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Fachbegriff des Monats

Herzklappenschädigungen

Auch Klappenfehler, die in der Regel erworben sind, können zu einer Herzinsuffizienz führen. Heute wird empfohlen, auch Klappendefekte geringeren Ausmaßes zu operieren. Damit kann der Entwicklung einer Herzinsuffizienz vorgebeugt werden.

Definition

Nur bei einem Prozent der Menschen bestehen von Geburt an Herzklappenfehler, die meisten Herzklappenfehler sind im Lauf des Lebens erworben. Bei den Herzklappenschädigungen unterscheidet man zwischen verengten Klappen (Klappenstenose) und solchen, bei denen sich die Herzklappe nicht richtig schließt (Klappeninsuffizienz).

Ursachen

Ursachen für erworbene Herzklappenschädigungen sind:

  • eine Entzündung der Herzklappe, z. B. durch eine Endokarditis, die später vernarbt und verkalkt (weitaus häufigste Ursache)
  • schwere Verkalkungen der Klappen im Alter (vor allem der Aortenklappe)
  • Klappenschädigungen als Folgeerscheinung eines Herzinfarktes
  • Infektionen des Herzmuskels

Endokarditis

Eine Entzündung der Herzinnenwand (Fachbegriff: Endokarditis) betrifft fast immer die Herzklappen. Die häufigste Ursachen solcher Entzündungen sind bakterielle Infektionen.

Definition

Bei der Endokarditis handelt es sich um eine Entzündung der Herzinnenwand, des so genannten Endokards. Bei uns werden sie meistens von Bakterien verursacht, sind aber inzwischen recht selten geworden. Im Laufe der Erkrankung finden sich Veränderungen an den Herzklappen, es kann aber auch das ganze Herz betroffen sein.

Risikofaktoren

Erleichternde Voraussetzung für das Entstehen einer Infektion ist einerseits eine vorbestehende Schädigung der Herzklappen, andererseits eine herabgesetzte körpereigene Immunreaktion Daher weisen folgende Personen ein erhöhtes Risiko auf, an einer bakteriellen Endokarditis zu erkranken:

  • Diabetiker
  • Patienten mit einer Lebererkrankung (Leberzirrhose oder Virushepatitis)
  • Alkoholiker
  • AIDS-Patienten
  • Patienten mit chronischer Niereninsuffizienz oder solche, die eine Dialyse erhalten
  • Patienten mit Tumorerkrankungen
  • Patienten mit Veränderungen der Herzklappen

Endokarditiden werden bei vorgeschädigten Herzklappen öfters nach zahnärztlichen Eingriffen (z. B. nach dem Ziehen eines Zahns) oder nach Eingriffen an der Prostata beobachtet, weil in deren Verlauf Bakterien über die Blutbahn in das Herz geschwemmt werden können.

Behandlung

Eine langfristige Behandlung mit Antibiotika, die zunächst mit Infusionen, später mit Tabletten durchgeführt wird, ist erforderlich. Bei schweren Fällen ist eine Operation unumgänglich, bei der veränderte Klappenbestandteile rekonstruiert werden oder die gesamte erkrankte Herzklappe gegen eine künstliche Herzklappe ausgetauscht wird.

So führt die bakterielle Endokarditis zur Herzinsuffizienz

Bei ungefähr der Hälfte der Patienten bildet sich als eine Komplikation eine dilatative Kardiomyopathie aus. Besonders bedroht sind Patienten mit einer Endokarditis der Aortenklappe und/oder Mitralklappe: nach Abheilung der Entzündung bleiben häufig Undichtigkeiten der Klappen bestehen, auch können sich durch Vernarbungen Klappenverengungen bilden. Um die Entwicklung einer Herzschwäche zu vermeiden sollten Klappenfehler nach einer Herzklappenentzündung regelmäßig mittels Ultraschall untersucht werden, um frühzeitig zu erkennen, wann eine Klappenoperation notwendig wird, um das Entstehen einer Herzinsuffizienz zu verhindern. Durch die verbesserten Möglichkeiten der Diagnostik und Operation sowie technische Verbesserungen der Herzklappen-Prothesen ist eine Herzinsuffizienz nach Klappenschädigung heute in Industrienationen nur noch selten.