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S-ICD von Kardiologie-Gesellschaft empfohlen

S-ICD als Alternative zu ICD

Seit einiger Zeit steht für bestimmte Patienten ein besonderer „Defi“ zur Verfügung, der nur unter der Haut eingesetzt wird und Herz und Blutgefäße unberührt lässt. In einer neuen Leitlinie für Ärzte hat die Europäische Gesellschaft für Kardiologie diesen sogenannten subkutanen Defibrillator (kurz S-ICD) nun ausdrücklich empfohlen.

ICD oder S-ICD?

Bei welchen Erkrankungen ist der S-ICD geeignet, und wann sollte ein herkömmlicher implantierbarer Kardioverter Defibrillator (ICD) verwendet werden, bei dem die impulsgebenden Elektroden direkt im Herz platziert werden?

Sowohl ICD als auch S-ICD überwachen den Herzrhythmus und geben bei lebensbedrohlichem extremen Herzrasen oder Kammerflimmern einen elektrischen „Schock“ ab, der den normalen Herzrhythmus wieder herstellt, um so einen plötzlichen Herztod zu verhindern.

Herkömmliche, sogenannte transvenöse ICDs haben zusätzlich eine Herzschrittmacherfunktion. Entdeckt das Gerät bei der Überwachung des Herzrhythmus eine Störung, reagiert es mit genau dosierten Impulsen, um den Herzrhythmus bei zu langsamem Herzschlag (Bradykardie) oder bestimmten Formen eines zu schnellen Herzschlags (Tachykardie) zu normalisieren. Daher ist der ICD das richtige Therapiegerät für Patienten, bei denen Kammerflimmern dokumentiert wurde und die gleichzeitig unter bestimmten Herzrhythmusstörungen leiden, die den Kreislauf stark beeinträchtigen.

Der S-ICD sollte als Alternative zum herkömmlichen ICD in Betracht gezogen werden

  • Bei Problemen mit dem venösen Zugang
  • Nach Entfernung des transvenösen ICDs aufgrund einer Infektion
  • Bei jungen Patienten, die eine langfristige ICD-Prophylaxe benötigen

Nicht geeignet ist der S-ICD jedoch zur Behandlung von Tachykardien und Bradykardien.

Weitere Informationen zum S-ICD

Ihr Kardiologe wird Sie nach eingehender Untersuchung beraten, welches Gerät für Sie am vorteilhaftesten ist. Wenn Sie mehr über S-ICDs erfahren möchten, finden Sie hier weitere Informationen:

Behandlungsverfahren Subkutan implantierbarer Kardioverter-Defibrillator
Patientenratgeber S-ICD: Wieder ohne Angst leben

Krankheiten: Das Brugada-Syndrom
Fakten und Patientenberichte auf einer Webseite der Firma Boston Scientific
 

Über ICDs und auch CRTs können Sie hier nachlesen:

Was kommt auf mich zu, wenn ich einen ICD oder CRT benötige?

 

Quelle:
2015 ESC Guidelines for the management of patients with ventricular arrhythmias and the prevention of sudden cardiac death. European Heart Journal 2015: 36: 2793–2867.

Abbildung:
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17.03.2016 cp