Kardiale Resynchronisationstherapie (CRT) plus Defibrillator

Eine Herzinsuffizienz kann mit bedrohlichen Herzrhythmusstörungen bis hin zum Kammerflimmern einhergehen. In diesem Fall kann ein CRT-D-Gerät eingesetzt werden.

  • Was ist ein CRT-D-Gerät?

    CRT plus D: Kombination aus CRT-Schrittmacher und Elektroschockgerät

    Viele Patienten mit einer schweren Herzinsuffizienz leiden auch an Herzrhythmusstörungen. Handelt es sich hierbei um eine bestimmte Form von Herzrasen (ventrikuläre Tachykardie), das in einigen Fällen auch in das lebensgefährliche Kammerflimmern übergehen kann, kann bei geeigneten Patienten ein CRT-D-Gerät eingesetzt werden.

    Wie funktioniert die CRT-D-Therapie?

    Das CRT-D-Gerät ist eine Kombination aus der kardialen Resynchronisationstherapie (CRT) und einem Elektroschockgerät, dem sogenannten implantierbaren Kardioverter-Defibrillator (ICD).

    Dabei werden die Vorteile der beiden implantierbaren Therapiesysteme verbunden: Das CRT-Gerät synchronisiert und verbessert als Schrittmacher die Arbeit der beiden Herzkammern. Das Elektroschockgerät kontrolliert den Herzrhythmus und reagiert sofort, wenn gefährliche Rhythmusstörungen auftreten. Dadurch kann in vielen Fällen ein plötzlicher Herztod verhindert werden.

    Zusatzfunktionen bei schlafbezogener Atemstörung

    Bei manchen implantierbaren Therapiesystemen ist gleichzeitig ein Atemfrequenz-Sensor eingebaut. Der Sensor misst die Atembewegungen und kann nächtliche Atemaussetzer während des Schlafens erkennen. Nächtliche Atempausen treten bei einer Schlafapnoe auf.

  • Einsatzgebiete

    Ein Patient mit Herzinsuffizienz muss bestimmte Kriterien erfüllen, um für die Implantation eines CRT-D-Geräts in Frage zu kommen:

    • Es besteht eine schwere Herzinsuffizienz mit Klasse NYHA III oder IV.
    • Es konnte eine linksventrikuläre Dysfunktion nachgewiesen werden, d. h. die Leistungsfähigkeit der linken Herzkammer ist eingeschränkt.
    • Im EKG zeigen sich bestimmte Veränderungen: Der sogenannte QRS-Komplex ist verbreitert. Es findet sich ein so genannter Linksschenkelblock – ein Zeichen dafür, dass die Erregungsbildung in der linken Herzkammer gestört ist.
    • Es bestehen Herzrhythmusstörungen, die zum Kammerflimmern führen können, wie z. B. eine ventrikuläre Tachykardie.
    • Der Patient hatte schon einmal Kammerflimmern oder wurde erfolgreich defibrilliert.
    • Es besteht ein schneller Herzrhythmus (Tachykardie), der nicht durch die Einnahme von Medikamenten gebessert werden kann.
    • Es bestehen schwerwiegende Nebenwirkungen der medikamentösen Therapie.

    Eine endgültige Entscheidung kann allerdings nur der Arzt treffen. Lassen Sie sich beraten!

  • Wie wird der CRT-D-Schrittmacher eingesetzt?

    Durchführung in spezialisierten Kliniken

    Die Implantation, d. h. das Einsetzen des Geräts, erfordert eine gewisse Routine: Der Eingriff sollte in einer dafür eingerichteten Klinik erfolgen. Es gibt in Deutschland mehrere kardiologische Abteilungen, die viel Erfahrung mit dieser Therapie vorweisen können. Es ist sinnvoll, sich für die Implantation eine Klinik in Wohnortnähe zu suchen, denn auch die Schrittmacherkontrollen können dann dort durchgeführt werden.

    Nur Spezialisten sind in der Lage, einzuschätzen, welche Patienten geeignet sind und daher die besten Erfolgsaussichten haben. Sind die Kriterien für die CRT-D erfüllt, wird ein OP-Termin vereinbart.

    Ablauf der Operation

    Die Implantation erfolgt ähnlich wie bei einem CRT-Gerät. Ein CRT-D-Schrittmacher wird jedoch in der Regel in Vollnarkose eingesetzt, da die Ärzte die Funktion des Geräts während der Operation überprüfen müssen.

    Der Schrittmacher wird nach einem kleinen Hautschnitt in eine Art „Hauttasche“ nahe dem Schlüsselbein eingepflanzt. Die Elektroden sind dünne isolierte Drähte, die über eine Vene in der Nähe des Schlüsselbeins, bis in den rechten Vorhof und die rechte Herzkammer vorgeschoben werden. Die linke Herzkammer wird über eine Herzkranzvene an der Außenseite des Herzens stimuliert. Dazu wird die Elektrode bis in die Herzkranzvene geschoben und dort platziert.

    Sind die Elektroden richtig platziert, werden sie mit dem Gerät verbunden und es erfolgt ein Test, ob das Gerät richtig funktioniert. Beim Testen löst der Kardiologe eine Herzrhythmusstörung aus und ermöglicht es dem Gerät, die Störung zu erkennen und das programmierte Behandlungsschema anzugeben.
    Anschließend wird die Hauttasche genäht und mit einem Pflaster versorgt.

    Das Einsetzen eines modernen Dreikammerschrittmachers (CRT-P) oder Defibrillators (CRT-D) dauert in der Regel zwischen 70 und 90 Minuten. Da die Elektrode über dem linken Herzen durch eine Herzvene vorgeschoben werden muss und sich die Verläufe der Herzvenen von Mensch zu Mensch unterscheiden, können die Eingriffszeiten aber stark variieren.

    Je nach Zentrum werden die Eingriffe bevorzugt ambulant oder kurzstationär durchgeführt, wobei die Patienten kaum länger als drei Tage im Krankenhaus bleiben müssen. Die Entscheidung, ob ambulant oder stationär, wird natürlich stark vom Allgemeinzustand und den eventuellen Begleiterkrankungen des Patienten beeinflusst. Erfreulicherweise verlaufen diese Eingriffe, trotz ihrer Komplexität an erfahrenen Spitälern auch bei schwer herzkranken Patienten sehr komplikationsarm.

    Nach der Operation

    Das Pflegepersonal wird Ihnen zeigen, worauf Sie bei Ihrer Operationswunde achten müssen. Halten Sie sie sauber und trocken! Nach ca. fünf Tagen dürfen Sie duschen. Sie sollten jeden Tag nachschauen, ob Ihre Wunde heilt. Informieren Sie Ihren Arzt, falls Sie

    • Fieber bekommen, das nicht innerhalb von zwei bis drei Tagen zurückgeht;
    • eine Rötung, Schwellung, Überwärmung oder Absonderung von Flüssigkeit aus der Wunde an der Stelle des Einschnitts bemerken;
    • ein Schwindelgefühl oder Brustschmerzen verspüren oder sich andauernd müde und schwach fühlen!

    Sobald die kleine Wunde geheilt ist, sollten Sie es zwar noch vermeiden, schwere Lasten zu tragen, sonst können Sie sich aber entsprechend Ihrem Befinden belasten. Den Arm der Implantationsseite sollten Sie vier Wochen lang schonen und nicht über den Kopf heben, bis die Drähte der Elektroden angewachsen sind. Sprechen Sie bei allen Fragen und Bedenken mit den Ärzten! Muten Sie sich zunächst nicht zu viel zu – auch wenn Ihre Beschwerden sich bessern. Moderate körperliche Belastung ist erlaubt – alles, womit Sie sich wohlfühlen.

  • Nachsorge

    Nach der Implantation eines Schrittmachers ist einiges zu beachten. So können starke elektro-magnetische Felder das Gerät stören, körperliche Aktivitäten müssen individuell abgestimmt werden und man kann eine spezielle Herzrehabilation absolvieren. Vor allem regelmäßige Kontrollen sind wichtig. Mehr dazu finden Sie hier.

  • Über diesen Artikel

    Autor: Redaktion
    Aktualisierung: 4. 6. 2018

    Bildnachweise: 

    • Titelbild © Milles Studio / fotolia.com
    • Illustration Funktion © 2012 Boston Scientific Corporation or its affiliates. All rights reserved.