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Blutzucker messen – Diabetiker haben ein erhöhtes Risiko für einen plötzlichen Herzstillstand. © Martin Büdenbender / Pixabay

Diabetiker haben ein erhöhtes Risiko für einen plötzlichen Herzstillstand. © Martin Büdenbender / Pixabay

Diabetes erhöht Gefahr für plötzlichen Herztod

Diabetiker nehmen Schmerzen oft nur gedämpft oder gar nicht wahr, denn ein Diabetes schädigt die Nerven. Dieses verringerte Schmerzempfinden betrifft auch die herznahen Nerven, Warnzeichen für Herzprobleme wie z. B. die typischen Brustschmerzen als Folge der Durchblutungsstörung des Herzmuskels (Koronare Herzerkrankung). werden dann nicht mehr oder kaum wahrgenommen. Zusätzlich verschlechtert ein dauerhaft zu hoher Blutzuckerspiegel die Durchblutung des Herzmuskels. Aus diesen Gründen ist bei Diabetikern die Gefahr für stumme Herzinfarkte und Herzrhythmusstörungen erhöht. Das Risiko für den plötzlichen Herztod, der bei Diabetikern auch als „Dead-in-bed-Syndrom“ bezeichnet wird, ist bei Diabetikern sogar doppelt so groß wie bei Nicht-Diabetikern.

Ein dauerhaft zu hoher Blutzuckerspiegel schädigt die Blutgefäße: Atherosklereose wird begünstigt, die zu Koronarer Herzkrankheit führen kann. Wenn diese in einen Herzinfarkt mündet, spüren Diabetiker das seltener und können deshalb nicht passend reagieren. 

Häufige oder lange Phasen von Unterzuckerung können Herzrhythmusstörungen auslösen. Dabei spielen Störungen des Mineralhaushalts (Mangel an den Elektrolyten Kalium und Magnesium), die mit der Unterzuckerung verbunden sind, eine Rolle. 

Individuelles Risiko erkennen und senken

Das Risiko für einen plötzlichen Herztod ist nicht bei allen Diabetikern gleich hoch. Diese Fragen helfen Ihnen, Ihr eigenes Risiko einzuschätzen:

  • Wie gesund leben Sie?
  • Wie gut ist Ihr Blutzuckerspiegel eingestellt?
  • Liegen bereits – eventuell noch unerkannte – Herzprobleme vor?

So senken Sie ihr persönliches Herztod-Risiko

Leben Sie jeden Tag etwas gesünder. Mit dieser tägliche Überwindung können Sie am meisten Einfluss auf Ihr Risiko nehmen. Ein gesunder Lebensstil mit ausreichend sportlicher Betätigung, ausgewogener und dem Diabetes angepasster Ernährung, ohne Rauchen und nur sehr wenig Alkohol wirkt sich positiv auf die Zuckerwerte und auch auf Herz und Kreislauf aus. Auch erholsamer Schlaf und ein gutes Stressmanagement gehören dazu.

Beim Blutzuckerspiegelarbeiten Sie und Ihr Arzt Hand in Hand. Ihr Hausarzt oder Diabetologe kümmert sich um die passenden Medikamente, Sie sollten sich an die Therapie halten. Gemeinsam besprechen Sie Probleme, die während der Behandlung auftauchen.

Als Diabetes- und Herzpatient sollten Sie grundsätzlich von Ihrem Hausarzt Herzinfarkt-Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Blutzuckerwerte, Cholesterinwerte sowie Übergewicht überprüfen lassen. Bei langjährigen und/oder starken Diabetikern kann auch ein Herz-Check angezeigt sein, vor allem natürlich bei Beschwerden wie Kurzatmigkeit, geringer Belastbarkeit oder Herzrasen/Herzstolpern.

Diabetes Früherkennung für Herzpatienten

Übrigens sollten nicht nur alle Diabetiker auf ihre Herzgesundheit achten. Umgekehrt sollten auch alle Herzpatienten in regelmäßigen Abständen ihren Blutzuckerwert (Nüchternblutzucker) messen lassen, um einen Diabetes rechtzeitig zu erkennen.

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  • Über diesen Artikel

    Autor: Redaktion

    Erstellt: 26.11.2019

    Literatur: 

    „Plötzlicher Herztod: Diabetes erhöht Risiko – Herzinfarkt-Symptome fehlen oft bei Diabetikern“, Pressemitteilung von Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung, November 2019; https://idw-online.de/de/news726807

    Bildnachweis: Titelbild © Martin Büdenbender / Pixabay