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Der Alltag mit einem Herzschrittmacher, implantiertem Defibrillator oder CRT-Gerät

Das implantierte Therapiegerät sorgt dafür, dass Sie wieder fitter und unbeschwerter leben können. Genießen Sie das und horchen Sie nicht ständig in sich hinein, ob wirklich alles mit dem Gerät und Ihrem Herzen in Ordnung ist. Es reicht, wenn Sie ein paar Dinge im Blick behalten.

  • Implantierbare Therapiegeräte

    In diesem Beitrag geht es um den

    • Herzschrittmacher
      bei zu langsamem Herzschlag (Bradykardie)
    • implantierbaren Defibrillator (ICD) und subkutan implantierbaren Defibrillator (S-ICD)
      beim Risiko eines lebensbedrohlich zu schnellen Herzschlags (Tachykardie), z. B. bei erheblicher Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
    • Gerät zur Kardialen Resynchronisationstherapie (CRT) und CRT mit Defibrillator-Funktion (CRT-D)
      bei Herzschwäche mit gestörtem Zusammenspiel der Herzmuskeln

    Für das Leben mit einem Herzunterstützungssystem finden Sie Hinweise im Beitrag zum VAD.

Umgang mit dem Gerät

Sind die Implantationswunden verheilt, erfordert das Therapiegerät von Ihnen in der Regel keine besondere Aufmerksamkeit. Nur etwas aufpassen sollten Sie doch:

  • Vermeiden Sie Stöße oder Druck in dem Bereich, wo das Aggregat/Steuergerät unter der Haut sitzt.
  • Beachten Sie, dass starke elektromagnetische Felder das Gerät beeinflussen können. Mehr dazu hier.
  • Bei Arztbesuchen informieren Sie das Personal, dass Sie einen Herzschrittmacher, Defibrillator (ICD) oder ein CRT-Gerät tragen. Weitere Hinweise dazu finden Sie an dieser Stelle auf Kardionet.

Nehmen Sie die Kontrolluntersuchungen wahr. Bei diesen Terminen wird nicht nur überprüft, ob das Gerät noch zuverlässig arbeitet, auch der Ladezustand der Batterie wird gecheckt. Gegebenenfalls kann auch die Programmierung des Gerätes nachjustiert werden.

Warten Sie den Kontrolltermin nicht ab, wenn Sie Beschwerden bekommen oder Ungewohntes passiert wie

  • Kurzatmigkeit
  • Schwindel
  • Benommenheit
  • Deutliches Nachlassen der Leistungsfähigkeit
  • Geräusche vom Aggregat
  • Missempfindungen, Rötungen, Schmerzen oder andere Entzündungszeichen an der Implantationsstelle

In diesen Fällen kontaktieren Sie Ihre Ärztin bzw. Ihren Arzt. Nutzen Sie gegebenenfalls den Notruf und teilen Sie beim Telefonat mit, was Sie für ein Therapiegerät tragen (ICD, CRT oder Herzschrittmacher) und was der Anlass des Notrufes ist.

Medikamente

Ob Sie nach der Implantation eines Herzschrittmachers, implantierbaren Defibrillators (ICD) oder Gerätes zur Kardialen Resynchronisationstherapie (CRT) Medikamente einnehmen müssen, entscheiden die Sie betreuenden Fachleute individuell. Falls es so ist, halten Sie sich sorgsam an die Einnahmevorschriften und setzen Sie die Tabletten nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt bzw. der Ärztin ab.

Gesund leben

Unabhängig davon, ob Sie ein Therapiegerät tragen oder nicht: Die beste Unterstützung, die Sie Ihrem Herzen geben können, ist eine gesunde Lebensweise.

  • Ernähren Sie sich ausgewogen und essen Sie nicht mehr, als Ihr Körper tatsächlich braucht.
  • Bewegen Sie sich und treiben Sie entsprechend Ihrer Möglichkeiten Sport.
  • Rauchen Sie nicht, trinken Sie nur wenig Alkohol, meiden Sie auch andere Drogen.
  • Vermeiden Sie Stress.

Behalten Sie Ihre Gesundheitswerte wie Gewicht und Blutdruck, Cholesterin und gegebenenfalls den Blutzuckerspiegel im Blick. Änderungen können Warnzeichen sein oder daran erinnern, den Lebensstil etwas zu verändern.

Bewegung im Alltag

Je nachdem, was für ein Therapiegerät Sie tragen und wie stark Ihre Erkrankung ausgeprägt ist, gibt es Belastungsgrenzen, die Sie nicht überschreiten sollten. Das kann sich im Laufe der Zeit auch ändern – sprechen Sie mit den behandelnden Ärzten darüber.

Die meisten Alltagsaktivitäten dürfen, ja sollen Sie machen: Hausarbeiten, Wege zum Einkaufen oder anderen Besorgungen, nicht zu schwere Gartenarbeiten und natürlich auch Sex. Vor allem am Anfang ist es nötig, sich an die neuen Leistungsgrenzen heranzutasten – vorsichtig, aber nicht ängstlich. Fragen Sie Ihre Ärztin bzw. Ihren Arzt, auf welche Warnzeichen Sie dabei achten sollten.

Ideal ist es, wenn Sie sich zusätzlich sportlich betätigen. Das verbessert Ihre Lebensqualität. Auch hier gilt: Vorsichtig sein, aber nicht ängstlich. Die Möglichkeiten reichen hier je nach Ihrer persönlichen Situation von der Teilnahme an Herzsportgruppen bis hin zu Leistungssport. Holen Sie sich ärztlichen Rat ein.

Meiden Sie Sport oder andere Aktivtäten, bei denen ein erhöhtes Risiko besteht, dass Sie Schläge oder Stöße im Bereich der Stelle abbekommen, an der das Aggregat implantiert wurde.

Stressmanagement

Stress gibt es – ganz grob gesagt – in zwei Formen: Der gute Stress ist kurzfristig und erhöht die Leistungsfähigkeit für diesen Moment. Klingt die Stresskurve nicht oder nur wenig ab oder treten die Stressphasen sehr oft auf, wirkt sich negativ auf das Herz-Kreislauf-System aus. Um das Herz zu entlasten und so die Arbeit des implantierten Therapiegerätes zu erleichtern, sollte man schlechten Stress vermeiden. Dazu kann man seinen Arbeits- und/oder Tagesablauf so strukturieren, dass es genügend Erholungsphasen gibt, und man kann durch Entspannungsübungen das Abklingen von Stress unterstützen.

Teufelskreis Angst

Für Menschen mit Herzerkrankungen allgemein und Träger von implantierbaren Therapiegeräten im Besonderen kann Angst ein erheblicher Stressauslöser sein. Die Furcht, dass sich die Erkrankung verschlimmert, oder die Sorge, dass das Gerät nicht gut genug arbeitet oder – bei implantiertem Defibrillator – unnötig auslöst, spielen dabei eine Rolle. Auch hier helfen Entspannungsübungen. Langfristig helfen oft auch offene Gespräche mit Angehörigen und Freunden dabei, mit der Sorge besser fertig zu werden. Und letztlich besteht durchaus die Möglichkeit einer Psychotherapie.

Angst ist auch deshalb ein wichtiges Thema, weil bei einem Angstanfall dieselben Symptome auftreten können wie bei einer Herzrhythmusstörung. Dies wiederum kann so bedrohlich wirken, dass es zu einer regelrechten Panik kommt. Deshalb ist es sehr wichtig, sich nicht das Schlimmste vorzustellen und damit die Angst noch weiter zu schüren, sondern gezielt nach Entspannung und Ablenkung zu suchen.

Gelegentlich auffrischen

Direkt nach der Implantation eines Therapiergerätes muss man sich sicher umstellen. Später ist es jedoch nicht hilfreich, sich ständig Gedanken zu machen, denn das bedeutet Stress und der wiederum wirkt sich eher negativ aus.

Ab und an – am besten im Rhythmus der halbjährlichen Kontrolluntersuchungen – sollte man sein Wissen aber etwas auffrischen und manches überprüfen.

  • Wen rufe ich bei Problemen mit dem Gerät an? Notfallnummern immer griffbereit haben!
  • Bei welchen elektrischen Geräten sollte ich aufpassen?
  • Sind die Personen in meiner Umgebung so gut informiert, dass sie mir im Notfall helfen können?
  • Sind meine Vorsorgeunterlagen noch aktuell?
  • Darf ich noch selbst Auto fahren?

Fazit

Ein implantierbares Therapiegerät wird Ihre Lebensqualität deutlich verbessern. Je gesünder Sie leben, desto größer wird dieser Effekt sein. Außerdem arbeiten die modernen Geräte sehr zuverlässig, sodass Furcht unnötig ist. Seien Sie einfach nur hier und da ein wenig achtsamer. Und vor allem: Lassen Sie sich den Spaß am Leben nicht verderben.