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Schwimmen als Ausdauertraining: So trainieren Sie gelenkschonend Herz und Kreislauf. © mhp / fotolia

Schwimmen als Ausdauertraining: So trainieren Sie gelenkschonend Herz und Kreislauf. © mhp / fotolia

Sport verjüngt die Zellen

Moderater Ausdauersport nach einem individuellen Trainingsplan tut dem Herz-Kreislauf-System gut. Bei einer Studie der Medizinischen Hochschule Hannover hat sich zudem gezeigt, dass sogar ein Verjüngungseffekt der Zellen auftritt.

Die Studie

Getestet wurden 291 Probandinnen im Alter von 45 bis 65 Jahren, die beruflich einer vorwiegend sitzenden Tätigkeit nachgehen. Alle waren Nichtraucherinnen. Verglichen wurden Teilnehmerinnen, die ein individuell angepasstes Ausdauersportprogramm von 210 Minuten pro Woche für sechs Monate absolvierten, mit einer Kontrollgruppe, die inaktiv blieb. Danach wurden verschiedene Daten erhoben, die Auskunft über die kardiologische Fitness geben, Messgrößen des metabolischen Syndroms bestimmt und die Telomerlänge ermittelt. Die Länge dieses Abschnittes an den Enden der Chromosomen (enthalten die DNA) ist ein Maß für das biologische Alter – je länger, desto jünger ist die Zelle.

Die Durchführung der Studie erfolgte an der Medizinischen Hochschule Hannover mit Unterstützung des Exzellenzclusters REBIRTH sowie der Deutschen Stiftung für Herzforschung.

  • Das aktuelle Fachwort: Metabolisches Syndrom

    Die vier Hauptrisikofaktoren für die Entstehung einer Erkrankung der Herzkranzgefäße werden als Metabolisches Syndrom zusammengefasst. Diese sind: veränderte Cholesterinwerte, Bluthochdruck, Fettleibigkeit und Insulinresistenz (Diabetes mellitus Typ 2). 

  • Was sind Telomere?

    Telomere sind die Endstücke der Chromosomen. Sie sind nicht selbst an der Steuerung der Lebensvorgänge beteiligt, sondern schützen und stabilisieren das jeweilige Chromosom. Sie werden oft mit den Kunststoffkappen am Ende von Schnürsenkeln verglichen, die ein Ausfransen verhindern. Bei der Zellteilung verkürzen sich diese Endstücke. Wenn sie zu kurz werden und die Schutzfunktion nicht mehr erfüllen, kann sich die Zelle nicht mehr teilen (sie altert) oder stirbt ab.

    Vor allem in Zellen, die sich besonders oft teilen müssen (z. B. Keimbahn, Stammzellen und Immunzellen), kommt das Enzym Telomerase zum Einsatz. Dieses baut nach der Zellteilung die Telomere wieder auf. Durch eine gesunde Lebensweise und insbesondere durch Ausdauersport kann man die Aktivität der Telomerase und damit die Länge der Telomere günstig beeinflussen.[1]

Das Ergebnis 

Die Auswertung der Studie ergab bei der Gruppe der aktiven Teilnehmerinnen verbesserte Herz-Kreislauf-Parameter, insbesondere bei Blutgefäßelastizität und diastolischem Blutdruck. Auch auf Wohlbefinden und Arbeitsfähigkeit hatte sich das Training positiv ausgewirkt. „In Bezug auf eine Zellverjüngung haben vor allem Frauen mit einer schlechten körperlichen Fitness vom moderaten Ausdauertraining profitiert. Für eine Zellverjüngung bei Frauen mit besserer Ausgangsfitness ist möglicherweise ein intensiveres Ausdauertraining notwendig“, so Dr. Dominik Berliner, Klinik für Kardiologie und Angiologie, Medizinische Hochschule Hannover.

Fazit

Es ist nie zu spät, mit dem Ausdauertraining zu beginnen. Das tut Herz und Kreislauf gut, verbessert die allgemeine Fitness und macht nicht nur gefühlt jünger. Sprechen Sie gegebenenfalls mit Ihrem Arzt, welche Sportart in welchem Umfang für Sie geeignet ist.