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Vorhofflimmern

Vorhofflimmern ist eine Herzrhythmusstörung, die von den Herzvorhöfen ausgeht. Das Blut kann in den Vorhöfen nicht mehr richtig weitergepumpt werden und es können sich gefährliche Blutgerinnsel im Herzen bilden.

Was ist Vorhofflimmern?

Vorhofflimmern ist eine Herzrhythmusstörung, die von den Herzvorhöfen (Atrien) ausgeht. Vorhofflimmern entsteht, wenn der Ablauf der Erregung in den Vorhöfen gestört ist. In geschädigtem Herzmuskelgewebe können neben der regulären elektrischen Erregung der Herzmuskelzellen auch unerwünschte elektrische Impulse entstehen ‑ eine Art Kurzschluss. Dadurch kreist die elektrische Erregung ständig in den Vorhöfen, so dass diese sich mit einer Frequenz von 350-600 Schlägen pro Minute zusammenziehen.

Das Herz kann sich zwischen den Schlägen nicht mehr richtig mit Blut füllen. Dadurch kommt es zu Schwankungen des systolischen Blutdrucks und einem unregelmäßigen Herzschlag. Der Körper wird nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt.

Vorhofflimmern ist in der Regel nicht lebensbedrohlich, es kann jedoch das Schlaganfall-Risiko erhöhen. Da das Blut in den Vorhöfen nicht mehr richtig weitergepumpt wird, können sich Blutgerinnsel bilden. Werden diese Blutgerinnsel vom linken Vorhof mit dem Blut weiter geschwemmt, können Sie ein nachfolgendes Blutgefäß im Gehirn verstopfen und es kommt zum Schlaganfall.

Was sind die Ursachen von Vorhofflimmern?

Vorhofflimmern kann verschiedene Ursachen haben, z. B:

 

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Wie macht sich Vorhofflimmern bemerkbar?

Vorhofflimmern kann sich durch einen zu schnellen Herzschlag (Tachykardie) oder einen zu langsamen Herzschlag (Bradykardie) bemerkbar machen. Es kann plötzlich auftreten und nur vorübergehend oder dauerhaft anhalten.

Da sich die Herzvorhöfe nicht richtig zusammenziehen, nimmt die Fließgeschwindigkeit des Blutes ab und es besteht die Gefahr der Bildung eines Blutgerinnsels. Solche Blutgerinnsel können sich von der Gefäßwand lösen, über den Kreislauf zum Gehirn gelangen, dort ein kleineres Blutgefäß verstopfen und einen Schlaganfall auslösen. Schätzungen zufolge stehen bis zu 20 % aller Schlaganfälle im Zusammenhang mit Vorhofflimmern.

Mögliche Beschwerden bei Vorhofflimmern sind:

  • Herzrasen, Herzstolpern, spürbar zu langsamer Herzschlag, unregelmäßiger Puls
  • Schwindel, Bewusstlosigkeit
  • Luftnot
  • Nervosität und Angst
  • Brustschmerzen

 

Welche Untersuchungen werden durchgeführt?

Ein zu schneller, zu langsamer oder unregelmäßiger Herzschlag kann schon im Rahmen der körperlichen Untersuchung am Puls erkannt werden. Der Arzt benötigt zusätzlich Informationen über die Krankengeschichte, z. B. zu Vorerkrankungen und Medikamenten.

Laboruntersuchungen zeigen u. a., ob Stoffwechselerkrankungen oder Störungen des Mineralstoffhaushalts die Ursache von Vorhofflimmern sind.

Die genaue Diagnose ermöglicht das EKG (Elektrokardiogramm). Es zeichnet die elektrische Aktivität aller Herzmuskelfasern auf. Im EKG lässt sich erkennen, ob die Störung im Vorhof entsteht und wie die Erregung an die Herzkammern weitergeleitet wird. Vorhofflimmern, das nur gelegentlich auftritt, wird am besten in einem Langzeit-EKG erfasst.

Eine Ultraschall-Untersuchung des Herzens (Echokardiographie) gibt Hinweise auf eine Herzerkrankung als Ursache des Vorhofflimmerns. Durch eine spezielle Ultraschall-Untersuchung des Herzens über die Speiseröhre (sog. transösophageale Echokardiographie) können Blutgerinnsel im Herzen entdeckt werden.

Um der Ursache für Vorhofflimmern im Erregungsleitungssystem des Herzens weiter auf den Grund zu gehen, ist in manchen Fällen eine elektrophysiologische Untersuchung des Herzens sinnvoll. Dabei werden die elektrischen Aktionen des Herzmuskels direkt aus dem Herzen abgeleitet. So kann der Arzt den Ort und die Ursache der Rhythmusstörungen genau ermitteln.

Zur Klärung der Ursache für ein Vorhofflimmern können weitere Untersuchungen hilfreich sein:

Wie wird Vorhofflimmern behandelt?

Je nachdem wie hoch das Risiko ist, einen Schlaganfall zu erleiden, stehen bei Vorhofflimmern verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Verfügung:

  • Medikamente (Antiarrhythmika): Bei manchen Patienten mit Vorhofflimmern kann die Herzfrequenz mit Medikamenten (sog. Antiarrhythmika) wieder normalisiert werden, z. B. mit Kalziumkanalblockern, Betablockern und Digitalisglykosiden. Der Arzt muss Nutzen und Risiko individuell abwägen, da manche von ihnen selbst Rhythmusstörungen verursachen können.
  • Herzschrittmacher: Bei einem zu langsamen Herzschlag (Bradykardie) kann ein frequenzstimulierender Herzschrittmacher eingepflanzt werden. Er überwacht den Herzrhythmus und sorgt im Bedarfsfall und bei Belastung dafür, dass das Herz wieder ausreichend schnell schlägt.
  • Kardioversion: Dabei wird der normale Herzrhythmus mit Hilfe eines starken Stromstoßes durch einen Defibrillator oder durch Medikamente wieder hergestellt.
  • Bei einer Katheterablation werden über einen Herzkatheter Gewebestellen am Herzmuskel verödet, welche die Herzrhythmusstörung auslösen.
  • Die Bereiche des Herzmuskels, die Rhythmusstörungen auslösen, können auch durch eine Operation entfernt werden. Diese Technik steht aber im Hintergrund, seit mit der Katheterablation gute Erfolge erzielt werden.

Um das Risiko zu vermindern, einen Schlaganfall zu erleiden, werden häufig gerinnungs- oder plättchenhemmende Medikamente verordnet. Diese bewirken, dass sich keine Blutgerinnsel im linken Vorhof bilden, die über die Haupt- und Halsschlagader in das Gehirn gelangen und dort ein Blutgefäß verstopfen können. Bei manchen Patienten kann alternativ das linke Herzohr, in dem sich bevorzugt Gerinnsel bilden, über ein Herzkatheterverfahren verschlossen werden.

Wichtig ist es auch, nach Ursachen für ein Vorhofflimmern zu suchen, denn einige Ursachen lassen sich behandeln. Bei Menschen mit einer Herzerkrankung oder einer Stoffwechselerkrankung, sollte auf jeden Fall die Erkrankung behandelt werden.

 

Tipps und Tricks: Leben mit Vorhofflimmern

Behandlung mit Medikamenten - was sollten Sie beachten?

Nehmen Sie die Ihnen verordneten Medikamente regelmäßig nach den Anweisungen des Arztes ein, auch wenn Sie keine Beschwerden haben - natürlich auch am Wochenende und im Urlaub. Setzen Sie auf keinen Fall Medikamente ohne Rücksprache ab.

Treten neue Beschwerden auf oder verschlechtern sich Ihre Beschwerden, sollten Sie sich unbedingt in ärztliche Behandlung begeben.

Lebensstil - was kann ich selbst tun?

Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern liegt oft eine Herzerkrankung zugrunde. Durch viele allgemeine Maßnahmen können Sie ihr Herz entlasten und so dazu beitragen, dass sich eine Herzerkrankung nicht verschlimmert. Gesunde Ernährung, normales Gewicht und Bewegung - alles Maßnahmen, die Ihnen helfen, ein gutes Leben zu führen.

Gesunde Ernährung

Ernähren Sie sich vitamin- und ballaststoffreich sowie fettarm. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt fünf Portionen Obst oder Gemüse täglich. Dazu zählt auch ein Apfel oder die Gemüsebeilage. Als Snack zwischendurch eignen sich viele Obstsorten, aber auch Karotten, Paprika, Gurken oder Cocktailtomaten lassen sich gut mitnehmen.

Achten Sie bei Käse und Wurst auf den Fettgehalt. Fisch sollte mindestens zweimal pro Woche auf dem Speiseplan stehen. Verwenden Sie sparsam gute kaltgepresste Öle, wenig Butter und andere tierische Fette. Ganz besonders sparsam sollten Sie mit dem Salz umgehen. Würzen mit Küchenkräutern hilft, Salz zu sparen.

Vollkornbrot oder ein Müsli am Morgen sind besser als Weißbrot, zudem gibt es bei uns eine unendliche Vielfalt an Broten, da ist für jeden Geschmack etwas dabei!

Achten Sie auf Ihr Gewicht!

Übergewicht ist nicht nur schlecht fürs Herz, auch die Gelenke freuen sich über ein paar Pfund weniger, sofern Sie übergewichtig sind. Achten Sie auf Ihr Gewicht, vermeiden Sie Fettes und salzen Sie sparsam. Durch zuviel Salz wird Wasser im Körper gebunden, es kommt leichter zu Wasseransammlungen im Gewebe.

Bewegung hält fit!

Täglich ein bisschen Bewegung: Radfahren, Wandern, Spazierengehen sind gut für Menschen mit Herzproblemen geeignet. Sobald Sie ein bisschen trainiert haben, werden Sie merken, dass Ihre Leistungsfähigkeit zunimmt. Sprechen Sie aber unbedingt vorher mit Ihrem Arzt. Es gibt auch spezielle Sportgruppen für Herzpatienten.

Verzicht auf Rauchen

Rauchen Sie nicht, bzw. versuchen Sie, mit dem Rauchen aufzuhören. Rauchen ein Risikofaktor für die Entstehung von Gefäßverkalkung (Atherosklerose).

Pausen zur Entspannung

Falls Ihr Alltag von Stress und Zeitmangel geprägt ist, versuchen Sie, regelmäßige Pausen einzulegen, in denen Sie entspannen können. Methoden zur Stressbewältigung und Entspannungstechniken sind beispielsweise Autogenes Training, Yoga und Progressive Muskelentspannung. Viele Krankenkassen, die Volkshochschulen und Selbsthilfegruppen bieten zahlreiche Kurse hierzu an. Falls Sie unter seelischen Belastungen und Konflikten leiden, sprechen Sie offen mit Ihrem Arzt darüber.

Leben mit Herzschrittmacher

Manchen Formen von Vorhofflimmern mit langsamen Herzrhythmus (Bradykardie) werden mit einem Herzschrittmacher behandelt. Viele Patienten mit solchen implantierten Therapiesystemen können schrittweise zu dem Lebensstil zurückkehren, den sie vor dem Eingriff hatten. Ihre Lebensqualität schätzen sie danach sogar höher ein als zuvor und bemerken, dass sie wieder belastbarer sind.

Generell sind Arbeit, gewöhnliche Hobbys, sexuelle Kontakte, Sport und Reisen mit einem implantierbaren System ohne Probleme möglich.

Lesen Sie dazu: Tipps und Tricks: Leben mit implantierten Therapiesystemen