Schlägt das Herz zu langsam, liefert es zu wenig Blut, das der Körper für die Versorgung der Organe mit Sauerstoff und Nährstoffen benötigt. Ein Herzschrittmacher überwacht den Herzrhythmus und sorgt im Bedarfsfall dafür, dass das Herz richtig schlägt.
Bei einem zu langsamen Herzrhythmus (Bradykardie) können Beschwerden auftreten, die die Lebensqualität beeinträchtigen. Die Herzkammern ziehen sich nicht häufig genug zusammen, um dem Körper die Menge Blut zu liefern, die er für die Versorgung der Organe benötigt.
Ein Herzschrittmacher kann hier die Lösung sein: Er überwacht den Herzrhythmus und sorgt im Bedarfsfall dafür, dass das Herz wieder schneller schlägt. Ein Herzschrittmacher beschleunigt die Herzfrequenz, wenn der Herzschlag zu langsam ist.
Wie funktioniert ein Herzschrittmacher?Ein Herzschrittmacher besteht aus einem Impulsgenerator (auch als Aggregat bezeichnet), der normalerweise im Brustbereich eingepflanzt wird. Ein oder zwei dünne isolierte Drähte (Elektroden) verbinden das Gerät mit dem Herzen und messen die elektrischen Impulse im Herzen. Die Elektroden leiten das Herzsignal zum Impulsgenerator. Daraufhin leiten sie Energie von Impulsgenerator zurück an das Herz, um den Herzrhythmus zu koordinieren.
Der Impulsgenerator überwacht so die Herzfunktion ununterbrochen und gibt über die Elektroden elektrische Impulse an das Herz ab, wenn er einen langsamen Rhythmus wahrnimmt. Diese elektrischen Signale bewirken dann, dass das Herz schneller schlägt.
Der Impulsgenerator ist ein kleiner Computer. Er wird von einer Batterie gespeist, die sicher im Gehäuse des Aggregats versiegelt ist. Das Aggregat kann auch Informationen über Ihr Herz aufzeichnen, die der Arzt mit Hilfe eines kleinen Computers auswerten kann. Sie zeigen ihm an, ob er die Einstellung des Aggregats mit Hilfe des Programmiergeräts ändern und an Ihre Bedürfnisse anpassen muss.

Es gibt zwei verschiedene Arten von Schrittmachern: Einkammer- und Zweikammer-Schrittmacher. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, welche Art von Schrittmacher für Sie am besten geeignet ist:
Schlägt das Herz so langsam, dass die ausreichende Versorgung des Körpers nicht mehr gewährleistet ist, kann es sinnvoll sein, einen Herzschrittmacher einzusetzen, z. B. bei
Ob es notwendig ist, einen Herzschrittmacher einzusetzen oder ob es Gründe gibt, die gegen den Eingriff sprechen, entscheidet Ihr Arzt, nachdem er Sie eingehend untersucht hat.
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Die so genannte Implantation, d. h. das Einsetzen des Geräts, erfordert eine gewisse Routine: Der Eingriff sollte in einer dafür eingerichteten Klinik erfolgen. Es gibt in Deutschland mehrere kardiologische Abteilungen, die viel Erfahrung mit dieser Therapie vorweisen können. Es ist sinnvoll, sich für die Implantation eine Klinik in Wohnortnähe zu suchen, denn auch die Schrittmacherkontrollen können dann dort durchgeführt werden.
Nur Spezialisten sind in der Lage, einzuschätzen, welche Patienten geeignet sind und daher die besten Erfolgsaussichten haben. Sind die Kriterien für einen Herzschrittmacher erfüllt, wird ein OP-Termin vereinbart.
Hier sehen Sie in einer Flash-Animation die Implantation eines Herzschrittmachers. In der Animation wird der Schrittmacher auf der linken Seite (vom Patienten aus gesehen) eingesetzt. In Deutschland werden Schrittmacher allerdings meistens auf der rechten Seite implantiert. Zum Starten der Animation drücken Sie bitte unten rechts auf "weiter >".
Nach der Operation wird Ihnen das Pflegepersonal zeigen, worauf Sie bei ihrer Operationswunde achten müssen: Halten Sie sie sauber und trocken. Nach ca. fünf Tagen dürfen Sie duschen. Sie sollten jeden Tag nachschauen, ob Ihre Wunde heilt. Informieren Sie Ihren Arzt, falls Sie
Sobald die kleine Wunde geheilt ist, sollten Sie es in den ersten Wochen noch vermeiden, schwere Lasten zu tragen. Beachten Sie beim Gehen, beim Sport und beim Baden die Anweisungen Ihres Arztes. Tragen Sie keine zu enge Kleidung, die die Haut über dem Aggregat reizen könnte. Reiben Sie auch selbst nicht das Aggregat oder den umgebenden Bereich. Schränken Sie Armbewegungen ein, die sich auf Ihr Elektrodensystem auswirken könnten, falls Ihr Arzt Ihnen dazu Anweisungen gibt. Vermeiden Sie hektische Aktivitäten, bei denen Sie Schläge auf den Implantationsort erhalten könnten. Sprechen Sie bei allen Fragen und Bedenken mit den Ärzten!
Bei den Nachsorgeterminen kann der Arzt den Schrittmacher so programmieren, dass er Ihre individuellen Bedürfnisse optimal erfüllt. Zum Überprüfen des Aggregats verwendet der Arzt ein Programmiergerät. Dieses kommuniziert drahtlos mit dem Schrittmacher von außen über einen Programmierkopf, der auf die Haut aufgelegt wird. Die Batterie wird daraufhin untersucht, wie viel Ladung noch vorhanden ist.
Die Schrittmacherbatterie entlädt sich mit der Zeit. Wenn die in der Batterie verbleibende Energie auf einen bestimmten Wert absinkt, muss das Aggregat ersetzt werden. Wie lange der Schrittmacher nutzbar ist, hängt von den Einstellungen ab, die Ihr Arzt für Sie programmiert hat. Ein weiterer Faktor ist, wie oft Sie eine Stimulationstherapie erhalten.
Beim Austauschen des Aggregats öffnet der Arzt in einer Operation die Hauttasche, in der sich das Aggregat befindet. Der alte Schrittmacher wird dabei von den Elektroden abgetrennt. Die Elektroden werden geprüft, um sicherzustellen, dass sie ordnungsgemäß mit dem neuen Schrittmacher funktionieren werden. Dann schließt der Arzt die Elektroden an den neuen Schrittmacher an und testet das neue System. Anschließend wird die Hauttasche wieder zugenäht. Die kleine Operation dauert insgesamt eine Stunde.
Nach der Implantation eines Herzschrittmachers ist die regelmäßige Nachsorge mit Kontrolle des Therapiesystems und Untersuchung des Patienten notwendig, um eine optimale Therapie und die Sicherheit des Patienten zu gewährleisten. Das Gerät muss nicht nur zuverlässig funktionieren, sondern sollte auch möglichst wenig Energie verbrauchen, damit die Lebensdauer der Batterie verlängert und ein Aggregatwechsel möglichst lange hinausgezögert wird.
Die Nachsorge beginnt mit der individuellen Programmierung des Geräts unmittelbar nach der Implantation. Sie werden meistens stationär in die Klinik aufgenommen. Ihr Herzrhythmus und Ihre Herzfrequenz werden überwacht. Nach der Implantation wird ein Röntgenbild angefertigt, um sicherzustellen, dass das Gerät und die Elektroden an der richtigen Stelle sitzen.
Vor Ihrer Entlassung aus der Klinik werden Sie in einem ausführlichen Gespräch über das korrekte Verhalten mit dem Gerät informiert. Außerdem erhalten Sie schriftliche Informationen zum Leben mit einem Herzschrittmacher und einen Schrittmacherausweis. In diesem Ausweis finden Sie:
Tragen Sie Ihren Ausweis und Ihre Medikamentenliste jederzeit mit sich, und informieren Sie andere Ärzte, Zahnärzte und Notfallpersonal immer darüber, dass Sie einen Herzschrittmacher tragen.
In einem Arztbrief an Ihren behandelnden Arzt werden die Gründe (Indikationen) für die Implantation und der Verlauf der Behandlung beschrieben. Der Bericht informiert außerdem genau über Hersteller und Art des Geräts, sowie über die Elektroden, ihre Funktionsweise und die aktuell programmierten Einstellungen.
Ändern sich der Krankheitsverlauf, die Medikation oder andere Faktoren, kann eine neue Einstellung des Geräts notwendig werden. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind die beste Voraussetzung dafür, die Programmierung rechtzeitig an Ihre geänderten Bedürfnisse anzupassen bzw. aufgetretene Probleme zu erkennen.

Die Kontrollen finden in kürzeren Abständen statt,
Unter bestimmten Bedingungen können die Abstände zwischen den Kontrollen in Ausnahmefällen auch bis zu 12 Monate betragen.
Außerplanmäßige Kontrollen finden statt:
Durch die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen sollen Komplikationen und Fehlfunktionen rechtzeitig erkannt und eine optimale Therapie ermöglicht werden. Dabei sind die klinische Untersuchung und die Testung des Gerätes gleichermaßen wichtig.
Die Kontrolluntersuchungen werden entweder in den Implantationskliniken durchgeführt oder in der Praxis eines Kardiologen oder Internisten, der eine entsprechende spezielle Ausbildung sowie Ausstattung der Praxis hat.
Der Arzt oder die Ärztin fragt Sie nach Ihrer Medikation, nach Synkopen, Atemnot, Schmerzen im Brustbereich und einigen weiteren Krankheitszeichen, außerdem nach Ihrer Belastungsfähigkeit.
Zur körperlichen Untersuchung bei der Nachsorge gehören die Inspektion der Schrittmachertasche und der Operationswunde, Puls- und Blutdruckmessung, das Abhören von Lunge und Herz und der Ausschluss von Ödemen (Wasseransammlungen) an den Füßen und Beinen als Zeichen einer Herzinsuffizienz.
Außerdem wird ein EKG geschrieben und der Herzschrittmacher mit verschiedenen Tests überprüft.
Viele Patienten, denen ein Herzschrittmacher eingesetzt wurde, erfahren eine gesteigerte Belastbarkeit und Lebensqualität. Dabei sollten Sie jedoch bestimmte Vorsichtsmaßnahmen beachten. Welche das sind, erfahren Sie unter Tipps: Leben mit Herzschrittmacher.
Sie sollten die regelmäßigen Kontrollen nutzen und einige Vorsichtsmaßnahmen beachten, wenn Ihnen ein Herzschrittmacher implantiert wurde.
Ihr Arzt wird Ihnen helfen, zu entscheiden, welcher Grad von Anstrengungen für Sie am besten ist. Er kann Ihnen Fragen über Änderungen Ihres Lebensstils, Autofahren, Reisen, sportliche Betätigung, Arbeit, Hobbys und die Wiederaufnahme von sexuellen Aktivitäten beantworten.
Das Aggregat verfügt über integrierte Funktionen, die es vor den Störungen, die von den meisten Elektrogeräten ausgehen, schützen. Die meisten Geräte, mit denen Sie täglich umgehen, bzw. mit denen Sie arbeiten, haben keinen Einfluss auf das Aggregat.
Das Aggregat reagiert jedoch empfindlich auf starke elektromagnetische Störungen und kann durch bestimmte Quellen elektrischer oder magnetischer Felder beeinflusst werden. Zu manchen Elektrogeräten wie Handys wird empfohlen, einen Mindestabstand einhalten, um die Funktion des Schrittmachers nicht zu gefährden. Einige medizinische und zahnmedizinische Verfahren dürfen mit einem Schrittmacher nicht durchgeführt werden, z. B. eine Magnetresonanz-Tomographie-Untersuchung.
Hier finden Sie ausführliche Informationen: Leben mit implantierbaren Therapiesystemen:
Ansonsten birgt ihr Schrittmacher, wenn Sie ihn regelmäßig kontrollieren lassen, keine Risiken. Er wird ihre Lebensqualität vermutlich deutlich verbessern. Doch denken Sie daran: Wartung und Pflege sind wichtig! Also verpassen Sie Ihre Kontrolltermine nicht!