Welche Maßnahmen sind nach dem Einsetzen eines Herzschrittmachers nötig?
Nach der Implantation eines Herzschrittmachers ist die regelmäßige Nachsorge mit Kontrolle des Therapiesystems und Untersuchung des Patienten notwendig, um eine optimale Therapie und die Sicherheit des Patienten zu gewährleisten. Das Gerät muss nicht nur zuverlässig funktionieren, sondern sollte auch möglichst wenig Energie verbrauchen, damit die Lebensdauer der Batterie verlängert und ein Aggregatwechsel möglichst lange hinausgezögert wird.
Kontrollmaßnahmen nach der Operation
Die Nachsorge beginnt mit der individuellen Programmierung des Geräts unmittelbar nach der Implantation. Sie werden meistens stationär in die Klinik aufgenommen. Ihr Herzrhythmus und Ihre Herzfrequenz werden überwacht. Nach der Implantation wird ein Röntgenbild angefertigt, um sicherzustellen, dass das Gerät und die Elektroden an der richtigen Stelle sitzen.
Vor Ihrer Entlassung aus der Klinik werden Sie in einem ausführlichen Gespräch über das korrekte Verhalten mit dem Gerät informiert. Außerdem erhalten Sie schriftliche Informationen zum Leben mit einem Herzschrittmacher und einen Schrittmacherausweis. In diesem Ausweis finden Sie:
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die Art Ihres Geräts, das Datum der Implantation und den Namen der Klinik, die den Schrittmacher implantiert hat;
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alle wesentlichen Ergebnisse der Kontrolluntersuchungen;
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einen Eintrag in den Ausweis oder einen Ausdruck des Programmiergerätes mit den wichtigsten Parametern und letzten Kontrollergebnissen.
Tragen Sie Ihren Ausweis und Ihre Medikamentenliste jederzeit mit sich, und informieren Sie andere Ärzte, Zahnärzte und Notfallpersonal immer darüber, dass Sie einen Herzschrittmacher tragen.
In einem Arztbrief an Ihren behandelnden Arzt werden die Gründe (Indikationen) für die Implantation und der Verlauf der Behandlung beschrieben. Der Bericht informiert außerdem genau über Hersteller und Art des Geräts, sowie über die Elektroden, ihre Funktionsweise und die aktuell programmierten Einstellungen.
Wann wird kontrolliert?
Ändern sich der Krankheitsverlauf, die Medikation oder andere Faktoren, kann eine neue Einstellung des Geräts notwendig werden. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind die beste Voraussetzung dafür, die Programmierung rechtzeitig an Ihre geänderten Bedürfnisse anzupassen bzw. aufgetretene Probleme zu erkennen.
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Unmittelbar nach der Implantation: Individuelle Programmierung
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Vor Entlassung: Messung aller Parameter, Überprüfung der Wundverhältnisse
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Etwa 3 Monate nach der Implantation: Kontrolle der Einstellungen mit Optimierung der Stimulationsparameter
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Danach alle 6 Monate planmäßige Kontrollen

Die Kontrollen finden in kürzeren Abständen statt,
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wenn der Austauschzeitpunkt bald erwartet wird;
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wenn die Messwerte instabil sind
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oder zur Anpassung von Spezialfunktionen an Ihre Bedürfnisse.
Unter bestimmten Bedingungen können die Abstände zwischen den Kontrollen in Ausnahmefällen auch bis zu 12 Monate betragen.
Außerplanmäßige Kontrollen finden statt:
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nach chirurgischen Eingriffen mit Elektrokauter (durch Strom erhitzte Drahtschlinge zur Blutungsstillung)
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nach Defibrillation
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nach nicht vermeidbaren Magnetresonanztomographie (Kernspin)-Untersuchungen
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nach Bestrahlungstherapien
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nach akuten kardialen Ereignissen
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nach neu aufgetretenen Herzrhythmusstörungen oder Synkopen (kurz andauernde Bewusstlosigkeit)
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bei jedem Verdacht auf eine Fehlfunktion des Schrittmachers.
Was und wie wird kontrolliert?
Durch die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen sollen Komplikationen und Fehlfunktionen rechtzeitig erkannt und eine optimale Therapie ermöglicht werden. Dabei sind die klinische Untersuchung und die Testung des Gerätes gleichermaßen wichtig.
Die Kontrolluntersuchungen werden entweder in den Implantationskliniken durchgeführt oder in der Praxis eines Kardiologen oder Internisten, der eine entsprechende spezielle Ausbildung sowie Ausstattung der Praxis hat.
Krankengeschichte (Anamnese)
Der Arzt oder die Ärztin fragt Sie nach Ihrer Medikation, nach Synkopen, Atemnot, Schmerzen im Brustbereich und einigen weiteren Krankheitszeichen, außerdem nach Ihrer Belastungsfähigkeit.
Körperliche Untersuchung
Zur körperlichen Untersuchung bei der Nachsorge gehören die Inspektion der Schrittmachertasche und der Operationswunde, Puls- und Blutdruckmessung, das Abhören von Lunge und Herz und der Ausschluss von Ödemen (Wasseransammlungen) an den Füßen und Beinen als Zeichen einer Herzinsuffizienz.
Weitere Untersuchungen
Außerdem wird ein EKG geschrieben und der Herzschrittmacher mit verschiedenen Tests überprüft.
Vorsichtsmaßnahmen im Alltag
Viele Patienten, denen ein Herzschrittmacher eingesetzt wurde, erfahren eine gesteigerte Belastbarkeit und Lebensqualität. Dabei sollten Sie jedoch bestimmte Vorsichtsmaßnahmen beachten. Welche das sind, erfahren Sie unter Tipps: Leben mit Herzschrittmacher.