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Solidarität in Zeiten von Corona: Die Mund-Nase-Maske hilft, die Ansteckungsgefahr für andere zu verringern. © Tobias Weil / Pixabay

Solidarität in Zeiten von Corona: Die Mund-Nase-Maske hilft, die Ansteckungsgefahr für andere zu verringern. © Tobias Weil / Pixabay

Corona und Bluthochdruck – Risikofaktoren

Die Europäische Bluthochdruckgesellschaft stellt fest: Es gibt keine eindeutigen Hinweise darauf, dass Bluthochdruck als solcher mit einem erhöhten Infektionsrisiko durch COVID-19 verbunden ist. Daher sollten Patienten mit Bluthochdruck die gleichen Vorsichtsmaßnahmen treffen wie Patienten derselben Alterskategorie und mit vergleichbaren anderen Vorkerkrankungen.

Kein Risiko durch Blutdrucksenker

Auch wenn ACE-Blocker und die sogenannten Sartane, die in blutdrucksenkenden Medikamenten enthalten sind, scheinbar eine Rolle beim Infektionsweg spielen, gibt es bislang keine Beweise, dass die Einnahme von Blutdrucksenkern mit einem höheren Corona-Infektionsrisiko einhergeht. 

Auch der Verlauf der Krankheit wird nicht negativ beeinflusst: Eine aktuelle Studie aus China erbrachte den Nachweis, dass Patientinnen und Patienten, die blutdrucksenkende Medikamente einnehmen, keine schlechtere Prognose als andere Menschen haben, wenn sie an Covid-19 erkranken. Ausgewertet wurden über 1.100 Covid-19-Patienten. Signifikante Unterschiede zwischen Patienten mit Blutdrucksenkern und Patienten ohne gab es weder bei der Schwere der Krankheitsverläufe noch bei den Todefällen. Auch welche Art Blutdrucksenker eingenommen worden war, wirkte sich statistisch nicht aus.

„Die neuen Daten können Behandlern und Patienten daher eine hohe Sicherheit geben, denn es handelt sich schließlich um die Auswertung einer großen Patientenzahl mit einem eindeutigen Ergebnis: Eine vorhergehende Behandlung mit Blutdrucksenkern beeinträchtigte das Outcome von Covid-19-Patienten nicht“, erklärt Prof. Dr. med. Ulrich Wenzel, Hamburg, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Hochdruckliga (DHL).

Auf der anderen Seite kann ein schlecht eingestellter Blutdruck zu Folgeproblemen führen, die im Infektionsfall den Verlauf der Erkrankung ungünstig beeinflussen. Die aktuelle Pandemie ist also kein Anlass, Blutdruckmittel abzusetzen. Vor allem nicht eigenmächtig. Wer sich unsicher fühlt, sollte mit seinem Arzt sprechen, ob eventuell ein Wechsel des Medikaments möglich oder sinnvoll ist.

Risikofaktoren und Hilfsangebote 

Je mehr Risikofaktoren Sie aufweisen, desto sorgfältiger sollten Sie Ansteckungssituationen meiden. Lassen Sie gegebenenfalls helfen – es gibt Hilfsangebote z. B. zum Einkaufen. Menschen, die nicht zur Risikogruppe gehören, sollten zum Schutz der Gefährdeten unbedingt die aktuellen Verhaltensregeln einhalten.

Risikofaktoren:

  • Alter – 60 Jahre oder älter
  • Erkrankungen der Atemwege
  • Erkrankungen, die das Abhusten erschweren
  • Grunderkrankungen wie Herzerkrankungen, Diabetes, Leber-, Nieren- oder Krebserkrankungen
  • Immunschwäche
  • Medikamente zu Unterdrückung der Immunabwehr (z. B. Cortison)

Hilfsangebote:

Unter dem Stichwort „Corona Hilfe“ und unter Angabe der Stadt oder Region findet man im Internet weitere Initiativen.