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EKG mit Vorhofflimmern und Rhythmuspflaster, das bei einer Patienten am Brustkorb aufgeklebt wurde. Das Pflaster besteht aus einem kleinen Gerät, das mittels Klebepad befestigt wird. © dpmed & Williamson Adams

Dieses Pflaster mit einer kleinen EKG-Aufzeichnungseinheit kann Vorhofflimmern aufspüren. © dpmed & Williamson Adams

Vorhofflimmern frühzeitig erkennen

Ein mobiles Rhythmuspflaster hilft, Vorhofflimmern rechtzeitig zu erkennen. So kann man früh Maßnahmen treffen, die das Schlaganfallrisiko senken.

Das Problem

Vorhofflimmern ist eine Herzrhythmusstörung, von der über 30 Millionen Menschen weltweit betroffen sind. Durch den unregelmäßigen Herzschlag kann das Blut in den Vorhöfen verklumpen. Gelangen solche Gerinnsel ins Gehirn und verschließen Gefäße, entsteht ein Schlaganfall. Bei älteren Menschen ist Vorhofflimmern eine der wichtigsten Ursachen für einen Schlaganfall. Weltweit ist Schlaganfall die zweithäufigste Todesursache bei Erwachsenen und eine der Hauptursachen für Behinderungen und Demenz.

Häufig macht Vorhofflimmern keine Beschwerden und ist deshalb nur schwer zu erkennen. Im EKG wird diese Herzrhythmusstörung sichtbar. Vorhofflimmern kann allerdings plötzlich auftreten und wieder verschwinden, wenn dann nicht zufällig ein EKG gemacht wird, bleibt es unentdeckt

Der Lösungsansatz

Vorhofflimmern, das keine Beschwerden verursacht und/oder nur sporadisch auftritt, kann man unter anderem mit einem Langzeit-EKG aufspüren. Dafür gibt es mobile Geräte. Dank moderner Technik kann man sie so klein gestalten, dass sie mit einem Pflaster auf die Haut geklebt werden können. Aber wie genau sind diese Mini-Gräte?

Die Studie

In der randomisierten Studie mit dem Namen SCREEN-AF wurde ein Rhythmuspflaster untersucht, das jeden Herzschlag aufzeichnet und stummes Vorhofflimmern aufspüren kann. An der Studie nahmen 856 Personen aus 48 Hausarztpraxen im Zeitraum von 2015 bis 2019 teil. Die Teilnehmer waren 75 Jahre oder älter und hatten einen hohen Blutdruck, aber kein bekanntes Vorhofflimmern.

Die Hälfte der Teilnehmer erhielt das Rhythmuspflaster, das zweimal für jeweils zwei Wochen auf die Brust aufgeklebt wurde. Die andere Hälfte erhielt die medizinische Standardversorgung.

In das Rhythmuspflaster ist eine EKG-Aufzeichnungseinheit integriert, die den Herzschlag für zwei Wochen durchgehend aufzeichnet. Das Pflaster wurde nach zwei Wochen abgenommen und zur Auswertung eingeschickt. Alle Teilnehmer wurden sechs Monate lang beobachtet.

Das Ergebnis

Die Studie ergab, dass das Rhythmuspflaster von den Teilnehmern gut vertragen und Vorhofflimmern zehn Mal häufiger erkannt wurde. In der Rhythmuspflastergruppe wurde bei 23 Teilnehmern Vorhofflimmern festgestellt, in der Kontrollgruppe nur bei 2. Die gefundenen Vorhofflimmerepisoden, waren meist mehrere Stunden lang.

Von den Vorhofflimmerpatienten erhielten 75 % ein blutverdünnendes Medikament zum Schutz vor Schlaganfällen.

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