Herz und Kreislauf im Internet

Laboruntersuchungen

Mit Laboruntersuchungen wird überprüft, ob die verschiedenen Organsysteme richtig arbeiten. Außerdem kann im Blut nach Hinweisen für verschiedene Herzerkrankungen und ihre möglichen Ursachen und Risikofaktoren gesucht werden.

LaboruntersuchungenWas sind Laboruntersuchungen?

Im Labor können verschiedene Untersuchungen des Bluts und anderer Körperflüssigkeiten durchgeführt werden. Die Untersuchung von Blut im Labor gibt dem Arzt wichtige Informationen, u. a. über die Funktionstüchtigkeit verschiedener Organsysteme, über das Vorliegen von Herzerkrankungen und deren eventuelle Ursachen und Risikofaktoren.

Einsatzgebiete

Laboruntersuchungen gehören meist zur Basisdiagnostik, wenn der Verdacht auf eine Herz- oder Kreislauf-Erkrankung vorliegt, z. B. bei

Wie werden Laboruntersuchungen durchgeführt?

Der Arzt nimmt Blut ab und lässt im Labor bestimmte Werte im Vollblut, Plasma oder Serum bestimmen. Häufig reicht eine Menge von etwa 2 ml Blut.

Um beurteilen zu können, ob bei Ihnen eine Erkrankung vorliegt, genügt die Kenntnis von Laborwerten alleine oft nicht.

Häufig wird Ihr Arzt Sie darüber hinaus nach Ihren Beschwerden und Beobachtungen fragen und Sie meist zusätzlich körperlich oder mit anderen Verfahren untersuchen.

 

Was sind die Ergebnisse bei der Laboruntersuchung?

Wir haben für Sie die wichtigsten Laboruntersuchungen und ihre Bedeutung zusammengestellt:

  • Blutbild, Nieren- und Leberwerte, Mineralstoffe
  • Stoffwechsel: Blutfette, Blutzucker
  • Spezielle Untersuchungen bei Herzerkrankungen

In Klammern finden Sie gebräuchliche Abkürzungen für die Laborwerte.

Blutbild, Nieren- und Leberwerte, Mineralstoffe
 

Untersuchungsverfahren

Bedeutung der Werte

Blutbild (BB)

 

Rote Blutkörperchen (Erythrozyten, Ery)

Verminderte Erythrozytenzahlen können bei einer Blutarmut (Anämie) auftreten und können auch auf deren Ursachen hinweisen.

Weiße Blutkörperchen (Leukozyten, Leuko)

Erhöhte Leukozytenzahlen können auf eine Entzündung hinweisen.

Thrombozyten (Blutplättchen für die Gerinnung, Thrombo)

Verminderte Thrombozytenzahlen können auf Blutgerinnungsstörungen hinweisen.

Erhöhte Thrombozytenzahlen können z. B. in der Abheilungsphase schwerer Entzündungen vorkommen.

Nierenfunktion

 

Harnstoff (Hst)

Harnstoff ist das Hauptabbauprodukt des Eiweißstoffwechsels, und wird über die Niere ausgeschieden. Erhöhte Werte können auf eine Nierenfunktionsstörung hindeuten.

Kreatinin (im Blut, Krea)

 Kreatinin ist ein Abbauprodukt des Muskelstoffwechsels und wird über die Niere ausgeschieden. Erhöhte Werte können sich bei beeinträchtigter Nierenfunktion (z. B. durch Bluthochdruck) finden.

Leberwerte

 

Gamma-GT (g-GT, γ-GT)

Schon bei leichten Leberschäden können die Werte erhöht sein. Hohe Werte können auf Abflussstörungen der Gallenwege (z. B. Steine) und Alkoholmissbrauch hindeuten.

Glutamat-Pyruvat-Transaminase (GPT) oder Alanin-Aminotransferase (ALAT, ALT)

Erhöhte Werte können auf einen schweren Leberzellschaden hindeuten.

Glutamat-Oxalacetat-Transaminase (GOT) oder Aspartat-Aminotransferase (ASAT, AST)

Ein Anstieg kann auf schwere Leberzellschäden hindeuten. Da GOT aber auch im Herzmuskel vorkommt, können erhöhte Werte auch auf einen Herzinfarkt hinweisen.

Alkalische Phosphatase (AP)

Erhöhte Werte können auf eine Störung des Galleflusses hinweisen. Aber auch Knochenveränderungen können eine Erhöhung bewirken.

Gesamt-Bilirubin (Gesamt-Bili)

Bilirubin ist ein Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin. Erhöhte Werte können auf Störungen der Blutbildung, eine Leberschädigung oder eine Störung des Gallenabflusses aus der Leber hindeuten.

Mineralstoffe

 

Kalium (K)

Kaliumüberschuss und Kaliummangel können zu Herzrhythmusstörungen führen. Eine Überwachung des Kaliumwerts bei einer Behandlung mit bestimmten entwässernden Mitteln (Diuretika) ist zu empfehlen.

Natrium (Na)

Erhöhte Werte können auf eine Wasseransammlung im Körper hinweisen. Überwachung einer Behandlung mit entwässernden Mitteln (Diuretika).

 

Stoffwechsel: Blutfette (Cholesterin, Triglyzeride), Blutzucker
 

Untersuchungsverfahren

Bedeutung der Werte

Blutfettwerte

 

Cholesterin (Gesamtcholesterin, Chol)

Erhöhte Werte gehen mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung einer Arteriosklerose einher, die zu koronarer Herzkrankheit, Herzinfarkt und Schlaganfall führen kann.

Wichtig ist das Verhältnis von HDL-Cholesterin (das „gute“ Cholesterin) zu LDL-Cholesterin (das „schlechte“ Cholesterin).

HDL-Cholesterin (HDL-Chol)

 HDL-Cholesterin (das „gute“ Cholesterin) wirkt schützend für Herz und Blutgefäße. Erniedrigte Werte können ein erhöhtes Risiko für eine Arteriosklerose bedeuten, die zu koronarer Herzkrankheit, Herzinfarkt und Schlaganfall führen kann.

LDL-Cholesterin (LDL-Chol)

Erhöhte Werte des „schlechten“ LDL-Cholesterins und ein ungünstiges Verhältnis von LDL- zu HDL-Cholesterin können ein erhöhtes Risiko für eine Arteriosklerose bedeuten, die zu koronarer Herzkrankheit, Herzinfarkt und Schlaganfall führen kann.

Triglyzeride (Trig)

Erhöhte Werte können ein Risiko für die Entwicklung einer Arteriosklerose bedeuten, die zu koronarer Herzkrankheit, Herzinfarkt und Schlaganfall führen kann.

Blutzucker

 

Glukose im Serum (Blutzucker, BZ)

Erhöhte Blutzuckerwerte können auf eine Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) hindeuten.

Weitere Informationen liefert ein Belastungstest. Der Patient muss eine Zuckerlösung trinken und in bestimmten Zeitabständen werden seine Blutzuckerwerte gemessen.

Ein Diabetes mellitus kann ein erhöhtes Risiko für eine Arteriosklerose bedeuten, die zu koronarer Herzkrankheit, Herzinfarkt und Schlaganfall führen kann.

 

Spezielle Untersuchungen bei Herzerkrankungen
 

Untersuchungsverfahren

Bedeutung der Werte

BNP: brain natriuretic peptide und NT-pro BNP

BNP wird bei Herzschwäche (Herzinsuffizienz) in der überlasteten Herzkammer gebildet.

Die Werte sind wichtige Hinweise, wenn es um den Ausschluss, die Feststellung oder die Überwachung der Behandlung einer Herzinsuffizienz geht.

Bei Atemnot dienen diese Werte zur Unterscheidung einer Herz- von einer Lungenerkrankung.

Der Schweregrad der Herzinsuffizienz und der Krankheitsverlauf können anhand der Werte beurteilt werden.

Troponin-T/-I

Sterben bei einem Herzinfarkt die Herzmuskelzellen ab, werden bestimmte Eiweiße freigesetzt und können im Blut gemessen werden. Erhöhte Werte des kardialen Troponin-T und -I können auf einen frischen Herzinfarkt oder eine Schädigung des Herzmuskels durch andere Erkrankungen hinweisen.

Die Werte steigen schon wenige Stunden nach einem Herzinfarkt im Blut an. Deshalb sind sie derzeit die besten Marker zur Erkennung eines Herzinfarkts.

Myoglobin

Erhöhte Werte des Muskeleiweißes Myoglobin können auf einen Herzinfarkt hinweisen, aber auch auf einen Nierenschaden. Kontrollen dienen auch der Verlaufs- bzw. Behandlungskontrolle bei Herzinfarkt.

Kreatininkinase (CK, CPK)

Erhöhte Werte dieses so genannten Herzmuskelenzyms können auf eine koronare Herzkrankheit, evtl. auch einen Herzinfarkt hinweisen oder auf eine Herzmuskel- oder Herzbeutelentzündung.

 

Darüber hinaus können in bestimmten Fällen weitere Laboruntersuchungen sinnvoll sein, z. B. eine Untersuchung auf Viren oder Bakterien, wenn es Hinweise darauf gibt, dass eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) vorliegt.