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Doppler- und Duplexsonografie – erste Wahl bei der Darstellung von Blutgefäßen

Mittel der Wahl bei der Diagnostik von krankhaft veränderten Blutgefäßen ist neben der ärztlichen Anamnese und klinischen Untersuchung die Untersuchung der Gefäße mittels Duplexsonografie. Diese kombiniert die Darstellung des Aufbaus und der Gestalt von Blutgefäßen per Ultraschall (Sonografie) mit einer Messung des Blutflusses mit der sogenannten farbkodierten Dopplermessung. 

  • Ultraschall

    Bei einer Ultraschalluntersuchung sendet der Arzt mit einem Schallkopf Ultraschallwellen durch das Gewebe. Da die Ultraschallwellen sich im Gewebe unterschiedlich ausbreiten und an den Organgrenzen unterschiedlich reflektiert werden, kann der Schallkopf aus den jeweils verschieden reflektierten Schallwellen ein Bild des Gewebes und der Blutgefäße errechnen. Der Ultraschall wird nicht nur bei der Darstellung von Gefäßerkrankungen angewendet, sondern dient auch der bildlichen Darstellung einer Vielzahl an weiteren Erkrankungen.

  • Dopplersonografie

    Die Dopplersonografie ist ein spezielles Ultraschallverfahren, bei der der Blutfluss innerhalb der Blutgefäße beurteilt wird. Der Blutfluss verändert die Frequenz der Schallwellen je nach Geschwindigkeit. Der Schallkopf nimmt die veränderte Frequenz der Ultraschallwellen auf und errechnet hieraus die Fließgeschwindigkeit des Bluts. Hieraus lassen sich Rückschlüsse auf Verengungen (Stenosen) oder Verschlüsse des untersuchten Gefäßes ziehen. 

  • Duplexsonografie

    Die Duplexsonografie ist ebenfalls ein spezielles Ultraschallverfahren. Sie kombiniert die sonografische Darstellung der Gefäßanatomie mit der Doppler-farbkodierten Darstellung des Blutflusses in den Gefäßen und der Fließgeschwindigkeit des Blutes. Hierdurch kann die Duplexsonografie mit einer hohen Messgenauigkeit zur Bestimmung des Verlaufs, der Dicke und des Durchmessers sowie die Beschaffenheit der Innenwand der Blutgefäße herangezogen werden. 

  • Einsatzgebiete

    Ultraschall sowie Doppler- oder Duplexsonografie werden zur Abklärung vieler Erkrankungen eingesetzt. Während der reine Ultraschall zur Untersuchung von Organen herangezogen wird, dient die Doppler- oder Duplexsonografie der Darstellung von Blutgefäßen und wird bei Verdacht auf folgende Erkrankungen durchgeführt:

  • Vorteile der Duplexsonografie

    Die Duplexsonografie gilt als Methode der ersten Wahl der Darstellung von krankhaften Gefäßveränderungen. Sie ist ähnlich genau wie eine Kontrastmitteluntersuchung der Blutgefäße und bietet eine Reihe von Vorteilen:

    • Schmerzlos: Für eine Duplexsonografie muss kein Kontrastmittel gespritzt werden. Zudem werden die Schallwellen selber von dem Patienten nicht wahrgenommen.
    • Schnell: Eine Duplexsonografie ist eine rasche Untersuchung von circa 30 bis 45 Minuten je nach Anzahl der zu untersuchenden Gefäße. Wenn Nieren- oder Gekrösearterien (Mesenterialarterien im Bereich des Dünndarms) untersucht werden, sollten die Patienten nüchtern sein. Ansonsten bedarf die Untersuchung keiner speziellen Vorbereitung. 
    • Einfach verfügbar: Eine Duplexsonografie ist in nahezu allen internistischen und gefäßchirurgischen Versorgungshäusern Standard.
    • Unschädlich: Im Gegensatz zu Röntgenstrahlen sind Schallwellen nicht schädlich. Daher kann eine sonografische Untersuchung ohne Bedenken auch bei Schwangeren, Kindern oder auch beim Vorliegen verschiedenster Begleiterkrankungen durchgeführt werden.
  • Über diesen Artikel

    Autor: Redaktion, AST

    Erstellt: 26.3.2019

    Literatur: beim Autor

    Bildnachweise:

    • Titelbild © VILevi / istockphoto.com
    • Illustration Ultraschallgerät © LEEDDONG / istockphoto.com