Ihr Herz-Kreislauf-Portal

„Ich trage meinen Lebensretter bei mir“ – der subkutane ICD im Einsatz

Ein subkutaner Kardioverter-Defibrillator (S-ICD) ist ein kleines Gerät, das Menschen ähnlich wie ein Herzschrittmacher unter die Haut eingesetzt wird, um sie vor einem „plötzlichen Herztod“ zu schützen. Hierbei bleibt das Herz plötzlich und unerwartet stehen. In der Regel liegt eine schwerwiegende Herzrhythmusstörung aufgrund einer – oft bis dahin unerkannten – Herzerkrankung zugrunde. Das Besondere an einem S-ICD im Vergleich zu einem herkömmlichen implantierbaren Defibrillator (ICD) ist, dass er das Herz schützt, ohne es zu berühren. Defibrillatoren werden in der Medizin bereits seit Jahrzehnten verwendet und haben hunderttausende Leben verlängert.

Fraukes S-ICD-Geschichte

Bei Frauke wurde das Long-QT-Syndrom diagnostiziert, eine seltene Herzrhythmusstörung, bei der der Herzschlag plötzlich aussetzen kann. Bereits dreimal rettete ihr ein S-ICD von Boston Scientific das Leben. Klicken Sie unten, um ihr Video zu sehen.

Was ist ein S-ICD?

Ein subkutaner-Defibrillator ist ein elektronisches Gerät, das in den Körper implantiert wird. Diese kleinen Geräte überwachen kontinuierlich den Herzrhythmus. Erkennen sie einen bedrohlich schnellen Herzrhythmus, geben sie einen lebensrettenden Schock ab, der den normalen Herzrhythmus wiederherstellt. Der S-ICD besteht aus einem batteriebetriebenem, computergesteuertem S-ICD Implantat, welches auf der linken Seite der Brust neben dem Brustkorb platziert wird. Das Implantat gibt den elektronischen Schock ab. Die Elektrode wird an das S-ICD Implantat angeschlossen und verläuft unmittelbar unter der Haut über dem Brustbein.  Die Elektrode leitet die elektrischen Signale.

Was unterscheidet einen S-ICD von einem transvenösen ICD?

Der wesentliche Unterschied liegt darin, dass beim Einsetzen eines S-ICD Herz und Venen unberührt bleiben. Die Elektroden werden unter der Haut implantiert und überwachen, die Herzimpulse. Der lebensrettende Schock wird, falls eine schwerwiegende Herzrhythmusstörung auftritt, nicht wie beim transvenösen ICD direkt im Herzen, sondern durch das umgebende Gewebe hindurch verabreicht. Der Impulsgeber des S-ICD wird seitlich über dem Brustkorb unter der Haut implantiert.

Bei einem transvenösen ICD werden die Elektroden dagegen direkt im Herzen platziert, der Impulsgeber sitzt unterhalb des Schlüsselbeines. Dieser Eingriff ist minimal aufwändiger, da die Elektroden durch die Venen direkt ins Herz geführt werden.

Beide Defibrillatorenarten können bedrohlich schnelle Herzrhythmusstörungen erkennen und im Notfall einen Elektroschock verabreichen. Anders als der transveöse ICD kann der S-ICD jedoch nicht als Herzschrittmacher dienen , der einen zu langsamen Herzschlag wieder in Takt bringt.

Leben mit dem S-ICD

Wie lange es dauert, um nach der Implantation das gewohnte Leben wieder aufzunehmen, ist von Patient zu Patient unterschiedlich. In der Regel erfolgt die Entlassung ein Tag nach dem Eingriff. Die vollständige Erholungsphase nach der Implantation dauert meist 4 bis 6 Wochen. Der behandelnde Arzt teilt den Patienten mit, worauf in dieser Zeit zu achten ist.

Im täglichen Leben macht sich der S-ICD in der Regel kaum noch bemerkbar und die meisten Patienten können allen gewohnten Aktivitäten nachgehen. Selbst Sport – auch Leistungssport – ist möglich. Vorsicht ist nur bei Sportarten geboten, bei denen es zu Schlägen auf das Aggregat oder Ähnliches kommen kann.

Telemedizin: Komfort bei der Nachsorge

Patienten mit einem implantierten Defibrillator müssen in gewissen Abständen Kontrolluntersuchung wahrnehmen. Bei diesen Nachsorgeuntersuchungen werden die übertragenen Daten des Gerätes mittels eines Scanners kontrolliert, die Geräteeinstellungen überprüft und falls notwendig Anpassungen vorgenommen.

Eine Kontrolle über eine telemedizinische Lösung kann teilweise die persönlichen Arztbesuche ersetzen. Dabei ermöglicht ein beim Patienten zu Hause aufgestelltes Übertragungsgerät (LATITUDE™ NXT-System) eine regelmäßige Überprüfung des Gerätes aus der Ferne. Die telemedizinische Fernüberwachung mit dem LATITUDE™ NXT-System übermittelt die gleichen Daten, die der Arzt in der Praxis abrufen würde, z. B. der Batteriezustand und ein subkutanes EKG. Außerdem ist erkennbar, ob gefährliche Herzrhythmusstörungen auftraten und ob der ICD darauf mit einer Schockabgabe reagiert hat. Die Einstellungen des S-ICD lassen sich aus der Ferne allerdings nicht verändern; hierfür sind die persönlichen Arztbesuche unverzichtbar.

Durch die telemedizinische Fernnachsorge können je nach Voraussetzung persönliche Arztbesuche eingespart werden, kürzere Kontroll-Abstände sind möglich und bei Auffälligkeiten kann der Arzt schneller reagieren. Allerdings ist die telemedizinische Nachsorge kein Notfallsystem.

Was ist ein plötzlicher Herzstillstand, und wie kann er behandelt werden?

Der plötzliche Herzstillstand, auch als plötzlicher Herztod bezeichnet, ist ein schwerwiegender und lebensbedrohlicher medizinischer Notfall. Er tritt als Folge einer gravierenden Herzrhythmusstörung ein. Meist handelt es sich dabei um einen unregelmäßigen, zu schnellen Herzschlag der Herzkammern (ventrikuläre Tachykardie, Kammerflimmern), wie sie unter anderem nach einem Herzinfarkt auftreten kann.

Während des plötzlichen Herzstillstandes hört das Herz auf zu schlagen – abrupt und ohne Vorwarnung. Das Gehirn wird nicht mehr mit Blut versorgt: Es kommt schnell zum Verlust des Bewusstseins, der Betroffene wird ohnmächtig. Ohne eine sofortige Behandlung mit einem Defibrillator, der einen elektrischen Schock an das Herz abgibt, können ein Hirnschaden und Tod die Folge sein.

Risikofaktoren

Selbst wenn ein plötzlicher Herzstillstand auch junge und scheinbar völlig gesunde und fitte Menschen treffen kann, liegt bei ihnen meist bereits ein unerkanntes Herz-Kreislauf-Problem vor, z. B. eine koronare Herzkrankheit. Sind in Ihrer Familie koronare Herzkrankheit, Herzrhythmusstörungen oder gar Fälle von plötzlichem Herztod aufgetreten, sollten Sie mit Ihrem Arzt darüber sprechen, um Ihr persönliches Risiko eines plötzlichen Herztodes abzuklären.

  • Über diesen Artikel

    Partnercontent

    Über Boston Scientific

    Boston Scientific entwickelt seit 1970 innovative medizinische Lösungen, die die Gesundheit der Patienten auf der ganzen Welt verbessert und ihr Leben verlängern. Zu den Geschäftsfeldern gehören neben der interventionellen Kardiologie auch Endoskopie, Neuromodulation, Periphere Interventionen, Rhythmus-Management sowie Urologie und Beckengesundheit.

    Bild- und Mediennachweise: 

    • Titelbild © gilaxia / iStock
    • Illustrationen ICD/S-ICD und Video © Boston Scientific Corporation

Mehr über den S-ICD

Informationen der Firma Boston Scientific rund um den S-ICD zum Ablauf der Implantation, zum Alltag mit dem S-ICD und zur Kontrolle des S-ICD durch Ihren Arzt. Außerdem finden Sie hier Berichte über persönliche Erfahrungen von Patienten mit dem S-ICD.

www.s-icd.de