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Schokolade als Köder in der Mausefalle. Finger weg von der Schokolade! – Muss jede Diabetes-Vorbeugung so streng sein? © Thomas Max Müller / pixelio

Finger weg von der Schokolade! – Muss jede Diabetes-Vorbeugung so streng sein? © Thomas Max Müller / pixelio

Aussicht auf neue Vorbeugungsstrategien gegen Diabetes

Diabetes Typ 2 entwickelt sich über Jahre hinweg aus einer Vorstufe, dem Prädiabetes. In dieser Phase liegen die Blutzuckerwerte noch unter den kritischen Werten, die Regulation des Blutzuckerspiegels ist aber bereits leicht beeinträchtigt. Menschen mit Prädiabetes bilden allerdings keine homogene Gruppe, wie Mediziner kürzlich in der Fachzeitschrift Nature Medicine erklärten. Im Rahmen einer Langzeitstudie konnten die Forscher aus München und Tübingen sechs Subtypen des Prädiabetes identifizieren, die sich in Bezug auf Risikofaktoren, Krankheitsentstehung und Prognose deutlich unterscheiden. Laut der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und DZD, könnten sich daraus wichtige Ansätze für individuell angepasste präventive und therapeutische Maßnahmen ergeben.

Die Untersuchung

Grundlage der Studie waren Daten aus zwei Langzeitprogrammen, bei denen seit 25 Jahren Angaben zu Lebensstil, familiärer Disposition für Diabetes und Gesundheitszustand gesammelt werden. Die Studienteilnehmer mit hohem Diabetesrisiko wurden regelmäßig klinisch, laborchemisch sowie in der Kernspintomografie untersucht. Neben Parametern des Zuckerstoffwechsels wurden nun auch die Insulinsekretion und -sensitivität gemessen, sowie die Verteilung des Körperfetts, die Blutfettwerte und genetische Faktoren analysiert.

Die Daten der rund 900 Probanden dienten als Grundlage für eine sogenannte Clusteranalyse. Das Ergebnis war eindeutig: Es zeigten sich bei den Probanden sechs Subtypen, diese unterscheiden sich bei den individuellen Risikofaktoren und beim weiteren Krankheitsverlauf. Beispielsweise läuft nicht jede Person mit Übergewicht automatisch auch Gefahr, einen manifesten Diabetes zu entwickeln. Erst die Kombination einzelner Parameter wie Körperfettverteilung oder Insulinsensitivität lässt genauere Aussagen zu. Die Abschätzung, wie wahrscheinlich jemand Diabetes Typ 2 entwickelt, ist so besser möglich, als wenn man nur von den Blutzuckerwerten ausgeht.

Der Nutzen

Diese Erkenntnis veranlasst die Forscher, künftig die Mechanismen und maßgeschneiderte therapeutische Strategien in den Hochrisikoclustern zu untersuchen. So können individuell angepasste Präventions- und Therapiemaßnahmen entwickelt und eingeleitet werden.