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Unbeschwertes junges Mädchen. Auch wenn Thrombosen wegen der Pille selten sind: Es könnten noch weniger sein. © Pexels / Pixabay

Auch wenn Thrombosen wegen der Pille selten sind: Es könnten noch weniger sein. © Pexels / Pixabay

Antibabypille und Thrombosen

Hormonelle Verhütungsmittel erhöhen das Risiko für Thrombosen. Wie stark, das hängt vom Präparat ab. Antibabypillen, die schon länger auf dem Markt sind, sind deutlich weniger riskant, werden aber seltener verschrieben als neuere Präparate.

Eine Studie des Leibniz-Instituts für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS) zeigt jetzt für neue Antibabypillen die Risiken auf. Als Datengrundlage der Studie diente die pharmakoepidemiologische Forschungsdatenbank GePaRD. Sie enthält Abrechnungsdaten von vier gesetzlichen Krankenversicherungen in Deutschland und umfasst Informationen von derzeit ca. 25 Millionen Personen. Für die vorliegende Studie wurden Daten von 677.331 Mädchen und junge Frauen mit einer Neuverordnung einer „Pille“ zwischen 2005 und 2017 benutzt. Das Thromboseriko war – je nach Wirkstoff – bis zu doppelt so hoch, bei Gestoden, einem synthetischen Gestagen, lag es sogar beim Fünffachen des Risikos anderer Wirkstoffe.

Thrombosen sind insbesondere bei jungen Frauen zwar sehr seltene Ereignisse, Dennoch ist nach Schätzungen der europäischen Arzneimittelbehörde EMA davon auszugehen, dass es durch die Verschreibung von Pillen mit hohem Thromboserisiko statt jenen mit geringem Risiko jedes Jahr zu zwei bis sieben zusätzlichen Thrombosen pro 10.000 Nutzerinnen kommt. Das sind Krankheitsfälle mit zum Teil sehr schwerem Verlauf, die sich durch ein anderes Verordnungsverhalten verhindern ließen.