Ihr Ratgeber für Herz, Kreislauf und Blutgefäße

Medikamente

Es gibt wirksame Medikamente zur Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Häufig ist eine Wirkstoffkombination nötig, um Beschwerden zu lindern sowie ein Fortschreiten der Krankheit und Komplikationen zu verhindern.

Welche Medikamente werden bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt?

•    Medikamente mit Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System
•    Blutgerinnung- und plättchenhemmende Medikamente
•    Tipps zur Einnahme und zum Umgang mit Nebenwirkungen

Medikamente

Einsatzgebiete

Die meisten Medikamente werden bei verschiedenen Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt. Der Arzt muss Nutzen und Risiko der verschiedenen Medikamente individuell abwägen, z. B. bei

 

Welche Medikamente wirken auf das Herz-Kreislauf-System?

Wir haben für Sie im Folgenden eine Übersicht verschiedener Medikamente zusammengestellt, die bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen u. a. eingesetzt werden:


ACE-Hemmer

ACE-Hemmer sind gefäßerweiternde Medikamente. Die Abkürzung ACE steht für ein körpereigenes Enzym, das Angiotensin-Converting-Enzym, das für die Umwandlung von Angiotensin-I in Angiotensin-II verantwortlich ist. Angiotensin-II ist ein körpereigener Wirkstoff, der die Blutgefäße verengt und eine der stärksten Blutdruck steigernden Substanzen im Körper.

Durch die ACE-Hemmer verringert sich die Anspannung der Gefäßmuskulatur. So nimmt der Druck in den Blutgefäßen ab, d. h. der Blutdruck sinkt. Weil weniger Angiotensin-II zur Verfügung steht, wird auch weniger Aldosteron aus der Nebennierenrinde freigesetzt, was den Wasserhaushalt beeinflusst und zur Ausscheidung von Flüssigkeit führt. Das Herz wird entlastet und schlägt kräftiger. Bei Wasseransammlungen in der Lunge bessert sich die Luftnot.

ACE-Hemmer werden u. a. eingesetzt bei Bluthochdruck, Herzinsuffizienz und nach einem Herzinfarkt. ACE-Hemmer sind günstig bei der Behandlung von Nierenerkrankungen durch Bluthochdruck oder Diabetes, denn sie verbessern die Nierendurchblutung und die Ausscheidung harnpflichtiger Stoffe.

Mögliche Nebenwirkungen

Eine relativ häufige Nebenwirkung ist ein Reizhusten. Er tritt etwa bei 10 Prozent der Patienten auf, die ACE-Hemmer einnehmen. Nach längerer Zeit (etwa 3 Monaten) kann der Husten von selbst verschwinden. Ist dies nicht der Fall oder können Sie den Husten nicht so lange ertragen, kann Ihr Arzt Ihnen evtl. ein anderes Medikament verschreiben, z. B. einen Angiotensinrezeptor-Blocker.

Außerdem kann bei Einnahme eines ACE-Hemmers u. a. der Blutdruck abrupt abfallen. Deshalb verordnet der Arzt anfangs meist eine niedrige Dosis und steigert sie allmählich.

Es kann außerdem u. a. zu Magen-Darm-Störungen, Kopfschmerzen und Schwindel kommen. Ein erhöhter Kaliumspiegel im Blut mit der Gefahr von Herzrhythmusstörungen ist eine weitere Nebenwirkung.

Obwohl ACE-Hemmer sich bei Nierenerkrankungen oft günstig auswirken, können sie doch in seltenen Fällen zur Verschlechterung der Nierenfunktion führen.

Das sollten Sie beachten

Bevor Sie ACE-Hemmer erhalten, überprüft Ihr Arzt in einem Labortest Ihre Nierenfunktion. Beginnen Sie mit der Medikamenteneinnahme am Abend. Wenn Sie sich hinlegen, spüren Sie einen möglichen Blutdruckabfall weniger.

Wenn es Probleme gibt oder Sie Fragen haben: Besprechen Sie dies bitte immer mit Ihrem Arzt!

Kontrollen

Wichtig sind die regelmäßige Kontrolle Ihres Blutdrucks und der Mineralstoffe im Blut sowie die Überprüfung der Nierenfunktion.

Beispiele

Captopril, Enalapril

 

Aldosteron-Antagonisten

Aldosteron-Antagonisten sind harntreibende Substanzen und gehören zur Gruppe der Diuretika. Aldosteron-Antagonisten können z. B. eingesetzt werden bei Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Sie werden in der Regel mit anderen Medikamenten kombiniert und können die Lebenserwartung bei Herzinsuffizienz verbessern.

Aldosteron ist ein natürliches Hormon aus der Nebennierenrinde. Es wirkt auf die Niere und reguliert den Mineralstoff- und Wasserhaushalt im Körper. Es wird auch als „Dursthormon“ bezeichnet, weil es bei Flüssigkeitsmangel ausgeschieden wird. Aldosteron sorgt dafür, dass Wasser und Natrium im Körper zurückgehalten wird. Kalium wird dagegen vermehrt ausgeschieden. Bei einer Herzinsuffizienz kommt es zu einem Überschuss an Aldosteron als Folge einer Anpassungsreaktion des Körpers.

Aldosteron-Antagonisten binden an den Aldosteron-Rezeptor und verhindern dadurch die Bindung von Aldosteron an seinen Rezeptor. So kann Aldosteron seine Wirkung - nämlich Wasser zurück zu halten - nicht entfalten. Wasser und damit Ödeme werden vermehrt ausgeschieden. Der Körper reagiert auf diese Hemmung mit einer gesteigerten Produktion von Aldosteron, was zum Teil die Nebenwirkungen erklärt.

Mögliche Nebenwirkungen

Es kann u. a. zu Magen-Darm-Störungen kommen. Die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen kann beeinträchtigt werden. Im Extremfall ist auch eine Austrocknung möglich, Blutgerinnsel können sich bilden. Eine weitere mögliche Nebenwirkung ist eine Vergrößerung der Brust bei Männern, verbunden mit einem unangenehmen Spannungsgefühl. Falls dies auftritt, kann der Arzt eine gleichartig wirkende Substanz verordnen, bei der diese Nebenwirkung viel seltener auftritt. Ein erhöhter Kaliumspiegel im Blut mit der Gefahr von Herzrhythmusstörungen ist eine weitere Nebenwirkung.

Das sollten Sie wissen

Diuretika werden häufig kombiniert, um die Dosis der einzelnen Substanzen und damit deren Nebenwirkungen zu reduzieren. Sie sollten die Diuretika nicht absetzen, sobald eine Besserung eintritt.

Wenn es Probleme gibt oder Sie Fragen haben: Wenden Sie sich bitte immer an Ihren Arzt!

Kontrollen

Die Nierenwerte und Mineralstoffe im Blut, insbesondere Kalium, sollten regelmäßig durch Laboruntersuchungen kontrolliert werden.

Beispiele

Spironolacton, Eplerenon

 

Angiotensinrezeptor-Blocker

Angiotensinrezeptor-Blocker werden auch AT1-Rezeptorantagonisten, Angiontensin-II-Antagonisten oder Sartane genannt. Sie können z. B. eingesetzt werden bei Bluthochdruck, Herzschwäche (Herzinsuffizienz) und nach einem Herzinfarkt. Sie sind eine Alternative für Herzinsuffizienz-Patienten, die ACE-Hemmer nicht vertragen, denn sie wirken ähnlich wie diese.

So wirken Angiotensinrezeptor-Blocker

Angiotensin-II ist ein körpereigener Wirkstoff, der die Blutgefäße verengt. Angiotensinrezeptor-Blocker unterdrücken die Wirkung von Angiotensin-II am Angiotensin 1 (AT1)-Rezeptor an Herz, Blutgefäßen und Nieren. Dadurch kann Angiotensin-II seine Wirkung dort nicht entfalten. Die Salz- und Wasserausscheidung der Niere wird verbessert, der Widerstand in den Blutgefäßen nimmt ab. Dadurch sinkt der Blutdruck und das Herz wird entlastet.

Durch die Wirkung der Angiotensinrezeptor-Blocker werden außerdem die Blutgefäße geschützt. Es ist nachgewiesen, dass Angiotensinrezeptor-Blocker bei Patienten mit chronischer Herzschwäche die Lebenserwartung bessern.

Mögliche Nebenwirkungen

Bei der Einnahme eines Angiotensinrezeptor-Blockers kann sich u. a. die Nieren- und Leberfunktion verschlechtern. Es kann zu Kopfschmerzen und Müdigkeit kommen. Übelkeit und Durchfall sind ebenfalls mögliche Nebenwirkungen.

Das sollten Sie wissen

Die Behandlung beginnt meist mit einer sehr niedrigen Dosis, die über mehrere Wochen langsam gesteigert wird, um einen plötzlichen Blutdruckabfall zu vermeiden. Falls Sie zu Beginn der Behandlung ein Schwächegefühl spüren, denken Sie daran: Allmählich wird Ihre körperliche Belastbarkeit den ursprünglichen Stand deutlich überschreiten.

Wenn Sie mit der Behandlung am Abend beginnen, wird Ihnen eine mögliche Blutdrucksenkung weniger unangenehm sein.
Wenn es Probleme gibt oder Sie Fragen haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt!

Kontrollen

Wichtig sind regelmäßige Kontrollen des Blutdrucks, der Leber- und Nierenfunktion und der Mineralstoffe im Blut.

Beispiele

Valsartan, Candesartan, Losartan, Telmisartan, Eprosartan, Irbesartan

 

Beta-Blocker

Beta-Blocker werden auch Beta-Adrenorezeptorenblocker genannt. Sie können u. a. eingesetzt werden

Häufig werden Beta-Blocker mit anderen Medikamenten kombiniert, z. B. mit ACE-Hemmern und gegebenenfalls mit harntreibenden Medikamenten (Diuretika)

So wirken Beta-Blocker

Bei einer Aktivierung eines bestimmten Teils des vegetativen Nervensystems, dem so genannten Sympathikus  - beispielsweise bei Stress - sorgen Hormone wie Adrenalin und Noradrenalin dafür, dass der Körper auf Kampf oder Flucht vorbereitet wird: Das Herz schlägt schneller, der Blutdruck steigt.

Beta-Blocker dämpfen die Aktivierung des Sympathikus. Sie blockieren die so genannten ß-Rezeptoren und hemmen so die Wirkung einiger Stresshormone, besonders von Noradrenalin und Adrenalin: Pulsfrequenz und Blutdruck sinken, ebenso die Schlagkraft und Erregbarkeit des Herzens.

Der Herzmuskel arbeitet effektiver, die Pumpfunktion bessert sich, der Sauerstoffbedarf des Herzens sinkt und das Herz kann sich erholen. Beta-Blocker sorgen auch dafür, dass der Herzmuskel sich nicht weiter vergrößert.

Beta-Blocker können die Prognose bei Herzinsuffizienz, bei koronarer Herzkrankheit und nach einem Herzinfarkt sowie bei Bluthochdruck verbessern.

Selektive Beta-Blocker

Im Körper gibt es verschiedene Rezeptoren für Adrenalin: Die so genannten ß1-Adrenorezeptoren wirken vor allem auf die Herzleistung. Andere, wie die ß2-Adrenorezeptoren, wirken beispielsweise auf die Bronchialmuskulatur.

Unselektive Beta-Blocker wirken auf beide Rezeptoren. Selektive Beta-Blocker wirken nur auf den ß1-Rezeptor und damit v. a. auf das Herz. Besonders hilfreich sind auch Beta-Blocker, die zusätzlich die Blutgefäße erweitern.

Mögliche Nebenwirkungen

Es kann anfangs zu einer vorübergehenden Verschlechterung Ihrer Beschwerden kommen, u. a. mit Müdigkeit, Leistungsminderung und Blutdruckabfall. Gelegentlich treten z. B. Schwindel, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden und Potenzstörungen auf. Seltene Nebenwirkungen sind u. a. ein zu langsamer Herzschlag und depressive Verstimmungen. Bei Asthma-Patienten können auch Asthma-Beschwerden auftreten.

Das sollten Sie wissen

Der Arzt beginnt die Behandlung meist mit einer sehr niedrigen Dosis, die allmählich bis zu einer ausreichend hohen Dosis gesteigert wird.

Wenn es Probleme gibt oder Sie Fragen haben: Wenden Sie sich bitte immer an Ihren Arzt!

Kontrollen

Es ist wichtig, dass Beschwerden und die Symptome einer Herzschwäche (Gewichtszunahme, Flüssigkeitsansammlungen in den Beinen usw.), der Blutdruck und Puls überwacht werden.

Beispiele

ß1-selektive Beta-Blocker sind z. B. Bisoprolol und Metoprolol.

 

Digitalis: Herzglykoside

Digitalis ist eines der ältesten Herzmittel überhaupt. Gewonnen wurde es früher aus dem Fingerhut. Glykoside sind Substanzen, die mit Zuckermolekülen (Zucker=Glukose) verbunden sind.

Digitalisglykoside können z. B. eingesetzt werden bei Herzschwäche (Herzinsuffizienz) und bei bestimmten Herzrhythmusstörungen, bei denen das Herz zu schnell schlägt (Tachykardien) wie Vorhofflimmern.

So wirken Herzglykoside

Herzglykoside binden an ein Membranprotein in den Herzmuskelzellen, dessen Funktion dadurch beeinträchtigt wird: In der Folge steigt die Menge von Natrium in der Zelle, Kalzium verbleibt in der Zelle.

Digitalis steigert so die Kontraktionskraft des Herzens, also die Leistung des Herzmuskels. Nun wird mit jedem Schlag mehr Blut ausgeworfen. Die Erregungsleitung wird verlangsamt, dadurch sinkt die Herzschlagfrequenz.

Die Wirkung der Herzglykoside hängt stark von der eingesetzten Dosis ab. Bei einer Überdosierung kann es zu Herzrhythmusstörungen kommen. Auch Störungen des Mineralstoffhaushalts können die Wirkung von Herzglykosiden verändern.

Mögliche Nebenwirkungen

Digitalisglykoside können zu Störungen des Herzrhythmus führen. Vor allem bei Überdosierung kann es auch zu Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Psychosen, Störungen des Farbsehens und allgemeinen Sehstörungen kommen.

Das sollten Sie wissen

Es ist besonders wichtig, dass Sie die vorgeschriebene Dosierung genau einhalten. Sonst kann es im schlimmsten Fall zu einer Vergiftung mit den genannten Symptomen kommen. Falls Sie einmal eine Tablette vergessen, nehmen Sie bei der nächsten Einnahme nicht die doppelte Dosis ein!

Wenn es Probleme gibt oder Sie Fragen haben: Wenden Sie sich bitte immer an Ihren Arzt!

Kontrollen

Regelmäßig sollte der Medikamentenspiegel, also die Menge des Medikaments im Blut, bestimmt werden, um die optimale individuelle Dosis zu finden und Überdosierungen zu vermeiden.

Beispiele

Digoxin, Digitoxin

 

Diuretika

Diuretika können z. B. eingesetzt werden bei Bluthochdruck und Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Häufig werden Diuretika mit anderen Medikamenten kombiniert, z. B. mit ACE-Hemmern und mit Beta-Blockern.

So wirken Diuretika

Diuretika helfen den Nieren, mehr Wasser und Salz im Urin auszuscheiden. Sie wirken also harntreibend („Wassertabletten“).

Viele Menschen mit einer Herzschwäche leiden an Flüssigkeitsansammlungen in den Füßen, an den Knöcheln und Unterschenkeln. Auch „Wasser in der Lunge“, das zu Kurzatmigkeit führen kann, tritt häufig auf. Unter der Behandlung mit Diuretika gehen Flüssigkeitsansammlungen in Beinen und Füßen, aber auch in der Lunge, zurück, das Gewicht nimmt ab. Die Patienten bekommen wieder leichter Luft und können sich besser belasten. Zur Entlastung eines geschwächten Herzmuskels kann die Einnahme von Diuretika auch sinnvoll sein, wenn Sie keine Ödeme bemerken.

Durch die verstärkte Ausscheidung von Flüssigkeit und Salz unter der Behandlung wird das Flüssigkeitsvolumen in den Blutgefäßen verringert. Der Gefäßwiderstand nimmt ab und der Blutdruck sinkt.

Es gibt verschiedene Arten von Diuretika, die sich in ihrer Wirksamkeit und ihrem Einfluss auf den Mineralstoffhaushalt unterscheiden. Dazu gehören die Schleifendiuretika, Aldosteron-Antagonisten, Kalium sparende Diuretika und Thiazide. Manche Diuretika können miteinander kombiniert werden, um die Wasserausscheidung zu verbessern und gleichzeitig auch die Nebenwirkungen zu vermindern.

Mögliche Nebenwirkungen

Diuretika können dazu führen, dass die Menge an Mineralien im Blut sich verändert - wie Kalium, Natrium oder Magnesium. Als Folge können u. a. Herzrhythmusstörungen auftreten, z. B. bei zu niedrigen Kaliumwerten. In diesem Fall kann der Arzt die Behandlung auf ein anderes Medikament umstellen oder Kalium in Tablettenform zuführen. Es gibt Diuretika, die nicht zu einer vermehrten Kaliumausscheidung führen. Man spricht hier von Kalium sparenden Diuretika.

Weitere mögliche Nebenwirkungen sind u. a. Durst und nächtliche Wadenkrämpfe. Im Extremfall - bei einem großen Wasserverlust - kann es zu einer Austrocknung kommen. Auch Blutgerinnsel (Thrombosen) können entstehen.

Das sollten Sie wissen

Diuretika werden meist nur in niedriger Dosierung verordnet. Ein vermehrter Harndrang ist erwünscht und zeigt, dass die Medikamente wirken. Häufig wird eine Einnahme am Morgen empfohlen, um die Nachtruhe nicht durch den gesteigerten Harndrang zu stören.

Wenn sich das Körpergewicht ändert (d. h. durch Wassereinlagerung zunimmt oder durch Wasserausscheidung abnimmt), kann in Absprache mit Ihrem Arzt die Menge der Diuretika angepasst werden. Dies gilt auch, wenn Sie zunehmende Kurzatmigkeit oder Schwellungen in den Beinen bemerken. Bisweilen ist dann eine Dosissteigerung der Diuretika hilfreich.

Wichtig ist, dass Sie mit dem Arzt darüber sprechen, wenn Sie weiterhin unverändert unter Beschwerden leiden.

Wenn es Probleme gibt oder Sie Fragen haben: Wenden Sie sich bitte immer an Ihren Arzt!

Kontrollen

Bei der Einnahme von Diuretika müssen bestimmte Mineralstoffe im Blut regelmäßig kontrolliert werden. Außerdem ist eine regelmäßige Gewichtskontrolle besonders wichtig, um eine „Überwässerung“ rechtzeitig zu erkennen, die Zeichen einer zunehmenden Herzschwäche ist.

Da zu Beginn der Behandlung das Risiko für eine Thrombose hoch ist, werden anfangs vorbeugend Thrombosespritzen gegeben.

Beispiele
  • Schleifendiuretika: Furosemid, Torasemid
  • Kalium sparende Diuretika: Amilorid, Triamteren,
  • Aldosteron-Antagonisten: Spironolacton, Eplerenon
  • Thiazide: Hydrochlorothiazid

 

Welche Medikamente werden zur Hemmung der Blutgerinnung oder der Zusammenballung von Blutplättchen eingesetzt?

Bei bestimmten Herzerkrankungen müssen Sie Medikamente nehmen, mit denen die Fähigkeit zur Blutgerinnung oder zur Zusammenballung der Blutplättchen (Thrombozyten) herabgesetzt wird, z. B.

Damit soll verhindert werden, dass sich Blutgerinnsel (so genannte Thromben) bilden, die die Blutgefäße verstopfen können und zu einer Minderdurchblutung von Organen führen.

Wir haben für Sie im Folgenden eine Übersicht verschiedener Medikamente zusammengestellt, die zur Hemmung der Blutgerinnung oder der Blutplättchen u. a. eingesetzt werden:

 

Acetylsalicylsäure

Acetylsalicylsäure (ASS) ist ein so genannter Thrombozytenaggregationshemmer. ASS wird zur Hemmung der Blutplättchen (Thrombozyten) eingesetzt, um die Bildung von Blutgerinnseln in den Gefäßen zu verhindern.

So wirkt Acetylsalicylsäure

ASS hemmt bestimmte Enzyme, die dafür sorgen, dass die Blutplättchen sich zusammenlagern. Eine ausreichende Funktion der Blutstillung bei geringfügigen Verletzungen ist unter der Einnahme von ASS jedoch vorhanden.

Mögliche Nebenwirkungen

Es kann zu Sodbrennen und Erbrechen kommen. Bei regelmäßiger Einnahme sind Schleimhautreizungen, Blutungen im Magen-Darm-Trakt und Magengeschwüre möglich. Bei Asthmatikern kann Acetylsalicylsäure Anfälle verursachen.

Das sollten Sie beachten

ASS kann die Wirkung zahlreicher anderer Medikamente verstärken oder abschwächen. Beispielsweise erhöht die gleichzeitige Einnahme von Kortison die Gefahr von Magen-Darm-Blutungen. Informieren Sie deshalb Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie noch andere Medikamente einnehmen.

Die gerinnungshemmende Wirkung hält bis zu ca. 7 Tage nach der letzten Einnahme von ASS an. Man muss warten, bis neue, funktionsfähige Blutplättchen im Körper gebildet werden. Steht eine Operation an, muss sorgfältig abgewägt werden, ob das Medikament weiter genommen werden soll.

Wenn ein operativer Eingriff geplant ist oder Ihnen ein Zahn gezogen werden soll oder wenn Sie andere Probleme oder Fragen haben: Wenden Sie sich bitte immer an Ihren Arzt!

 

Cumarine

So wirken Cumarine

Cumarine sind so genannte Antikoagulanzien. Sie hemmen die Blutgerinnung, indem sie Vitamin K blockieren und so die Bildung von Gerinnungsfaktoren in der Leber hemmen. Ihre volle Wirkung entfalten sie erst nach 3-6 Tagen.

Mögliche Nebenwirkungen

Während der Behandlung besteht eine erhöhte Blutungsneigung. Dies äußert sich in einer vermehrten Neigung zu blauen Flecken, zu Zahnfleischbluten, Blutungen im Magen-Darm-Trakt, in den Harnwegen oder durch die Haut, außerdem zu Schlaganfällen durch Hirnblutung. In seltenen Fällen kann es auch zu einer Leberentzündung kommen.

Das sollten Sie beachten

Die volle gerinnungshemmende Wirkung setzt verzögert ein. Cumarine müssen zuverlässig eingenommen werden, die Kontrollen müssen unbedingt eingehalten werden.

Eine streng Vitamin-K-arme Ernährung ist nicht nötig. Sie sollten sich abwechslungsreich ernähren und auch Gemüse in Ihren Speiseplan einbauen. Meiden Sie aber Blumenkohl, Broccoli, rohe Brunnenkresse, Rosenkohl und Spinat im Übermaß!

Viele, auch rezeptfrei erhältliche Medikamente, wie beispielsweise Rheuma- oder Kopfschmerzmittel oder Vitaminpräparate, können die Wirkung der gerinnungshemmenden Medikamente stören. Es ist deshalb wichtig, dass Sie Ihrem Arzt mitteilen, welche Medikamente oder auch Vitaminpräparate Sie einnehmen.

Bei akuten Blutungen, nach Operationen, bei schweren Leber- und Nierenfunktionsstörungen oder Netzhauterkrankungen mit der Gefahr von Blutungen sind Cumarine nicht für Sie geeignet. Ist ein operativer Eingriff oder das Ziehen eines Zahns geplant, muss die Behandlung entweder kurz unterbrochen oder durch ein anderes Medikament, das in die Bauchhaut gespritzt wird, ersetzt werden.

Tragen Sie immer einen vom Arzt ausgestellten Ausweis über die gerinnungshemmende Behandlung bei sich.

Wenn Sie stärkere Blutungen bemerken, wenn ein operativer Eingriff geplant ist oder Ihnen ein Zahn gezogen werden soll oder wenn Sie andere Probleme oder Fragen haben: Wenden Sie sich bitte immer an Ihren Arzt!

Kontrollen

Regelmäßige Kontrollen sind unerlässlich, um nicht zu riskieren, dass es bei einer Überdosierung zu Blutungen kommt. Zur Kontrolle eignet sich der Quick-Wert, auch Thromboplastinzeit (TPZ) genannt. Zur besseren Vergleichbarkeit zwischen verschiedenen Laboratorien wird heute besser der INR-Wert (international normalized ratio) angegeben. Es gibt tragbare Testgeräte für zuhause: Dadurch wird die regelmäßige Kontrolle der Werte erleichtert.

Beispiele

Phenprocoumon, Warfarin

 

Tipps zur Einnahme von Herzmedikamenten

Was sollten Sie beachten, wenn Ihnen Medikamente verordnet werden?

  • Nehmen Sie Ihre Medikamente regelmäßig, pünktlich und in der verordneten Dosis ein. Achten Sie darauf, ob Sie die Medikamente vor oder nach dem Essen einnehmen sollen. Dies ist wichtig, damit die Tabletten optimal wirken können.
  • Falls Sie mehrere Tabletten einnehmen müssen, können Sie die Tagesdosis in kleinen Pillenschachteln vorbereiten, die Sie überall hin mitnehmen können. Nehmen Sie auch immer Ihren Medikamentenplan mit.
  • Wenn Sie einmal vergessen, Ihr Medikament zu nehmen, sollten Sie die Dosis nicht bei der nächsten Einnahme verdoppeln.
  • Bitte verlieren Sie nicht zu schnell die Geduld, wenn die erhoffte Besserung nicht sofort eintritt. Manche Medikamente benötigen einige Zeit, bis sie optimal wirken. In seltenen Fällen kann es sogar sein, dass Sie zunächst eine Verschlechterung Ihrer Beschwerden bemerken. Den Nutzen dieses Medikamentes spüren Sie häufig erst, wenn Sie es längere Zeit einnehmen.
  • Nehmen Sie Ihre Medikamente auch dann weiter in der verordneten Dosis ein, wenn Sie sich wohl fühlen oder nur noch geringe Beschwerden haben, denn Sie verdanken Ihr Wohlbefinden der Wirkung Ihrer Medikamente.
  • Über die wichtigsten Nebenwirkungen sollten Sie Bescheid wissen. Wenn Sie solche bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt.
  • Bitte teilen Sie Ihrem Arzt alle Medikamente mit, die Sie einnehmen. Viele, auch rezeptfrei erhältliche Medikamente, wie beispielsweise Schmerz-, Rheuma- oder Vitaminpräparate, können die Wirkung von Herz-Kreislauf- und gerinnungshemmenden Medikamente stören und dürfen nicht gleichzeitig eingenommen werden. Ihr Arzt kann auf andere Medikamente ausweichen.
  • Denken Sie rechtzeitig daran, sich ein neues Rezept ausstellen zu lassen!
  • Gehen Sie regelmäßig zur Kontrolle Ihrer Laborwerte. So können Nebenwirkungen, wie beispielsweise Verschiebungen im Mineralstoffhaushalt (Kalium, Natrium u. ä.) durch entwässernde Mittel (Diuretika), frühzeitig erkannt und behandelt werden.
  • Treten neue Beschwerden auf oder verschlechtern sich Ihre Beschwerden, suchen Sie bitte Ihren Arzt auf!

Was tun bei Nebenwirkungen?

Sprechen Sie in jedem Fall mit Ihrem Arzt darüber, wenn Sie Beschwerden haben, die mit der Medikamenteneinnahme zu tun haben könnten: Nur so kann die für Sie optimale Medikation gefunden werden. Ihr Arzt hat verschiedene Möglichkeiten, um Ihre durch Nebenwirkungen ausgelösten Beschwerden zu reduzieren.

  • Ihr Arzt kann in bestimmten Fällen ein anderes Medikament verschreiben.
  • Ihr Arzt kann verschiedene Medikamente miteinander kombinieren. Dadurch kann die Dosis der einzelnen Präparate vermindert werden, wodurch auch die Nebenwirkungen vermindert werden.
  • Leiden Sie unter Nebenwirkungen, ist dies kein Grund, sofort die Medikamente abzusetzen. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob Sie die Medikamente z. B. zu einer anderen Tageszeit einnehmen können, an der die Nebenwirkungen Sie weniger belasten.
  • Vorsicht ist geboten, wenn sich Beschwerden verschlechtern oder neue Beschwerden auftreten. Suchen Sie bitte Ihren Arzt auf!