AED – die Defibrillation von außen

Der plötzliche Herztod ist in Deutschland die häufigste Todesursache außerhalb der Klinik. Am Anfang steht meist eine lebensbedrohliche schnelle Herzrhythmusstörung, das sogenannte Kammerflimmern.

Was ist eine Defibrillation?

Die einzige wirksame Behandlung stellt in diesem Fall die Defibrillation dar, bei der mit Hilfe großflächiger Elektroden ein „Elektroschock“ verabreicht wird. Je früher die Basiswiederbelebung und anschließende Defibrillation erfolgt, desto eher überlebt der Betroffene ohne bleibende Schäden.

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In Deutschland unterrichtet Rettungsfachpersonal immer mehr Menschen, wie die sogenannte „automatisierte externe (äußere) Defibrillation“ (AED) angewendet wird. Parallel dazu wurden und werden in Deutschland an vielen Standorten wie z. B. an Bahnhöfen und öffentlichen Plätzen einsatzbereite Defibrillationsgeräte aufgestellt. Die Standorte sind in der Regel mit einem Herzsymbol und dem Hinweis AED gekennzeichnet.

Anwendung des AED

Helfer, die evtl. anwesend sind, sollten den Defibrillator herbeischaffen, sobald ein Atemstillstand festgestellt worden ist. Beginnen Sie mit der Herzmassage, sie ist – falls kein zweiter Helfer da ist, der sich um den AED kümmern kann – wichtiger! Der erste Defibrillationsversuch sollte nach mindestens 200 Druckmassagen erfolgen.

Achten Sie darauf, dass der Betroffene nicht in einer Pfütze liegt; im Zweifelsfalls lieber auf die Defibrillation verzichten, statt die Person aufwändig wegzubewegen.

Sie können dem Betroffenen nicht schaden: Die im öffentlichen Raum installierten Defibrillatoren prüfen nach Anlegen der Elektroden als erstes den Herzschlag. Der Schock wird nur ausgelöst, wenn er notwendig ist.

Auch wenn der Defibrillator keinen Schock auslöst, ist im Falle eines Atemstillstandes die Herzdruckmassage weiterzuführen!

Ablauf:

  1. Anschalten: Schalten Sie den AED ein, sobald Sie den Verdacht haben, dass die Person keine Atmung und keine Kreislauffunktion aufweist!
  2. Elektroden ankleben: Kleben Sie gemäß der Angaben auf dem Gerät die Elektroden auf die Brust des Patienten! Gegebenfalls muss eine zu starke Brustbehaarung abrasiert werden; das Zubehör dafür findet sich in der Regel im AED-Set.
  3. Folgen Sie den Sprachweisungen des AED!
  4. Warnen Sie die Umstehenden! Wenn das Gerät nach Prüfung des Herzschlages einen Schock empfiehlt, sagen Sie laut und deutlich „Achtung! Alle weg vom Patienten!“
  5. Schock auslösen: Lösen Sie den Schock nur aus, wenn niemand den Betroffenen berührt!
  6. Herz-Lungen-Wiederbelebung fortsetzen (2 Minuten lang)! Dabei das AED eingeschaltet lassen, es prüft den Herzschlag.
  7. Anweisung des AED folgen! Stoppen Sie die Herz-Lungen-Wiederbelebung, wenn das Gerät es fordert! Empfiehlt es einen erneuten Schock, wiederholen Sie die Warnung der Umstehenden, lösen den Elektroschock aus etc.
  8. Die Dauer der Wiederbelebung wird durch das AED-Programm bestimmt.

 

  • Über diesen Artikel

    Autor: Redaktion / JSA 
    Aktualisierung: 20. 6. 2018

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