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Fachbegriff des Monats

Herzkatheter

Eine Katheter-Untersuchung wird beispielsweise durchgeführt, wenn:

  • der Patient Beschwerden hat, die durch eine Verengung der Herzkranzgefäße bedingt sein könnten;
  • der Arzt die Art und den Schweregrad einer Herzinsuffizienz anders nicht einschätzen kann;
  • ein chirurgischer Eingriff am Herzen geplant ist;
  • im Notfall, z.B. wenn ein Herzinfarkt droht.

Wie wird eine Herzkatheter-Untersuchung durchgeführt?

Bei einer Katheter-Untersuchung werden die Herzkammern, Herzklappen und Herzkranzgefäße mithilfe von Röntgenstrahlen und Kontrastmittel dargestellt. Dabei werden unter anderem Herzgröße, -leistung und -funktion gemessen und beurteilt. Ebenso können angeborene Herzfehler und Tumoren des Herzens dargestellt werden.

Es gibt zwei Untersuchungsverfahren: Beim Linksherzkatheter wird der Katheter in die Beinarterie in der Leistengegend eingeführt und über die Hauptschlagader (Aorta) bis in die Aortenwurzel zur Darstellung der Herzkranzgefäße und in die linke Herzkammer vorgeschoben. Alternativ kann auch eine Armarterie dafür genutzt werden. Beim Rechtsherzkatheter wird der Katheter in eine Vene in der Arm- oder Leistenbeuge eingeschoben und bis zum rechten Herzen und in die Lungengefäße vorgeschoben.

Hier zeigen wir Ihnen in einer Animation, wie eine Linksherzkatheter-Untersuchung durchgeführt wird. Die Untersuchung wird sehr häufig gemacht, vor allem, um die Herzkranzgefäße darzustellen und um ggf. verengte oder verschlossene Gefäße zu behandeln.

Wie lange dauert die Untersuchung?

Die Dauer der Untersuchung hängt davon ab, ob gleichzeitig noch eine Behandlung wie oben beschrieben durchgeführt wird. Die Untersuchung alleine dauert etwa 15 bis 45 Minuten.

Komplikationen

Die Herzkatheter-Untersuchung und -Behandlung ist heutzutage sehr sicher, Komplikationen kommen bei weniger als einem Prozent aller Herzkatheter vor. Es gibt aber, wie bei jeder invasiven Untersuchung, Risiken, über die Ihr Arzt/Ihre Ärztin mit Ihnen reden wird.

  • Nachblutungen, Infektionen oder Schmerzen an der Gefäß-Punktionsstelle
  • Allergische Reaktionen auf das Kontrastmittel

Zu den selteneren Komplikationen gehören:

  • Herzrhythmusstörungen
  • Thrombosen, die zu Schlaganfällen oder Herzinfarkten führen können
  • Schädigung der Nieren durch das Kontrastmittel
  • Blutdruckabfall
  • Schlaganfälle durch das Loslösen von Plaques aus der Wand der Hauptschlagader
  • Gefäßverletzung durch den Katheter (sehr selten)

Herzkatheter als Behandlungsverfahren

Die Herzkatheter-Untersuchung dient nicht nur zur Diagnosestellung, sondern eventuell auch der Behandlung. Beispielsweise ist es bei Verengung der Herzkranzgefäße möglich, diese Verengungen aufzudehnen. Mithilfe der so genannten Dilatation oder mit Drahtröhrchen, die die Herzkranzgefäße offen halten sollen, so genannten Stents, können so Verengungen gleich behandelt werden.


Glossar

Angiographie: Die Darstellung von Blutgefäßen mittels diagnostischer Bildgebungsverfahren wie Röntgen oder Kernspintomographie. Dabei wird Kontrastmittel, ein Stoff, der in der gewählten Untersuchungsmethode besonders gut sichtbar ist, in das Blutgefäß injiziert. Das Bild, das dann aufgenommen wird, nennt man Angiogramm.

Aortenwurzel: Anfangsteil der Aorta (Hauptschlagader), der aus der linken Herzkammer entspringt.

Arterie: Ein Blutgefäß, das sauerstoffreiches Blut von der linken Herzkammer in den Körper transportiert.

Herzkatheter: Dünner, biegsamer Kunststoffschlauch, mit dem man den Druck in den Herzkammern und herznahen Gefäßabschnitten messen kann. Außerdem kann über den Katheter Röntgenkontrastmittel eingespritzt werden.

Herzkranzarterien: Versorgen das Herz mit Sauerstoff.

Koronarangiographie: Darstellung der Herzkranzgefäße im Rahmen einer Herzkatheteruntersuchung.

Plaques: Herdförmige Ablagerungen an der Gefäßinnenwand mit einem Kern aus Fett (Cholesterin), Entzündungs- und Bindegewebszellen sowie verkalkten Gewebsanteilen.