Ihr Ratgeber für Herz, Kreislauf und Blutgefäße

Nach Einsetzen eines Therapiesystems: zurück in den Alltag

Die erste Zeit nach Einsetzen eines Therapiesystems: Auf die Wunde achten!

Wenden Sie sich an den Arzt, wenn Sie Schwellungen, Rötungen oder Absonderungen von Körperflüssigkeit aus der Implantationstelle bemerken oder Sie Fieber bekommen, das nicht innerhalb von zwei bis drei Tagen zurückgeht. In der ersten Zeit, nachdem die Wunde verheilt ist, sollten Sie noch keine schweren Lasten tragen und auf der Seite des Aggregats vier Wochen lang ruckartiges Bewegen des Armes nach oben über den Kopf unterlassen und keine "Überkopfarbeiten" (z. B. Gardinen aufhängen) ausführen.

Was Sie vermeiden sollten

Insbesondere für Patienten, die bereits einen durch eine Herzrhythmusstörung ausgelösten Bewusstseinsverlust erlitten haben, gibt es ein paar Einschränkungen, die Sie beachten sollten, damit Sie sich nicht verletzen bzw. sich selbst oder andere Menschen gefährden, wie z. B. durch eine erneute Bewusstlosigkeit, und sei sie auch nur wenige Sekunden lang. Eine solche Situation kann gefährlich werden, wenn Sie beispielsweise alleine Auto fahren, schwimmen oder wenn Sie auf eine Leiter steigen. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob Sie Auto fahren dürfen. Auch mit einem implantierten Defibrillator ist Autofahren möglich. Es kommt dabei auf die Einschätzung des Arztes in Ihrem individuellen Fall an.

Zurück in den Alltag: Sportliche und sexuelle Aktivitäten sind erlaubt

Zurück in den AlltagIhr Arzt wird Sie beraten, welche Bewegung in welchem Ausmaß für Sie am günstigsten ist. Allgemeine Hinweise zum Thema Herzschwäche und Sport finden Sie hier. Ihr Liebesleben wird von einem Defibrillator oder einem CRT normalerweise nicht beeinträchtigt. Die Beschleunigung des Herzschlags bei sexuellen Aktivitäten ist nicht stärker als bei gewöhnlicher sportlicher Betätigung. Ihr Arzt kann anhand von Belastungstests im Krankenhaus das System so einstellen, dass Sie während des Sex keine Schocktherapie bekommen. Sollte es dennoch zu einer Schockabgabe kommen, ist Ihr Partner bzw. Ihre Partnerin dadurch aber nicht gefährdet. Informieren Sie Ihren Arzt darüber, wenn Sie während des Geschlechtsverkehrs eine Therapie erhielten, dann kann er das Therapiesystem gegebenenfalls umprogrammieren.

Vorsicht beim Einkaufen: Elektromagnetische Diebstahlschleusen

Elektromagnetische Diebstahlschleusen an Ein- und Ausgängen von Kaufhäusern und öffentlichen Bibliotheken können Ihr Therapiesystem kurzfristig beeinträchtigen, wenn Sie sich innerhalb des Überwachungsbereichs befinden (die Systeme sind zumeist an den Ein- und Ausgangstüren angebracht). Diese Schleusen bestehen aus einer oder zwei Säulen und können auch getarnt sein. Gehen Sie einfach mit normaler Geschwindigkeit hindurch und halten Sie sich nicht länger in deren unmittelbarer Nähe auf.

Bitte beachten Sie:

  • Notieren Sie wichtige Telefonnummern für den Notfall und bewahren Sie diese neben dem Telefon auf.
  • Benachrichtigen Sie Ihren Arzt, wenn Sie etwas Ungewöhnliches bemerken, beispielsweise wenn neue oder auch bekannte Beschwerden (wie Kurzatmigkeit, Schwindel, Benommenheit oder andere) auftreten.
  • Wenden Sie sich an Ihren Arzt, wenn das Aggregat "piept" oder andere Töne von sich gibt. Dies kann u. a. bedeuten, dass Ihr Therapiesystem demnächst ausgetauscht werden muss oder die automatische Selbstkontrolle des Systems eine Auffälligkeit festgestellt hat. Manche ICDs reagieren mit Piepen auf starke Magnetfelder.

Weitere Informationen:

[Broschüre für Patienten mit implantiertem Kardioverter Defibrillator zum Download]

[Handbuch für Patienten mit einem CRT zum Download]

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