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Frau in einem Labor, sie ist von hinten zu sehen. In vitro und im Tiermodell funktioniert das Mittel gegen Atherosklerose © Michal Jarmoluk / Pixabay

Im Labor funktioniert die neu Entzündungshemmung schon. © Michal Jarmoluk / Pixabay

Neuer Ansatz bei Atherosklerose

Die Atherosklerose, umgangssprachlich Arterienverkalkung genannt, ist die Hauptursache von Schlaganfall und Herzinfarkt. Forschungen der letzten 20 Jahre haben gezeigt, dass sie durch Entzündungsprozesse in der arteriellen Gefäßwand entsteht. Diese sogenannte vaskuläre Entzündung wird durch Botenstoffe, die Zytokine und Chemokine, vermittelt.

Die Entwicklung von entsprechenden entzündungshemmenden Therapeutika für diese Krankheit (Antikörper) hat sich jedoch trotz vielversprechender jüngerer Studien als schwierig herausgestellt. Ein Problem: Die Medikamente schalteten nicht nur die Wirkungen des Botenstoffs auf die Arterienverkalkung aus, sondern auch solche Wirkungen, die durchaus wertvoll sind, weil sie beispielsweise zur Infektabwehr vonnöten sind.

Ein internationales Team an der Technischen Universität München (TUM) und des LMU Klinikums hat nun neuartige synthetische Peptide (kurze Aminosäureketten) entwickelt, die die Atherosklerose in vitro, also im Reagenzglas, und im Tiermodell hemmen. Diese Peptide hemmen genau die Chemokinmechanismen, die die Atherosklerose fördern, andere Chemokinmechanismen werden nicht beeinflusst.

Bislang konnte der neue Ansatz zwar nur im Tiermodell bestätigt werden, aber eine zukünftige klinische Anwendung scheint möglich, zumal Peptidtherapeutika deutlich kostengünstiger sind als Antikörper. Das neue molekulare Konzept könnte therapeutisches Potenzial auch für andere entzündliche Krankheiten haben.