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Ausschnitt Mikroskop. Lipoprotein A ist ein Risikofaktor für Atherosklerose, jetzt könnte es endlich gute Nachrichten für die Behandlung geben. Noch ist das Medikament ausschließlich in Studien verwendet worden. © PublicDomainPictures / Pixabay

Lipoprotein A ist ein Risikofaktor für Atherosklerose, jetzt könnte es endlich gute Nachrichten für die Behandlung geben. © PublicDomainPictures / Pixabay

Lipoprotein-A-Senker

Dass das Blutfett Cholesterin ein Risikofaktor für die Entstehung von Atherosklerose (Aderverkalkung) und anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen darstellt, ist mittlerweile weithin bekannt. Weniger bekannt ist das genauso gefährliche Lipoprotein A, auch Lp(a) abgekürzt. Ein erhöhter Lp(a)-Spiegel im Blut ist fast immer eine vererbte Störung. Eine Behandlung war lange nicht oder kaum möglich, doch das könnte sich bald ändern.  

Was ist Lipoprotein A und was macht es?

Lipoprotein A ist ein Blutfett, das in seinen Eigenschaften dem LDL-Cholesterin stark ähnelt, und wird in den Leberzellen hergestellt. Es ist auch an der Entstehung von Atherosklerose beteiligt.

Menschen mit erblich bedingten bedingtem erhöhten Lipoprotein- A-Spiegel leiden häufig schon in einem relativen jungen Alter (jünger als 65 Jahre) an Herz-Kreislauf-Komplikationen wie Herzinfarkten.    Auch unter Kombination verschiedener Cholesterinsenker läßt lässt sich der LDL-Wert bei Betroffen kaum senken.  Überdurchschnittlich häufig haben Verwandte dieser Patienten auch ebenfalls einen erhöhten Cholesterinspiegel. Dies ist ein Hinweis auf eine genetische Ursache der Erkrankung. Nur selten wird ein erhöhter Lip(a)-Spiegel durch eine andere Krankheit wie eine chronischen Nierenerkrankung ausgelöst.

Lipoprotein A wird in den Laboruntersuchungen des Blutes zusammen mit dem LDL-Wert gemessen. Besteht jedoch der Verdacht, dass eine familiäre Hypercholesterinämie vorliegen könnte oder haben Angehörige des Patienten eine nachgewiesene Erhöhung des Lipoprotein A, sollte der Wert des Lipoprotein A separat analysiert werden.

Lange erfolglose Behandlung

Lipoprotein A lässt sich nicht durch Ernährung oder Sport beeinflussen. Hier unterscheidet es sich deutlich vom LDL-Cholesterin. Auch durch Medikamente lässt sich Lp(a) kaum senken. Nur mit einer Art Blutwäsche kann der Lp(a)-Spiegel deutlich gesenkt werden. Diesehilft, diese Behandlung ist jedoch sehr belastend und bringt keine anhaltende Senkung.

Obwohl schon lange vermutet wird, dass Lipoprotein A einen wichtigen Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen darstellen könnte, war es bisher nicht möglich, erhöhte Werte gezielt zu senken.

Vielversprechende Studienergebnisse

2020 wurde in einer Studie mit 286 Patienten ein neuer Wirkstoff, ein sogenanntes Antisense-Oligonukleotid, getestet – mit vielversprechenden Ergebnissen. Das Medikament wird unter die Haut gespritzt und erreicht von dort aus die Leber. Dort hemmt der Wirkstoff gezielt die Bildung des Lipoprotein A in den Leberzellen.  Somit verringert sich die Konzentration von Lipoprotein A im Blut. Je nach verabreichter Dosis des Medikaments konnte der Lipoprotein A-Spiegel über eine Behandlungsdauer von sechs bis zwölf Monaten um bis zu 80 % gesenkt werden.

Gleichzeitig mit dem Lipoprotein A sank durch diese neue Behandlung auch der Spiegel des LDL-Cholesterins deutlich.

Ausblick

Die Studienergebnissen sind vielversprechend.  Bevor das Medikament routinemäßig zum Einsatz kommen kann, brauchte es aber noch weitere Studien mit einer größeren Patientenzahl, um die genaue Wirkung, mögliche Nebenwirkungen und beste Dosis zu bestimmen.

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