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Medikamente-freisetzende Stents

Um zu verhindern, dass sich ein Herzkranzgefäß nach einer Ballondilatation wieder verschließt, wird zusätzlich eine Gefäßstütze (Stent) in das Herzkranzgefäß eingesetzt. Eine Weiterentwicklung ist der Medikamente-freisetzende Stent.

Was ist ein Medikamente-freisetzender Stent?

Ein verengtes oder verschlossenes Herzkranzgefäß kann mit einem Ballonkatheter wieder aufgedehnt werden (Ballondilatation). In ca. 20-30% der Fälle verengen sich die Gefäße nach einer Ballondilatation jedoch wieder, häufig innerhalb der ersten 3 bis 6 Monate.

Um eine erneute Verengung zu verhindern, wird zusätzlich ein so genannter Stent in das betroffene Herzkranzgefäß eingesetzt. Ein Stent ist eine Gefäßstütze aus einem Metallgeflecht, die das Blutgefäß dauerhaft offen hält. Weiterentwickelte, mit Medikamenten beschichtete Stents setzen zusätzlich Substanzen frei, die verhindern können, dass das Blutgefäß sich erneut verengt.

Längsschnitt durch ein Blutgefäß mit implantiertem Stent

Wie funktioniert ein Medikamente-freisetzender Stent?

Ein Gefäßverschluss in einem Stent entsteht durch das Einwachsen von Gewebe aus der Gefäßwand. Um dies zu verhindern, hat man Stents mit einer speziellen Oberfläche entwickelt, aus der Medikamente freigesetzt werden, die so genannten Drug-eluting Stents, kurz DES.

Die Oberfläche der Medikamente-freisetzenden Stents sind mit Substanzen beschichtet, die das Einwachsen der Gefäßwand verhindern sollen. Hierfür benutzt man Stoffe (Sirolimus, Everolimus, Paclitaxel), die Zellen am Wachstum hindern. Durch den Einsatz Medikamenten-freisetzender Stents sinkt die Rate von Wiederverschlüssen deutlich ab.

Hinweise, dass sich vermehrt Blutgerinnsel durch die beschichteten Stents bilden, ließen sich vor allem für die neueren Stents nicht belegen.

Einsatzgebiete

Ein Medikamente-freisetzender Stent wird bei Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße eingesetzt, z. B. nach der Aufweitung und Öffnung verengter und verschlossener Herzkranzgefäße bei

Der Stent hält die Gefäße offen und beugt erneuten Gefäßverengungen vor. Außerdem können mit einem Stent Verletzungen der Gefäßinnenhaut (Dissektionen), die z. B. bei einer Ballondilation entstanden sind, versorgt werden.

Informieren Sie sich hier über die verschiedenen Stent-Arten und die verwendeten Materialien.

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Wie wird ein Medikamente-freisetzender Stent eingesetzt?

Ein Medikamente-freisetzender Stent wird wie ein normaler Stent im Rahmen einer Herzkatheter-Untersuchung in das betroffene Herzkranzgefäß eingesetzt.

 

 

Ausführliche Informationen zum Ablauf einer Stentimplantation finden Sie unter Stent.

 

Welche Maßnahmen sind nach dem Einsetzen eines Stents nötig?

Nachsorgeuntersuchungen

Nach dem Einsetzen eines Stents sind wie nach einer Ballondilatation regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Kardiologen nötig, um festzustellen ob das geweitete Herzkranzgefäß dauerhaft offen bleibt. Deshalb wird in diesem Zeitraum in regelmäßigen Abständen ein Belastungs-EKG durchgeführt.

Einnahme von plättchenhemmenden Medikamenten

Patienten mit einem Stent müssen dauerhaft Medikamente einnehmen, die die Blutplättchen hemmen. Die plättchenhemmenden Medikamente verhindern, dass sich im Bereich des Stents Bluttplättchen anlagern, die den Stent verstopfen können.

Ärzte empfehlen, dass Patienten mit beschichteten oder Medikamente-freisetzenden Stents dauerhaft das plättchenhemmende Medikament Acetylsalicylsäure (ASS) einnehmen. Zusätzlich erhalten sie das plättchenhemmende Medikament Clopidogrel für mindestens 12 Monate nach dem Einsetzen eines Stents.