Angina pectoris (Brustenge)

Das lateinische Wort „angor“ heißt so viel wie „Beklemmung“; in der Medizin wird der Begriff „Angina“ in den verschiedensten Zusammenhängen verwendet. Bei der Angina pectoris bezieht sich das Engegefühl auf den Brustkorb. Gemeint sind damit Schmerzen im Brustraum, die als dumpf, einschnürend oder erdrückend empfunden werden, zum Teil werden sie auch als brennend beschrieben.

Diese Schmerzen können ausstrahlen und als Beschwerden in der Magengegend, zwischen den Schulterblättern, in Schultern, Armen oder/und im Unterkiefer wahrgenommen werden.

  • Mögliche Ursachen

    Generell ist eine Angina pectoris Zeichen für eine Unterversorgung des Herzens mit Sauerstoff, meist im Fall einer koronaren Herzkrankheit. Aber auch bei einer hypertensiven Krise (plötzliche starker Blutdruckanstieg) kann es zu einem Gefühl der Brustenge kommen.

  • Stabile Angina pectoris

    Treten zum wiederholten Mal Angina-pectoris-Anfälle auf, deren Schwere aber zu den Anfällen zuvor nicht größer ist und die innerhalb von Minuten wieder verschwinden (Medikamente oder „von selbst“ durch Ausruhen), spricht man von stabiler Angina pectoris.

    Die Auslöser können körperliche Anstrengung oder seelischer Stress, aber auch üppige Mahlzeiten oder Kälte sein.

    Ein Abklären durch den Arzt ist angebracht, um gefährliche Herzerkrankungen ausschließen zu können oder – bei weniger dramatischen Gründen – Hinweise zu bekommen, wie weitere Anfälle vermieden werden können.

  • Instabile Angina pectoris

    Beim erstmaligen Anfall, wenn die Schwere und/oder Dauer der Angina-pectoris-Anfälle zunimmt oder bereits in Ruhe die Beschwerden auftauchen, spricht man von einer instabilen Angina pectoris.

    Dann ist höchster Alarm angesagt, denn diese Zeichen deuten mit nicht zu unterschätzender Wahrscheinlichkeit auf eine koronare Herzkrankheit hin, die zu Herzinfarkt und plötzlichem Herztod führen können.

  • Untersuchungen

    Als ersten Schritt wird sich der Arzt ausführlich nach Symptomen und den Umständen, unter denen Sie den oder die Angina-pectoris-Anfälle hatten, erkundigen. Er wird nach der Krankengeschichte und nach Herzerkrankungen in der Familie fragen und im Rahmen der körperlichen Untersuchung Herz und Lunge abhören.

    Stellt sich der Verdacht auf eine Herzkrankheit stehen weitere Untersuchungsverfahren zur Verfügung:

    • Laboruntersuchungen liefern beispielsweise Informationen, ob Risikofaktoren für eine koronare Herzkrankheit wie Störungen des Fett- und Zuckerstoffwechsels vorliegen. Besteht der Verdacht auf einen Herzinfarkt, werden bestimmte Eiweiße und Herzenzyme im Blut untersucht.
    • Elektrokardiographie (EKG) und Langzeit-EKG können Hinweise für eine Schädigung von Herzmuskelzellen liefern.
    • Die Ultraschall-Untersuchung des Herzens (Echokardiographie) erlaubt es, die Größe und Funktion der Herzkammern zu beurteilen. Bei einer Stress-Echokardiographie kann man Hinweise für eine gestörte Durchblutung der Herzkranzgefäße bekommen.
    • Um den Zustand der Herzkranzgefäße direkt zu untersuchen, wird in der Regel eine Herzkatheter-Untersuchung durchgeführt.
    • Mit einem Herz-CT (Koronar-Computertomographie) kann eine schonende Abklärung einer koronaren Herzerkrankung erfolgen, dies ist eine gute Alternative zur Herzkatheter-Untersuchung, wenn das Vorliegen einer KHK nicht sicher ist.
    • In manchen Fällen wird auch eine Magnetresonanztomographie des Herzens durchgeführt, mit der die Durchblutung des Herzmuskels untersucht werden kann.
    • Eine Myokard-Szintigraphie ist eine Untersuchungsmethode, mit der die Durchblutung des Herzens mittels eines radioaktiv markierten Mittels sowohl unter Ruhebedingungen als auch unter körperlicher Belastung festgestellt werden kann. Es ist eine schonende Alternative zur Herzkatheter-Untersuchung. Die Aussagekraft der Szintigraphie ist deutlich höher als die einer alleinigen Computer- oder Magnetresonanztomographie des Herzens. Die Strahlenbelastung ist deutlich geringer als die einer Herzkatheter-Untersuchung.
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    Autor: Redaktion / UJO
    Aktualisierung: 22. 6. 2018

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