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Symbolgrafik Herz im Radar. Bei Radarmessungen wird ein Signal als gebündelte elektromagnetische Welle ausgesendet. Das vom Objekt reflektierte Signal kann ausgewertet werden. © dpmed

Eine Beobachtung des Herzens mittels Radar ist so zuverlässig wie ein EKG. © dpmed

Das Herz im Radar

Das menschliche Herz schlägt nicht gleichmäßig wie ein Metronom, sondern variiert je nach Gefühlslage der zugehörigen Person: Stress, Schmerzen und Depressionen können die Herzratenvariabilität (HRV) verändern. Aber auch chronische Krankheiten wie Diabetes und Herzerkrankungen wirken sich auf die HRV aus.

Um die HRV mit dem Radar zu erfassen, hat ein Forschungsteam der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und der Technischen Universität Hamburg die Radartechnik mit Methoden des maschinellen Lernens kombiniert.

Im Rahmen eines klinischen Experiments am Universitätsklinikum Erlangen konnte das Team die Zuverlässigkeit des Verfahrens bestätigen. Beim sogenannten Eiswasser-Test halten die Testpersonen ihre Hand für eine bestimmte Zeit in Eiswasser, so dass eine Schmerzreaktion ausgelöst wird, die zu einer abrupten Änderung der HRV führt. Diese Änderung zeichnete das Team sowohl mit dem Radar als auch mit einem EKG als Referenz auf. Beim Vergleich zeigte sich eine sehr hohe Übereinstimmung zwischen den Methoden.

Neben dem potenziellen Einsatz zur Beobachtung von Patientinnen und Patienten im Krankenhaus, etwa um eine Sepsis oder einen plötzlichen Herzstillstand frühzeitig erkennen zu können, könnte das Verfahren auch im heimischen Bereich eingesetzt werden, um eine Langzeitbeobachtung der HRV durchzuführen.