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Herzinsuffizienz

„Herzinsuffizienz“ bezeichnet eine Herzschwäche. Der Herzmuskel kann die Pumpleistung, die zur Versorgung des Körpers notwendig ist, nicht mehr aufbringen.

Was ist eine Herzinsuffizienz?

Wenn das Herz die zur Versorgung des Organismus notwendige Pumpleistung nicht mehr erbringen kann, spricht man von Herzschwäche oder Herzmuskelschwäche. Der Fachbegriff hierfür ist Herzinsuffizienz (Insuffizienz = Unzulänglichkeit). Das Herz kann bei einer Herzinsuffizienz so stark geschädigt sein, dass es versagt - es kommt zum plötzlichen Herztod.

Kardionet hat mit dem Kardiologen Dr. Przibille über Symptome und Behandlung der Herzinsuffizienz gesprochen. Hier sehen Sie einen Videomitschnitt des Interviews.

Was sind die Ursachen einer Herzinsuffizienz?

Die Herzinsuffizienz ist die Folge verschiedener Erkrankungen, die den Herzmuskel auf Dauer schädigen. Die häufigsten Ursachen der Herzinsuffizienz sind:

Viele Patienten mit koronarer Herzerkrankung leiden gleichzeitig an Bluthochdruck. Patienten mit Herzinsuffizienz leiden häufig auch unter einer Schlafapnoe. Eine Schlafapnoe und eine Herzinsuffizienz  können sich gegenseitig weiter verschlimmern.

Weitere Ursachen sind:

  • Erkrankungen des Herzmuskels (Kardiomyopathien)
  • Erkrankungen der Herzklappen
  • Entzündungen des Herzmuskels
  • Lungenerkrankungen
  • Stoffwechselstörungen, z. B. Schilddrüsenfunktionstörungen (Über- oder Unterfunktion), Zuckerkrankheit (Diabetes)
  • schwere Blutarmut (Anämie)
  • Speicherkrankheiten, bei denen bestimmte Stoffe im Körper abgelagert und in den Organen gespeichert werden. Bei der Hämosiderose wird z. B. Eisen abgelagert. Andere Speicherkrankheiten sind die Fabrysche Erkrankung (Ceramid-Trihexosidase-Mangel), die Gauchersche (ß-Glukosidase-Mangel), die Hurlersche (alpha-L-Iduronidase-Mangel) und die Pompesche Erkrankung (alpha-1,4 Glukosidase-Mangel).
  • Verbindungen zwischen arteriellem und venösem Stromgebiet, sog. Shunts

Wie entwickelt sich eine Herzinsuffizienz?

Auswirkungen auf das Herz

Bei einer Herzinsuffizienz wird der Herzmuskel immer schwächer, so dass er sich nicht mehr so kraftvoll und koordiniert wie früher zusammenzieht. Damit sinkt die Menge an Blut, die vom Herzen ausgeworfen werden kann. Immer mehr Herzmuskelgewebe geht zu Grunde, es bildet sich vermehrt Bindegewebe.

Durch Anpassungsmechanismen (= Kompensationsmechanismen) gelingt es dem Herzen kurzfristig, mit den erhöhten Anforderungen fertig zu werden. Langfristig verschlechtert sich die Pumpfunktion jedoch immer mehr:

  • Zunächst nimmt die Muskelmasse und Dicke der Herzwände zu (Fachbegriff: Herzmuskelhypertrophie), was anfangs die Kontraktionskraft steigert. Mit der Zeit verlieren die verdickten Herzwände jedoch ihre Dehnbarkeit, werden zunehmend starrer und die Auswurfleistung des Herzens sinkt.
  • Die Herzhöhlen dehnen sich auf und werden größer, das gesamte Herz wird größer (Fachbegriff: Dilatation). Dadurch kann zunächst mehr Blut befördert werden. Doch die Dehnung führt langfristig zu einer Verschlechterung der Kontraktionskraft, zum Absterben von Herzmuskelzellen, zu Bindegewebsbildung und einer fortschreitenden Vergrößerung der Kammern. Die Herzklappen können sich nicht mit vergrößern und werden undicht. Beides führt zu einer Verschlechterung der Auswurfleistung des Herzens.
Auswirkungen auf die Erregungsleitung im Herzen

Durch die Zunahme der Herzmuskelmasse und Dehnung der Herzkammern wird auch die Erregungsleitung im Herzen beeinflusst, so dass sich die Weiterleitung der elektrischen Erregung im Herzen verzögern kann. Dies führt zu einem ungeordneten Zusammenziehen des Herzens und zu einer weiteren Verschlechterung der Pumpleistung des Herzens.

Durch die Veränderungen am Herzmuskel können in den Herzkammern Herzrhythmusstörungen entstehen. Im ungünstigsten Fall kann dies zum so genannten Kammerflimmern und plötzlichen Herztod führen.

Auswirkungen auf den Kreislauf

Wird nicht mehr ausreichend Blut durch das Gefäßsystem gepumpt, ist die Versorgung des Körpers mit Sauerstoff und Nährstoffen zu gering. Der Körper setzt Anpassungsmechanismen in Gang, die dazu führen, dass vermehrt Flüssigkeit im Körper verbleibt.

Zunächst führt dies zu einer Verbesserung der Kreislaufverhältnisse. Mit der Zeit bilden sich aber Flüssigkeitseinlagerungen im Gewebe (Ödeme). Sie sind meist zuerst an Knöcheln und Fußrücken sichtbar. Bei weiterem Fortschreiten der Herzschwäche lagert sich zunehmend auch Flüssigkeit in Organen ein und beeinträchtigt deren Funktion, z. B. in der Lunge (Lungenödem) oder der Leber.

Risiko Herzinsuffizienz

Menschen mit Herz- oder Gefäßerkrankungen haben ein höheres Risiko als Gesunde, eine Herzinsuffizienz zu entwickeln. Allein in Deutschland können jährlich 57.000 Todesfälle auf eine Herzinsuffizienz zurückgeführt werden. Viele Todesfälle könnten vermieden werden, denn sie beruhen auf mangelndem Wissen um die Erkrankung sowie auf unzureichender Diagnose und Behandlung. Dies belegt die SHAPE-Studie, eine der größten Studien, die bislang zur chronischen Herzinsuffizienz durchgeführt wurden.

 

letzte Aktualisierung: August 2014

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Wie macht sich eine Herzinsuffizienz bemerkbar?

Herzinsuffizienz bleibt oft lange unbemerkt

Eine Herzinsuffizienz kann plötzlich entstehen oder sich langsam über Monate oder gar Jahre entwickeln. Die Herzinsuffizienz verläuft häufig für lange Zeit schleichend und unbemerkt. Denn dem Körper gelingt es lange, die Herzschwäche auszugleichen und durch körpereigene Anpassungsmechanismen die Pumpleistung aufrecht zu erhalten.

Frühsymptom einer Herzinsuffizienz ist die eingeschränkte Leistungsfähigkeit. Dies werden Sie am ehesten beim Treppensteigen oder beim Tragen schwerer Einkaufstaschen bemerken. Vielleicht fällt Ihnen auch auf, dass Ihr Herz bei Belastung deutlich schneller oder unregelmäßig schlägt.

Viele Patienten müssen nachts häufig zum Wasserlassen aufstehen. Wenn sie die Beine hochlegen, fällt es dem Herzen leichter, das durch die Pumpschwäche angestaute Blut wieder „kreisen“ zu lassen. Sofort versuchen die Nieren, die überflüssigen Flüssigkeitsmengen, die jetzt nicht mehr im Gewebe eingelagert und damit „versteckt“ sind, auszuscheiden. Insgesamt kann wegen der Flüssigkeitseinlagerungen das Körpergewicht zunehmen.

Beschwerden

Welche Beschwerden auftreten, hängt auch davon ab, ob die rechte oder linke Herzhälfte stärker betroffen ist. Ist nur die Leistung einer Herzkammer beeinträchtigt, spricht man von Linksherz-, bzw. Rechtsherzinsuffizienz, langfristig sind aber in der Regel beide Kammern betroffen.

Bei der Linksherzinsuffizienz. staut sich das Blut im Lungengewebe und es kann zu einer Wasseransammlung in der Lunge kommen. Typische Symptome der Linksherzinsuffizienz sind:

  • Atemnot bei Belastung, später auch bei Ruhe
  • vermehrte Ermüdbarkeit
  • Rasselgeräusche über der Lunge (bedingt durch die in der Lunge angestaute Flüssigkeit)
  • Husten, besonders nach dem Hinlegen
  • eine Blauverfärbung der Haut- und Schleimhäute, die an den Lippen am augenscheinlichsten ist: Da durch die schlechtere Pumpleistung weniger sauerstoffreiches Blut zum Gewebe gelangt, verbraucht es mehr Sauerstoff aus dem Blut als üblich. Dadurch reichert sich im Blut sauerstoffarmer Blutfarbstoff an, der die Blauverfärbung bewirkt. Der Arzt bezeichnet dies als Zyanose (cyan = blau).

Ist die rechte Herzkammer geschwächt, entwickelt sich in Folge oft auch eine Rechtsherzinsuffizienz. Es kommt zu einer „Rückstauung“ des Blutes in den Körperkreislauf. Flüssigkeit sammelt sich in den Körpergeweben und Organen an. Eine Rechtsherzinsuffizienz verursacht folgende Symptome:

  • die Venen am Hals sind erweitert und gestaut
  • es kommt zu Flüssigkeitseinlagerungen, zunächst an Knöcheln und Fußrücken, dann auch im Bereich des Bauches (Fachbegriff: Ödeme)
  • Leberschwellung
  • Gewichtszunahme durch die Flüssigkeitseinlagerung

Schweregrade der Herzinsuffizienz

Um Aussagen über den Schweregrad der Herzinsuffizienz treffen zu können, wurde von einer medizinischen Gesellschaft, die sich mit Herzkrankheiten befasst (New York Heart Association, kurz: NYHA), die so genannte NYHA-Klassifikation entwickelt. Patienten mit Herzinsuffizienz werden entsprechend dieser Klassifikation in eines von 4 Stadien eingestuft. Diese Einteilung entscheidet auch über die Behandlung:

  • NYHA Stadium I: Herzerkrankung ohne Einschränkung der körperlichen Belastbarkeit. Bei normaler körperlicher Tätigkeit wie Hausarbeit spüren Sie keine Luftnot oder Schwäche und auch kein vermehrtes „Herzklopfen“. Nur bei einer genauen Untersuchung finden sich z. B. Auffälligkeiten im EKG oder beim Ultraschall des Herzens (Echokardiographie).
  • NYHA Stadium II: Leichte Einschränkung der körperlichen Aktivität: In Ruhe und bei leichter Belastung sind Sie beschwerdefrei. Doch bei normaler, körperlicher Aktivität wie bei längerem Treppensteigen über mehrere Etagen bemerken Sie Luftnot, Müdigkeit und Schwäche. Zudem haben Sie die Empfindung einer verstärkten, beschleunigten Herzaktion (Fachbegriff: Palpitation).
  • NYHA Stadium III: Deutliche Einschränkung der Belastbarkeit: In Ruhe fühlen Sie sich wohl. Doch schon bei geringer körperlicher Tätigkeit wie Treppensteigen über eine Etage spüren Sie Beschwerden wie Luftnot und Schwäche.
  • NYHA Stadium IV: Beschwerden treten schon in Ruhe auf. Sie verstärken sich erheblich bei körperlicher Aktivität.

Schlafapnoe ist bei Patienten mit Herzschwäche häufig. Sie kann  also Folge der Herzinsuffizienz auftreten oder eine bestehende Herzschwäche verschlimmern. Lesen Sie hierzu auch unseren Artikel Schlafapnoe: Atemaussetzer belasten Herz und Kreislauf.

letzte Aktualisierung: August 2014

Welche Untersuchungen werden durchgeführt?

Der Arzt wird zuerst nach der Krankengeschichte fragen. So erfährt er z. B., ob Risikofaktoren für eine Herzmuskelschwäche wie Bluthochdruck oder eine Herzkranzgefäßerkrankung vorliegen.

Bei der körperlichen Untersuchung, zu der das Abhören des Herzens und der Lungen gehört, schaut der Arzt nach körperlichen Zeichen einer Herzinsuffizienz.

Durch folgende Untersuchungen kann er die Diagnose absichern:

  • Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiographie): Die Ultraschalluntersuchung des Herzens ist das wichtigste Untersuchungsverfahren für die Beurteilung der Herzstruktur und der Herzfunktion. Damit kann der Arzt z. B. die Größe der Herzkammern beurteilen, die Dicke des Herzmuskels, die Funktionstüchtigkeit der Klappen und die Auswurfleistung bestimmen.
  • Elektrokardiogramm (EKG): Bei einer ausgeprägten Herzinsuffizienz finden sich fast immer Veränderungen im EKG. Durch die Zunahme der Herzmuskelmasse und Dehnung der Herzkammern wird auch die Erregungsleitung im Herzen beeinflusst. Häufig ist im EKG die Herzstromkurve verbreitert und nimmt eine spezielle Form an, die vom Arzt als „Linksschenkelblock bezeichnet wird. Oft wird auch ein EKG auch unter Belastung durchgeführt, um zu beurteilen, wie stark das Herz trotz der Pumpschwäche belastbar ist.
  • Röntgenuntersuchung: Im Röntgenbild kann der Arzt feststellen, welche Form das Herz hat oder ob sich das Herz vergrößert hat. In bestimmten Fällen kann er auch Hinweise auf die Ursache der Herzinsuffizienz erhalten.
  • Laborwerte: Bestimmte Laborwerte wird der Arzt erheben, um sich z. B. ein Bild von der Gerinnungsfähigkeit des Blutes zu machen, oder um zu klären, ob die Nieren normal arbeiten. Ein insuffizientes Herz setzt vermehrt sogenannte natriuretische Peptide frei. Werden diese vermehrt im Blut nachgewiesen, ist dies ein Hinweis auf Herzinsuffizienz, während sich bei einem niedrigen Wert und bei normalem EKG eine Herzinsuffizienz ausschließen läßt.
  • Magnetresonanztomographie: Die Kernspinuntersuchung des Herzens kann weitere Informationen zum Zustand von Herzmuskel und Herzklappen sowie Hinweise auf zugrunde liegende Erkrankungen liefern.

Die Ergebnisse der verschiedenen Untersuchungen vervollständigen das Bild, das sich der Arzt von der Erkrankung machen kann. Erst dann kann er mit Sicherheit sagen, ob eine Herzinsuffizienz vorliegt, welche Erkrankungen dazu geführt haben und ob noch weitere Untersuchungen empfehlenswert sind (z. B. Herzkatheter).

 

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Wie wird eine Herzinsuffizienz behandelt?

Behandlung mit Medikamenten

Wichtigste Grundlage der Behandlung der Herzschwäche ist die optimale Behandlung mit Medikamenten. Die Therapie sollte unbedingt eingehalten werden. Nur so kann ein Fortschreiten der Herzschwäche verhindert oder verlangsamt werden.

Meist benötigen Betroffene eine Kombination aus mehreren Wirkstoffen. Heute gibt es eine Reihe gut wirksamer Medikamente, die die Lebensqualität und die Lebenserwartung deutlich verbessern. Medikamente gegen Herzschwäche sind z. B.:

  • ACE-Hemmer
  • Beta-Blocker
  • Mineralkortikoid-Antagonist (MRA)
  • Diuretika
  • Digitalis
  • Ivabradin

Behandlung mit implantierbaren Therapiesystemen

Bei einigen Patienten mit einer Herzinsuffizienz können implantierbare Therapiesysteme sinnvoll sein.

Manche Menschen mit einer Herzschwäche leiden zusätzlich an Herzrhythmusstörungen. Diese Rhythmusstörungen können so schwerwiegend sein, dass ein plötzlicher Herztod droht. Es gibt Therapiesysteme, die einem Herzschrittmacher ähneln, und eine so genannte Herzschocktherapie (Defibrillation) auslösen, wenn nötig. Diese Systeme heißen implantierbare Kardioverter Defibrillatoren, kurz ICD. Für die Patienten ein Segen, denn der plötzliche Herztod tritt wie der Name sagt unverhofft und häufig unangemeldet auf. Die ICDs können dies verhindern.

Bestimmte Patienten mit  Herzinsuffizienz profitieren von der biventrikulären Schrittmachertherapie bzw. kardialen Resynchronisationstherapie, kurz CRT. Sie unterstützt das Zusammenziehen des Herzmuskels und verbessert die Zusammenarbeit der beiden Herzkammern.

Leiden Patienten mit einer schweren Herzinsuffizienz auch an Herzrhythmusstörungen, die zum lebensbedrohlichen Kammerflimmern führen können (z. B. bei ventrikulärer Arrhythmie), kann mit einem so genannten CRT-D-Gerät eine Kombination aus beiden Methoden eingepflanzt werden.

Bei bestimmten implantierbaren Therapiesystemen ist gleichzeitig ein Atemfrequenz-Sensor eingebaut. Der Sensor misst die Atembewegungen und kann nächtliche Atemaussetzer während des Schlafens erkennen. Nächtliche Atempausen treten bei einer Schlafapnoe auf.

Herztransplantation

Wenn eine Herzinsuffizienz sehr weit fortgeschritten ist und nicht mit Medikamenten oder einem Herzschrittmacher in Schach halten lässt, bleibt nur noch eine Herztransplantation. Die Transplantation rettet Menschen das Leben, heutzutage werden auch die lebenslang einzunehmenden Medikamente gut vertragen. Leider gibt es viel zu wenige Spenderherzen, um allen potentiellen Empfängern helfen zu können.

Gesunder Lebensstil

Die Behandlung der Herzinsuffizienz beinhaltet zudem eine gesunde Lebensführung, wobei die regelmäßige Gewichtskontrolle und eine ausgewogene, gesunde Ernährung einen hohen Stellenwert haben. Wichtig ist außerdem die an die körperliche Leistungsfähigkeit angepasste regelmäßige Bewegung.

Während man früher glaubte, dass sich Patienten mit Herzinsuffizienz möglichst wenig bewegen sollen, weiß man heute, dass körperliche Bewegung zu einer Verbesserung der Belastbarkeit führt und die Symptome der Herzinsuffizienz mildert. Ein moderates Training von dreimal 30 Minuten pro Woche nach vorheriger fachärztlicher Kontrolle wid daher nachdrücklich empfohlen.

 

letzte Aktualisierung: August 2014

 

Tipps und Tricks: Leben mit Herzinsuffizienz

Behandlung mit Medikamenten - was sollten Sie beachten?

Bei Herzinsuffizienz ist es wichtig, die Medikamente regelmäßig einzunehmen, um ein Fortschreiten der Herzschwäche zu verhindern oder verlangsamen. Nehmen Sie die Ihnen verordneten Medikamente regelmäßig nach den Anweisungen des Arztes ein, auch wenn Sie keine Beschwerden haben - natürlich auch am Wochenende und im Urlaub. Setzen Sie auf keinen Fall Medikamente ohne Rücksprache ab. Treten neue Beschwerden auf oder verschlechtern sich Ihre Beschwerden, sollten Sie sich in ärztliche Behandlung begeben.

Lebensstil - was kann ich selbst tun?

Sie leiden an einer Herzinsuffizienz und werden ausreichend mit Medikamenten behandelt? Dann gibt es noch einige andere Dinge, die Sie tun können, damit sich die Krankheit nicht weiter verschlechtert. Gesunde Ernährung, Bewegung (angepasst an Ihre körperliche Leistungsfähigkeit), tägliches Wiegen. Alles Maßnahmen, die Ihnen helfen, ein gutes Leben zu führen.

 

Gesunde Ernährung

Ernähren Sie sich vitamin- und ballaststoffreich sowie fettarm. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt fünf Portionen Obst oder Gemüse täglich. Dazu zählt auch ein Apfel oder die Gemüsebeilage. Als Snack zwischendurch eignen sich viele Obstsorten, aber auch Karotten, Paprika, Gurken oder Cocktailtomaten lassen sich gut mitnehmen.

Achten Sie bei Käse und Wurst auf den Fettgehalt. Fisch sollte mindestens zweimal pro Woche auf dem Speiseplan stehen. Verwenden Sie sparsam gute kaltgepresste Öle, wenig Butter und andere tierische Fette. Ganz besonders sparsam sollten Sie mit dem Salz umgehen. Würzen mit Küchenkräutern hilft, Salz zu sparen.

Vollkornbrot oder ein Müsli am Morgen sind besser als Weißbrot, zudem gibt es bei uns eine unendliche Vielfalt an Broten, da ist für jeden Geschmack etwas dabei!

Achten Sie auf Ihr Gewicht!

Tägliche Gewichtskontrolle ist unerlässlich bei einer Herzinsuffizienz. So merken Sie sofort, wenn z. B. die Pumpleistung nachlässt - noch bevor die Atemnot schlimmer wird ...

Achten Sie auf Ihr Gewicht, vermeiden Sie Fettes und salzen Sie sparsam. Durch zuviel Salz wird Wasser im Körper gebunden, es kommt leichter zu Wasseransammlungen im Gewebe.

Bewegung hält fit!

Täglich ein bisschen Bewegung: Radfahren, Wandern, Spazierengehen sind gut für Menschen mit Herzschwäche geeignet. Sobald Sie ein bisschen trainiert haben, werden Sie merken, dass Ihre Leistungsfähigkeit zunimmt. Sprechen Sie aber unbedingt vorher mit Ihrem Arzt. Es gibt auch spezielle Sportgruppen für Herzpatienten.

Während man früher glaubte, dass sich Patienten mit Herzinsuffizienz möglichst wenig bewegen sollen, weiß man heute, dass körperliche Bewegung zu einer Verbesserung der Belastbarkeit führt und die Symptome der Herzinsuffizienz mildert. Ein moderates Training von dreimal 30 Minuten pro Woche nach vorheriger fachärztlicher Kontrolle wid daher nachdrücklich empfohlen. Eine weitere positive Wirkung: wer sich bewegt, ist auch seelisch ausgeglichener.

Verzicht auf Rauchen

Rauchen Sie nicht, bzw. versuchen Sie, mit dem Rauchen aufzuhören. Rauchen ist ein Risikofaktor für die Entstehung von Gefäßverkalkung (Atherosklerose).

Pausen zur Entspannung

Falls Ihr Alltag von Stress und Zeitmangel geprägt ist, versuchen Sie, regelmäßige Pausen einzulegen, in denen Sie entspannen können. Methoden zur Stressbewältigung und Entspannungstechniken sind beispielsweise Autogenes Training, Yoga und Progressive Muskelentspannung. Viele Krankenkassen, die Volkshochschulen und Selbsthilfegruppen bieten zahlreiche Kurse hierzu an. Falls Sie unter seelischen Belastungen und Konflikten leiden, sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt darüber.

Leben mit ICD oder CRT

Bei manchen Patienten wird die Herzinsuffizienz mit Hilfe eines implantierbaren Therapiesystems behandelt (z. B. ICD, CRT, CRT-D). Viele Patienten mit implantierten Therapiesystemen können schrittweise zu dem Lebensstil zurückkehren, den sie vor dem Eingriff hatten. Ihre Lebensqualität schätzen sie danach sogar höher ein als zuvor und bemerken, dass sie wieder belastbarer sind.

Generell sind Arbeit, gewöhnliche Hobbys, sexuelle Kontakte, Sport und Reisen mit einem implantierbaren System ohne Probleme möglich.

Lesen Sie dazu: Tipps und Tricks: Leben mit implantierten Therapiesystemen

 

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