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Plötzlicher Herztod

Der plötzliche Herztod ist häufig die Folge des so genannten Kammerflimmerns, einer lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörung. Das Herz pumpt dabei kein Blut mehr in den Kreislauf, es kommt zu einem Sauerstoffmangel im Gehirn und in den Organen.

Was ist der plötzliche Herztod?

Der plötzliche Herztod ist in den meisten die Folge einer lebensgefährlichen Herzrhythmusstörung – dem so genannten Kammerflimmern. In seltenen Fällen führen ein plötzlich auftretender, sehr langsamer Herzschlag (Bradykardie) oder ein plötzlicher Herzstillstand zum plötzlichen Herztod.

Man spricht von einem plötzlichen Herztod, wenn der Tod aus zuvor völligem Wohlbefinden innerhalb einer Stunde nach Beginn der Symptome eingetreten ist.

Wie entsteht Kammerflimmern?

Bei Schädigung des Herzmuskels können in dem geschädigten Herzmuskelgewebe neben der regulären elektrischen Erregung der Herzmuskelzellen auch unerwünschte elektrische Impulse im Erregungsleitungssystem des Herzens entstehen ‑ eine Art Kurzschluss. Dieser Kurzschluss ist besonders gefährlich, wenn er im Bereich der Herzkammern auftritt (ventrikuläre Arrhythmie). Dadurch kann es nämlich zu unnormalen und gefährlich schnellen elektrischen Signalen im Herzen kommen.

Im ungünstigsten Fall führt dies zu einer Art „Kettenreaktion“. Dabei breiten sich die Impulse ungeordnet und mit hoher Geschwindigkeit über die Herzmuskelzellen aus. Die einzelnen Herzmuskelbündel werden mit hoher Frequenz (mehr als 320 mal pro Minute) völlig unkoordiniert erregt. Der Herzmuskel zuckt nur noch - das Herz „flimmert".

Die Herzkammern haben keine Zeit mehr, sich ausreichend zusammenzuziehen. Das Herz pumpt während des Kammerflimmerns kein Blut mehr in den Kreislauf. Es kommt zum Herz-Kreislauf-Stillstand und einem Sauerstoffmangel im Gehirn und in den Organen. Hält das Kammerflimmern an, führt es unbehandelt innerhalb von wenigen Minuten zum Tod.

Kammerflimmern

Was sind die Risiken für einen plötzlichen Herztod?

Verschieden Krankheiten können den Herzmuskel schädigen. Risikofaktoren für den plötzlichen Herztod sind z. B.

In den allermeisten Fällen von plötzlichem Herztod liegt eine Herzkranzgefäßverengung vor. In zwei Drittel aller Fälle ist ein Herzinfarkt vorausgegangen.

 

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Was sind die Beschwerden beim plötzlichen Herztod?

Der plötzliche Herztod tritt meist überraschend und ohne vorherige Warnsymptome ein.

Es kommt zum Herz-Kreislauf-Stillstand und einem Sauerstoffmangel im Gehirn und in den Organen. Durch den Mangel an Sauerstoff im Gehirn verlieren die Betroffenen bei zuvor völligem Wohlbefinden plötzlich das Bewusstsein.

Nach wenigen Sekunden kommt es zum Atem- und Kreislaufstillstand, d. h. Atmung und Herzschlag setzen aus. Innerhalb von zwei bis drei Minuten kommt es dann auch zu einem Herzstillstand.

Wie wird der plötzliche Herztod festgestellt?

Der plötzliche Herztod ist ein medizinischer Notfall, der unbehandelt innerhalb weniger Minuten zum Tod führt. Bei Bewusstlosen ohne Atmung und Herzschlag wird deshalb in der Regel sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen.

Mit Hilfe eines Defibrillators wird ein EKG (Elektrokardiogramm) abgeleitet und der Herzrhythmus kontrolliert. Bei Bedarf wird dem Defibrillator ein Elektroschock abgegeben.

Lesen Sie mehr dazu im Abschnitt Behandlung.

Wie wird der plötzliche Herztod behandelt?

Der plötzliche Herztod ist ein medizinischer Notfall, der unbehandelt innerhalb weniger Minuten zum Tod führt. Bereits kurz nach einem Atemstillstand gehen die ersten Gehirnzellen zugrunde. Innerhalb von zwei bis drei Minuten kommt es dann auch zu einem Herzstillstand.

Bei einem Atem- und Herz-Kreislauf-Stillstand muss deshalb rasch gehandelt und alle Notfallmaßnahmen ergriffen werden:

  • Bei Bewusstlosen, die nicht atmen, immer sofort den Rettungsdienst/Notarzt (Telefon: 112) informieren (Notruf)
  • Parallel oder sofort im Anschluss sollte mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung begonnen werden.
  • Die einzige wirksame Behandlung gegen das Kammerflimmern stellt die Defibrillation dar, bei der mithilfe großflächiger Elektroden ein „Elektroschock“ verabreicht wird. Je früher die Wiederbelebung und anschließende Defibrillation erfolgt, desto eher überlebt der Betroffene ohne bleibende Schäden.

Vorbeugung: Ein ICD als Lebensretter

Der plötzliche Herztod kann durch einen so genannten implantierbaren Kardioverter Defibrillator (ICD) verhindert werden. Das Einsetzen eines ICDs kann zur Vorbeugung weiterer lebensbedrohlicher Rhythmusstörungen dienen, wenn mindestens ein solche bereits aufgetreten ist (Kammerflimmern/Kammertachykardie) oder wenn aus anderen Gründen ein erhöhtes Risiko besteht, am plötzlichen Herztod zu versterben. Ein ICD überwacht den Herzrhythmus und gibt bei Herzrasen oder Kammerflimmern Impulse oder Elektroschocks ab, die den normalen Herzrhythmus wieder herstellen.

Manche Patienten mit einer schweren Herzinsuffizienz leiden auch an Herzrhythmusstörungen, die in das gefährliche Kammerflimmern übergehen können. Bei einigen dieser Patienten kann ein so genanntes CRT-D-Gerät eingesetzt werden. Dabei handelt es sich um eine Kombination aus einem speziellen Herzschrittmacher mit einem ICD-Elektroschockgerät.

Besteht bei einem zu langsamen Herzschlag (Bradykardie) die Gefahr eines plötzlichen Herztods, wird in der Regel ein Herzschrittmacher eingepflanzt. Er überwacht den Herzrhythmus und stimuliert das Herz im Bedarfsfall, dass es wieder häufiger schlägt.

Subkutaner ICD (S-ICD)

Im Gegensatz zu einem transvenösen ICD gibt dieses System einen elektrischen Schock ab, ohne im Herzen implantierte Drähte zu benötigen. Beim subkutanen ICD bleiben Herz und Blutgefäße unberührt und intakt. Das Aggregat wird unterhalb der Achselhöhle und die Elektrode oberhalb des Brustbeins direkt unter der Haut implantiert. Lesen Sie in unserer Rubrik Wissen mehr zum S-ICD.

Erfahren Sie außerdem auf der S-ICD Informationsseite der Boston Scientific GmbH mehr über Menschen, die selbst einen subkutanen ICD erhalten haben.

 

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Tipps und Tricks: Das Risiko für den plötzlichen Herztod senken

Risikofaktoren erkennen und behandeln

Die wichtigste Maßnahme, den plötzlichen Herztod zu verhindern, ist die frühzeitige Erkennung und Behandlung von Risikofaktoren für den plötzlichen Herztod, z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Wenn bei Ihnen ein Risiko besteht, sprechen Sie darüber unbedingt mit Ihrem Arzt!

Leben mit ICD und Schrittmacher

Der plötzliche Herztod kann bei gefährdeten Patienten durch das Einsetzen einen so genannten implantierbaren Therapiesystems verhindert werden, z. B. durch einen implantierbaren Kardioverter Defibrillator (ICD), ein CRT-D-Gerät oder ein Herzschrittmacher.

Viele Patienten mit solchen implantierten Therapiesystemen können schrittweise zu dem Lebensstil zurückkehren, den sie vor dem Eingriff hatten. Ihre Lebensqualität schätzen sie danach sogar höher ein als zuvor und bemerken, dass sie wieder belastbarer sind.

Generell sind Arbeit, gewöhnliche Hobbys, sexuelle Kontakte, Sport und Reisen mit einem implantierbaren System ohne Probleme möglich.

Lesen Sie dazu: Tipps und Tricks: Leben mit implantierten Therapiesystemen