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Nachsorge nach der Implantation eines Therapiegerätes

Nach der Implantation eines Therapiesystems ist einiges zu bachten. Vor allem regelmäßige Kontrollen sind wichtig.

  • Programmierung und Austausch des Aggregats

    Bei den Nachsorgeterminen kann der Arzt das Gerät so programmieren, dass es Ihre individuellen Bedürfnisse optimal erfüllt. Zum Überprüfen des Aggregats verwendet der Arzt ein Programmiergerät. Dieses kommuniziert drahtlos mit dem Gerät von außen über einen Programmierkopf, der auf die Haut aufgelegt wird. Die Batterie wird daraufhin untersucht, wie viel Ladung noch vorhanden ist.

    Die Schrittmacherbatterie entlädt sich mit der Zeit. Wenn die in der Batterie verbleibende Energie auf einen bestimmten Wert absinkt, muss das Aggregat ersetzt werden. Wie lange das Gerät nutzbar ist, hängt von den Einstellungen ab, die Ihr Arzt für Sie programmiert hat.

    Beim Austauschen des Aggregats öffnet der Arzt in einer Operation die Hauttasche, in der sich das Aggregat befindet. Der alte Schrittmacher wird dabei von den Elektroden abgetrennt. Die Elektroden werden geprüft, um sicherzustellen, dass sie ordnungsgemäß mit dem neuen Schrittmacher funktionieren werden. Dann schließt der Arzt die Elektroden an den neuen Schrittmacher an und testet das neue System. Anschließend wird die Hauttasche wieder zugenäht. Die kleine Operation dauert insgesamt eine Stunde.

  • Kontrollmaßnahmen nach der Operation

    Nach der Implantation eines Therapiegerätes ist die regelmäßige Nachsorge mit Kontrolle des Therapiesystems und Untersuchung des Patienten notwendig, um eine optimale Therapie und die Sicherheit des Patienten zu gewährleisten. Das Gerät muss nicht nur zuverlässig funktionieren, sondern sollte auch möglichst wenig Energie verbrauchen, damit die Lebensdauer der Batterie verlängert und ein Aggregatwechsel möglichst lange hinausgezögert wird.

    Die Nachsorge beginnt mit der individuellen Programmierung des Geräts unmittelbar nach der Implantation. Sie werden meistens stationär in die Klinik aufgenommen. Ihr Herzrhythmus und Ihre Herzfrequenz werden überwacht. Nach der Implantation wird ein Röntgenbild angefertigt, um sicherzustellen, dass das CRT-Gerät und die Elektroden an der richtigen Stelle sitzen.

    Vor Ihrer Entlassung aus der Klinik werden Sie in einem ausführlichen Gespräch über das korrekte Verhalten mit dem Gerät informiert. Außerdem erhalten Sie schriftliche Informationen zum Leben mit einem implantierten Therapiegerät und einen Schrittmacherausweis. In diesem Ausweis finden Sie:

    • die Art Ihres Geräts, das Datum der Implantation und den Namen der Klinik, die den Schrittmacher implantiert hat;
    • alle wesentlichen Ergebnisse der Kontrolluntersuchungen;
    • einen Eintrag in den Ausweis oder einen Ausdruck des Programmiergerätes mit den wichtigsten Parametern und letzten Kontrollergebnissen.

    Tragen Sie Ihren Ausweis und Ihre Medikamentenliste jederzeit mit sich, und informieren Sie andere Ärzte, Zahnärzte und Notfallpersonal immer darüber, dass Sie einen Schrittmacher tragen!

    In einem Arztbrief an Ihren behandelnden Arzt werden die Gründe (Indikationen) für die Implantation und der Verlauf der Behandlung beschrieben. Der Bericht informiert außerdem genau über Hersteller und Art des Geräts, sowie über die Elektroden, ihre Funktionsweise und die aktuell programmierten Einstellungen.

    Wann wird kontrolliert?

    Ändern sich der Krankheitsverlauf, die Medikation oder andere Faktoren, kann eine neue Einstellung des Geräts notwendig werden. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind die beste Voraussetzung dafür, die Programmierung rechtzeitig an Ihre geänderten Bedürfnisse anzupassen bzw. aufgetretene Probleme zu erkennen.

    • Unmittelbar nach der Implantation: Individuelle Programmierung
    • Vor Entlassung: Messung aller Parameter, Überprüfung der Wundverhältnisse
    • Etwa 3 Monate nach der Implantation: Kontrolle der Einstellungen mit Optimierung der Stimulationsparameter
    • Danach alle 6 Monate planmäßige Kontrollen

    Die Kontrollen finden in kürzeren Abständen statt,

    • wenn der Austauschzeitpunkt bald erwartet wird;
    • wenn die Messwerte instabil sind
    • oder zur Anpassung von Spezialfunktionen an Ihre Bedürfnisse.

    Unter bestimmten Bedingungen können die Abstände zwischen den Kontrollen in Ausnahmefällen auch bis zu 12 Monate betragen.

    Außerplanmäßige Kontrollen finden statt:

    • nach chirurgischen Eingriffen mit Elektrokauter (durch Strom erhitzte Drahtschlinge zur Blutungsstillung)
    • nach Defibrillation
    • nach nicht vermeidbaren magnetresonanztomographischen (Kernspin-)Untersuchungen
    • nach Bestrahlungstherapien
    • nach akuten kardialen Ereignissen
    • nach neu aufgetretenen Herzrhythmusstörungen oder Synkopen (kurz andauernde Bewusstlosigkeit)
    • bei jedem Verdacht auf eine Fehlfunktion des Schrittmachers.

    Was und wie wird kontrolliert?

    Durch die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen sollen Komplikationen und Fehlfunktionen rechtzeitig erkannt und eine optimale Therapie ermöglicht werden. Dabei sind die klinische Untersuchung und die Testung des Gerätes gleichermaßen wichtig.

    Die Kontrolluntersuchungen werden entweder in den Implantationskliniken durchgeführt oder in der Praxis eines Kardiologen oder Internisten, der eine entsprechende spezielle Ausbildung sowie Ausstattung der Praxis hat.

    Krankengeschichte (Anamnese)

    Der Arzt oder die Ärztin fragt Sie nach Ihrer Medikation, nach Synkopen, Atemnot, Schmerzen im Brustbereich und einigen weiteren Krankheitszeichen, außerdem nach Ihrer Belastungsfähigkeit.

    Körperliche Untersuchung

    Zur körperlichen Untersuchung bei der Nachsorge gehören die Inspektion der Schrittmachertasche und der Operationswunde, Puls- und Blutdruckmessung, das Abhören von Lunge und Herz und der Ausschluss von Ödemen (Wasseransammlungen) an den Füßen und Beinen als Zeichen einer Herzinsuffizienz.

    Weitere Untersuchungen

    Außerdem wird ein EKG geschrieben und das Gerät mit verschiedenen Tests überprüft.

  • Batteriewechsel

    Alle implantierbaren Therapiesysteme enthalten eine Batterie, die sich im Laufe der Zeit erschöpft. Wenn die Energie der Batterie dem Ende zugeht, ist es notwendig, einen Austausch vorzunehmen. Hierbei wird das gesamte Gerät operativ gegen ein neues ausgetauscht, da die Batterie zum Schutz fest im Gerät versiegelt ist. Das neue Gerät wird an die bestehenden Elektroden angeschlossen und die Hauttasche operativ verschlossen.

  • Leben mit dem implantierten Therapiesystem

    Ihr Arzt wird Ihnen helfen, zu entscheiden, welcher Grad von Anstrengungen für Sie am besten ist. Er kann Ihnen Fragen über Änderungen Ihres Lebensstils, Autofahren, Reisen, sportliche Betätigung, Arbeit, Hobbys und die Wiederaufnahme von sexuellen Aktivitäten beantworten.

    Das Aggregat verfügt über integrierte Funktionen, die es vor den Störungen, die von den meisten Elektrogeräten ausgehen, schützen. Die meisten Geräte, mit denen Sie täglich umgehen, bzw. mit denen Sie arbeiten, haben keinen Einfluss auf das Aggregat.

    Das Aggregat reagiert jedoch empfindlich auf starke elektromagnetische Störungen und kann durch bestimmte Quellen elektrischer oder magnetischer Felder beeinflusst werden. Zu manchen Elektrogeräten wie Handys wird empfohlen, einen Mindestabstand einhalten, um die Funktion des Schrittmachers nicht zu gefährden. Einige medizinische und zahnmedizinische Verfahren dürfen mit einem Schrittmacher nicht durchgeführt werden, z. B. eine Magnetresonanztomographie-Untersuchung.

    Hier finden Sie weitere Informationen: Leben mit implantierbaren Therapiesystemen.

    Ambulante Herzrehabilitation

    Bei einer mehrmonatigen ambulanten Herzrehabilitation steht – neben dem Wiedererlangen wichtiger Grundfähigkeiten und dem Herstellen einer alltagstauglichen Fitness – auch das Leben nach der Reha im Fokus. Dafür erhalten die Patienten Anleitungen für ein herzschützendes Verhalten. Themen sind je nach Einrichtung beispielsweise geeignete Sportangebote und Ernährungskurse, aber auch Hinweise für ein stressärmeres und damit herzgesünderes Leben. Lesen Sie hier mehr über die Modelleinrichtung Cardiosana.

    Nachsorgeuntersuchungen sind wichtig

    Ansonsten birgt Ihr Therapiegerät, wenn Sie esregelmäßig kontrollieren lassen, keine Risiken. Er wird Ihre Lebensqualität vermutlich deutlich verbessern. Doch denken Sie daran: Wartung und Pflege sind wichtig! Also verpassen Sie Ihre Kontrolltermine nicht!

    Auch die regelmäßig einzunehmenden Medikamente werden nach der Implantation eines Schrittmachers oft besser vertragen. Sie werden vielleicht schon bald eine Verbesserung Ihrer Lebensqualität im Alltag bemerken.

    Weitere Tipps:

    Selbsthilfegruppen
    In einer Selbsthilfegruppe können Sie Kontakt zu anderen Betroffenen mit Herzschrittmachern aufnehmen.

    Deutsche Herzstiftung
    Zu den Hauptaufgaben der Deutschen Herzstiftung gehört es, Patienten in unabhängiger Weise über Herzkrankheiten aufzuklären: Welche Therapien sind sinnvoll und welche Behandlungsmethoden können heute nicht mehr empfohlen werden?

     

  • Über diesen Artikel

    Autor: Redaktion/CPO
    Aktualisierung: 25. 6. 2018
    Bildnachweise: Titelbild © Milles Studio / fotolia.com