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Fachbegriff des Monats

Kardiomyopathie

Kardiomyopathien sind Herzmuskelerkrankungen, die verschiedene Ursachen haben können. Häufig führt eine Kardiomyopathie zu den klinischen Symptomen einer Herzinsuffizienz. Auch Entzündungen des Herzmuskels, Myokarditis genannt, können bei schweren Verläufen zu einer Herzinsuffizienz führen.

Definition

Unter einer Kardiomyopathie (Fachbegriff für Herzmuskelerkrankung) versteht man eine Erkrankungen der Herzmuskulatur selbst, die nicht als Folge von anderen Erkrankungen entstanden ist. Diese Erkrankungen beruhen also weder auf einer mechanischen Überlastung (durch einen zu hohen Blutdruck) noch auf einer Mangeldurchblutung der Herzkranzgefäße (aufgrund einer koronaren Herzerkrankung). Die Kardiomyopathie wird auch als primäre oder idiopathische Herzmuskelerkrankung bezeichnet. Bei Kardiomyopathien findet man häufig Genveränderungen (sog. Mutationen) in den Bereichen der menschlichen Erbmasse, die für die Bestandteile der Herzmuskulatur verantwortlich sind. Diese "Gendefekte" erklären auch das familiär gehäufte Auftreten mancher Kardiomyopathien.

Je nach ihrem Erscheinungsbild unterteilt man diese Erkrankung in die:

  • Dilatative (oder kongestive) Kardiomyopathie: Bei dieser Form dehnen sich die Herzhöhlen auf und werden größer.
  • Hypertrophische Kardiomyopathie: Hier nimmt die Muskelmasse des Herzmuskels zu, das Herz vergrößert sich.

Risikofaktoren

Bei mehr als der Hälfte der Patienten mit einer hypertrophischen Kardiomyopathie findet sich eine erbliche Veranlagung (siehe oben).

Männer sind häufiger von einer dilatativen Kardiomyopathie betroffen als Frauen. Auch hier wird in bis zu 20 % der Fälle von einer erblichen Veranlagung für die Erkrankung ausgegangen.

Als weitere Ursache zahlreicher dilatativer Kardiomyopathien gilt eine fälschlicherweise gegen den eigenen Herzmuskel gerichtetete Immunreaktion der körpereigenen Abwehrzellen, die durch einen Virusinfekt ausgelöst wird.

Symptome

Erste Symptome der dilatativen Kardiomyopathie sind unspezifisch und bestehen meist in Atemnot bei Belastung, Herzklopfen, Herzdruck oder einem "merkwürdigen Gefühl" in der Herzgegend. Bei voll entwickeltem Krankheitsbild gleichen die Beschwerden der Herzinsuffizienz.

Die hypertrophische Kardiomyopathie verursacht zu Beginn kaum Symptome. Meist bemerken Patienten nur eine allgemeine Leistungsminderung, Atembeschwerden, Herzschmerzen und Symptome einer Herzinsuffizienz. Herzrhythmusstörungen, Schwindel oder kurze Bewußtseinsverluste während oder kurz nach Belastung können auftreten. Im schlimmsten Fall kann eine hypertrophische Kardiomyopathie zum plötzlichen Herztod führen, ohne dass vorher Symptome aufgetreten wären.

Wassereinlagerungen an den FüßenWassereinlagerungen an den Füßen

Behandlung

Die Behandlung der dilatativen Kardiomyopathie erfolgt wie bei der chronischen Herzinsuffizienz.An Allgemeinmaßnahmen sind eine salzarme Ernährung und der Verzicht auf Alkohol sinnvoll.

Bei der hypertrophischen Kardiomyopathie werden häufig Medikamente verordnet. In bestimmten Fällen ist eine Herzoperation notwendig.

Bei allen Kardiomyopathien sollen extreme körperliche Belastungen vermieden werden.

So führen Kardiomyopathien zur Herzinsuffizienz

Hypertrophische Kardiomyopathie: Durch die Vermehrung der Muskelmasse wird der Herzmuskel dicker, ohne an Kraft zu gewinnen. Die starren und verkleinerten Kammern können weniger Blut aufnehmen, die Auswurfleistung sinkt.

Dilatative Kardiomyopathie: Durch die Ausdehnung der Herzkammern kann zwar zunächst mehr Blut aufgenommen und befördert werden, doch die Dehnung führt langfristig zum Absterben von Herzmuskelzellen und zur fortschreitenden Vergrößerung der Kammern, wodurch die Klappen nicht mehr richtig funktionieren und weniger Blut ausgeworfen werden kann.