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Junge Frau krümmt sich vor Schmerz. Schmerzmittel sind ein Segen, bergen aber das Risiko von Bluthochdruck. © unknownuserpanama / Pixabay

Schmerzmittel sind ein Segen, bergen aber das Risiko von Bluthochdruck. © unknownuserpanama / Pixabay

Blutdruck und Schmerzmittel

Schmerzmittel (Analgetika) gehören in jede Hausapotheke. Sie sollten aber Notfallmedikamente bleiben und nicht regelmäßig eingenommen werden, auch wenn sie frei verkäuflich sind. Ein Grund dafür ist ihr Einfluss auf den Blutdruck. Die am meisten verwendeten Wirkstoffe erhöhen den Blutdruck – vor allem bei langjähriger häufiger Anwendung.

Langfristig: Welche Wirkstoffe erhöhen langfristig den Blutdruck?

Problematisch in Sachen Bluthochdruck-Erkrankung können unter anderem die sogenannten nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) werden. Dazu gehören Diclofenac, Ibuprofen und Naproxen. Vor allem Ibuprofen wirkt deutlich blutdrucksteigernd. Doch auch Paracetamol zeigt neuen Studien zufolge eine erhebliche blutdrucksteigernde Wirkung. Selbst Acetylsalicylsäure (ASS) lässt den Blutdruck steigen, wenn auch nicht ganz so stark wie die anderen Wirkstoffe.

Deshalb: Gehen Sie sparsam mit Schmerzmitteln um! Haben Sie ein erhöhtes Risiko, Hypertonie oder eine andere Herz-Kreislauf-Erkrankung zu entwickeln, lassen Sie sich bitte ärztlich oder in der Apotheke zur Wahl des Schmerzmittels beraten. Auch wenn Sie häufig oder gar chronisch unter Schmerzen leiden, ist eine Beratung sehr wichtig.

Akut: Schmerzmittel und blutdrucksenkende Medikamente

All diese Wirkstoffe haben natürlich auch kurzfristig, also direkt nach der Einnahme, einen Effekt auf den Blutdruck. Das ist insbesondere für Hypertoniker relevant, die ohnehin mit merklichen Blutdruckschwankungen zu kämpfen haben bzw. deren Blutdruck medikamentös nicht optimal eingestellt ist.

Sprechen Sie bei Ihrer Ärztin bzw. Ihrem Arzt das Problem Schmerzmittel an! Es gibt verschreibungspflichtige Analgetika, die keine so große Wirkung auf den Blutdruck haben.

Keine Panik!

Zugegeben: Das bisher Gesagte klingt, als müsste man aus Sorge um den Blutdruck Schmerzen nun einfach ertragen. Das wäre aber keine gute Idee. Schmerz bedeutet Stress und Stress ist schlecht für Herz und Kreislauf. Außerdem haben viele Schmerzmittel auch eine entzündungshemmende und/oder muskelentspannende Wirkung, die sich günstig auf die Schmerzursache auswirkt.

Wie immer gilt: Panik ist nicht angebracht, Vorsicht schon. Gehen Sie einfach sorgsam mit Schmerzmitteln um. Nehmen Sie sie nur bei echtem Bedarf und nie länger als drei, höchstens vier Tage. Manche nicht ganz so starke Schmerzen lassen sich durch Hausmittel wie Wärme zum Entspannen der Muskulatur, kühle Umschläge zum Mildern von Entzündungen oder durch Tees lindern. Wenn Sie die Erfahrung gemacht haben, dass das bei Ihnen und dem speziellen Schmerz nicht hilft, nehmen Sie das Analgetikum schon recht früh, denn wenn der Schmerz bereits sehr intensiv ist, dauert es länger, bis das Mittel wirkt, und man braucht eine höhere Dosis.