Ihr Herz-Kreislauf-Portal

Sport mit implantiertem Therapiegerät

Wenn Sie einen Herzschrittmacher, einen ICD oder ein CRT-Gerät implantiert bekommen haben, heißt das nicht, dass Sie von nun an auf Sport verzichten müssen. Im Gegenteil: Aktiv zu bleiben – oder zu werden – unterstützt den Therapieerfolg erheblich und hilft, das Fortschreiten der Erkrankung auszubremsen. 

Die wichtigsten Regeln für Sport mit Therapiegerät lauten:

  • Sprechen Sie mit Ihrem Arzt bzw. Ihrer Ärztin! Er bzw. sie kann einschätzen, wie stark Sie sich belasten dürfen. Er bzw. sie kann bei Bedarf auch die Programmierung Ihres Therapiegerätes an Ihre sportliche Aktivität anpassen.
  • Vermeiden Sie Sportarten, die das Gerät mechanisch schädigen könnten, bzw. halten Sie sich bei Sportarten, bei denen auch zu heftigem Körperkontakt kommen kann, bewusst zurück. Verwenden Sie gegebenenfalls einen speziellen Schutz, der das Gerät abpolstert.
  • Wenn das Gerät auslöst, brechen Sie Ihre Aktivität ab und kontaktieren Sie so bald wie möglich Ihre Ärztin bzw. Ihren Arzt.

Tipp: Sprechen Sie mit den Fachleuten schon vor der Implantation über das Thema Sport. Bei einigen Sportarten – z. B. Tennis – wird der Oberkörper nicht gleichmäßig belastet. Hier sollte man die Händigkeit – also Rechts- oder Linkshändigkeit – bei der Entscheidung, ob das Aggregat rechts oder links eingesetzt wird, berücksichtigen.

Welche Sportarten sind nicht geeignet?

Träger eines Herzschrittmachers, ICD, S-ICD, CRT oder CRT-D sollten keinen Kampfsport betreiben, bei denen mit harten Stößen oder Schlägen im Oberkörperbereich zu rechnen ist, wie etwa bei Karate oder Boxen. Dabei könnten die Elektroden brechen. 

Auch bei Sportarten wie Fußball, Basketball und Handball kann es zu heftigem Körperkontakt kommen. Zudem ist die Herz-Kreislauf-Belastung nicht gleichmäßig, es kann zu Überlastungsspitzen kommen. Hier sollte man nicht mit vollem Einsatz spielen. 

Beim Tauchen und beim Bergsteigen in Höhen über 5000 Meter können sich die Druckverhältnisse ungünstig auswirken. Zu hoher Druck (Tauchen) kann Gewebsflüssigkeit in den Herzschrittmacher pressen und auf diese Weise Schäden an der Elektronik verursachen. Der niedrige Luftdruck und die damit geringere Sauerstoffversorgung auf hohen Bergen schadet zwar nicht dem Gerät, kann aber je nach zugrunde liegender Erkrankung zu Problemen führen.

Bei Kraftsport setzt seltener das Gerät Grenzen, meist verlangt die Erkrankung dabei nach Vorsicht.

Welche Sportarten sind zu empfehlen? 

Falls Sie bereits eine Rehabilitation durchlaufen haben, haben Sie vielleicht schon Kontakt zu einer Herzsportgruppe. Sie können auch Ihre Ärztin bzw. Ihren Arzt fragen, ob so eine Gruppe sinnvoll für Sie ist.

Ideal sind Ausdauersportarten, bei denen es zu keinen Belastungsspitzen kommt. Dazu gehören:

  • Joggen, Walken (Nordic-Walking, Power-Walking) und Wandern
  • Eisschnelllauf und Skilanglauf bzw. die Sommervarianten Inlineskating, Rollski bzw. Nordic Blading und ähnliches
  • Schwimmen
  • Radfahren 
  • Training mit Ergometer oder Crosstrainer
  • Tanzen (als Sport)
  • Rudern, Paddeln

Wie intensiv darf ich trainieren?

Bauen Sie das Training langsam auf. Die Trainingsintensität hängt von individuellen Bedingungen ab – sowohl von der Herz-Kreislauf-Krankheit selbst, als auch vom allgemeinen Gesundheits- und Fitnesszustand des Patienten. Oft ist auch eine Anpassung der Geräteprogrammierung nötig. Darum ist es zwingend nötig, mit dem Arzt bzw. der Ärztin vor der Aufnahme des geplanten Trainings darüber zu sprechen.

Je intensiver Sie trainieren, desto wichtiger ist es, die Einstellungen des Therapiegerätes im Auge zu behalten. Nach der Implantation können mehrere Anpassungen nötig sein, ehe alles gut passt. Dass so sogar Leistungssport mit Therapiegerät möglich ist, belegen unsere Patienten-Geschichten.

Gibt es Alternativen zum Sporttreiben? 

Selbst wenn Sie keinen Sport treiben können: Nutzen Sie jede Chance, in Bewegung zu kommen! Fahrrad statt Auto, Treppe statt Fahrstuhl, spazieren gehen statt fernsehen, zum Laden um die Ecke zu Fuß gehen, selbst Staub saugen statt einen Roboter benutzen, mit Freunden oder Familie einen Ausflug machen – es gibt jede Menge Möglichkeiten, aktiv zu werden. Ihr implantiertes Therapiegerät ermöglicht es Ihnen, wieder fitter und leistungsfähiger werden. Sie werden merken, dass ein bewegtes Leben wieder mehr Spaß macht.