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Echtzeit-MRT-Gerät mit „Hometrainer“ an der Untersuchungliege; der Patient fährt während der Messung Fahrrad. © Matthias Seehase / UMG

Mittels Echtzeit-MRT kann man die diastolische Herzschwäche erkennen. © Matthias Seehase / UMG

Neue MRT-Technologie

Die Herzkatheteruntersuchung ist ein Verfahren bei Verdacht auf eine Reihe von Herzerkrankungen. Obwohl es ein minimalinvasives Verfahren ist, ist es doch invasiv. Eine Studie des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) am Standort Göttingen zeigt nun, dass die diastolische Herzschwäche auch mittels eines neu entwickelten MRT-Verfahrens erkannt werden kann.

  • Diastolische Herzschwäche

    Bei einer diastolischen Herzschwäche, die auch Heart failure with preserved ejecton fraction (HFpEF) genannt wird, bleibt die Pumpkraft des Herzens erhalten, aber die linke Herzkammer ist steif und füllt sich nicht ausreichend mit sauerstoffreichem Blut. Die Patienten leiden unter Atemnot, Wassereinlagerungen und sind körperlich zunehmend weniger leistungsfähig. Mit nicht-invasiven Methoden, wie einer Ultraschalluntersuchung, war die HFpEF bisher schwer zu diagnostizieren und wurde oft erst spät erkannt.

    Bei dem bisherigen Goldstandard der Herzuntersuchung wird ein Katheter über die Lungenarterie in das Herz geschoben und misst die Veränderung des Lungendrucks, während sich die Patienten bewegen. Bei Patienten mit einer diastolischen Herzschwäche staut sich unter Belastung das Blut in die Lunge zurück, sodass der Lungendruck zunimmt. Die Untersuchung mit dem Herzkatheter ist zwar sehr genau, aber teuer, für die Patienten belastend und auch nicht einfach umzusetzen, da sie sich bewegen müssen, während ein Katheter in ihrem Herzen liegt.

Ein neue nicht-invasive Echtzeit-MRT-Technologie diagnostiziert die diastolische Herzschwäche präzise und könnte möglicherwiese eine Herzkatheteruntersuchung in diesen Fällen überflüssig machen. Sie erlaubt es, MRT-Messungen am Herzen unter Belastung durchzuführen.

Denn die Patienten können bei der MRT-Untersuchung weiteratmen und müssen nicht, wie bisher, währenddessen den Atem anhalten. Außerdem kann der Patient mit einer Art Hometrainer, der gänzlich aus nichtmagnetischen Teilen gebaut ist, „Fahrrad“ fahren, während die Ärzte sein Herz beobachten. Nur bei so einer Belastung zeigt sich die Schwäche der linken Herzkammer überhaupt.

Bevor das Verfahren routinemäßig in der Diagnostik eingesetzt werden kann, sind aber noch größere Studien notwendig.