkompetenz ist das Einsetzen eines frequenzstimulierenden Herzschrittmachers.

Dabei überwacht ein Herzschrittmachers mit einem Frequenzsensor den Herzrhythmus und sorgt bei Belastung dafür, dass das Herz wieder ausreichend schnell schlägt.

Tipps und Tricks: Leben mit chronotroper Inkompetenz

Lebensstil - was kann ich selbst tun?

Die Ursache einer chronotropen Inkompetenz ist häufig eine Herzerkrankung. Durch einen gesunden Lebensstil können Sie ihr Herz entlasten und so dazu beitragen, dass sich eine Herzerkrankung nicht verschlimmert. Gesunde Ernährung, normales Gewicht und Verzicht auf Nikotin - alles Maßnahmen, die Ihnen helfen, ein gutes Leben zu führen.

Gesunde Ernährung - was heißt das eigentlich?

Ernähren Sie sich vitamin- und ballaststoffreich sowie fettarm. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt fünf Portionen Obst oder Gemüse täglich. Dazu zählt auch ein Apfel oder die Gemüsebeilage. Als Snack zwischendurch eignen sich viele Obstsorten, aber auch Karotten, Paprika, Gurken oder Cocktailtomaten lassen sich gut mitnehmen.

Achten Sie bei Käse und Wurst auf den Fettgehalt. Fisch sollte mindestens zweimal pro Woche auf dem Speiseplan stehen. Verwenden Sie sparsam gute kaltgepresste Öle, wenig Butter und andere tierische Fette. Ganz besonders sparsam sollten Sie mit dem Salz umgehen. Würzen mit Küchenkräutern hilft, Salz zu sparen.

Vollkornbrot oder ein Müsli am Morgen sind besser als Weißbrot, zudem gibt es bei uns eine unendliche Vielfalt an Broten, da ist für jeden Geschmack etwas dabei!

Achten Sie auf Ihr Gewicht!

Übergewicht ist schlecht fürs Herz, aber auch die Gelenke freuen sich über ein paar Pfund weniger, sofern Sie übergewichtig sind. Achten Sie daher auf Ihr Gewicht, vermeiden Sie Fettes und salzen Sie sparsam. Durch zuviel Salz wird Wasser im Körper gebunden, es kommt leichter zu Wasseransammlungen im Gewebe.

Verzicht auf Rauchen

Rauchen Sie nicht, bzw. versuchen Sie, mit dem Rauchen aufzuhören. Rauchen ein Risikofaktor für die Entstehung von Gefäßverkalkung (Atherosklerose).

Leben mit Herzschrittmacher

Die chronotrope Inkompetenz wird mit Hilfe eines Herzschrittmachers behandelt. Viele Patienten mit einem implantierten Therapiesystemen wie einem Herzschrittmacher können schrittweise zu dem Lebensstil zurückkehren, den sie vor dem Eingriff hatten. Ihre Lebensqualität schätzen sie danach sogar höher ein als zuvor und bemerken, dass sie wieder belastbarer sind.

Generell sind Arbeit, gewöhnliche Hobbys, sexuelle Kontakte, Sport und Reisen mit einem implantierbaren System ohne Probleme möglich.

Lesen Sie dazu: Tipps und Tricks: Leben mit implantierten Therapiesystemen