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Röntgenbild vom Brustkorb mit implantiertem Threapiergerät – Das Entfernen eines Therapiesystems ist keine seltene Operation, Ärzte und Ärztinnen sind gut dafür gerüstet. © Douglas Olivares / iStock

Das Entfernen eines Therapiesystems ist keine seltene Operation, die Ärzte sind gut dafür gerüstet. © Douglas Olivares / iStock

Entfernen des Therapiesystems

Ein Herzschrittmacher, ein implantierbarer Defibrillator (ICD) oder ein Gerät zur kardialen Synchronisationstherapie (CRT) ist ein lebenslanger Begleiter. Theoretisch zumindest, denn natürlich kann es immer wieder Gründe geben, das System ganz oder teilweise auszutauschen oder zu entfernen.

Wann wird etwas entfernt?

Ein typischer Fall ist der Austausch des Aggregates bzw. Impulsgebers, wenn die Batterien (je nach System nach 5 bis 12 Jahren) erschöpft sind. Diese sind fest im Aggregat verbaut. Daher wird das ganze Gerät entfernt und nicht selten durch ein moderneres Aggregat ersetzt.

Gelegentlich kann es zu Komplikationen im Bereich der Aggregates kommen, die ein außerplanmäßiges Eingreifen nötig machen – z. B. eine Infektion, eine Fehlfunktion oder wenn das Aggregat an die Hautoberfläche „wandert“ .

Die Elektroden – auch Sonden genannt – werden bei so einem Austausch weiterverwendet, das neue Gerät wird wieder eingesteckt. Das Herz wird von diesem Eingriff also nicht berührt.

Auch Sonden, die ihre Funktion verloren haben, müssen nicht zwangsläufig entfernt werden. Wenn keine Komplikationen eingetreten oder unmittelbar zu erwarten sind, können sie im Körper verbleiben. Das betrifft zum Beispiel:

  • Stilllegung von Therapiegeräten
  • Defekte Elektroden
  • Sonden, die nicht zum neu einzusetzenden Aggregat passen (z. B. bei einem moderneren Gerät oder einem Gerät mit zusätzlichen oder anderen Funktionen)

Gelegentlich müssen alte Sonden entfernt werden, etwa bei:

  • Infektionen der Elektroden
  • Thrombosen, Gefäßverengungen oder -verschlüsse in den Gefäßen, in denen die Elektroden zum Herzen geführt werden
  • Gebrochenen Elektroden mit dem Risiko einer Herzmuskel- oder Venenverletzung.
  • Zu vielen alte Elektroden, die im Venensystem Platz wegnehmen und so die Implantation neuer Sonden verhindern

Wie wird etwas entfernt?

Das Aggregat kann relativ leicht ausgetauscht werden, indem die Tasche, in der es sitzt, geöffnet wird. Das Gerät wird von den Elektroden getrennt und entnommen. Beim Batterietausch wird während desselben Eingriffs ein neues Aggregat eingesetzt. Am Ende wird die Tasche verschlossen.

Müssen Sonden entfernt werden, kann man diese im günstigsten Fall einfach herausziehen (Sondenexplantation). Dabei wird der Zugang, der bei der Implantation geschaffen wurde, genutzt.

Nach einigen Jahren sind die Sonden jedoch meist  zu fest im Gewebe verwachsen, um sie einfach zu ziehen. Es können sich auch Teile gelöst haben (z. B. durch Bruch), Sonden können sich ins umgebende Gewebe hinein verschoben haben oder der ursprüngliche Eingang in der Vene kann nicht als Ausgang benutzt werden.

In diesen Fällen muss eine sogenannte Sondenextraktion vorgenommen werden. Diese wird zu über 95 % minimal-invasiv – also mittels Katheter – durchgeführt.

Sind die Sonden lediglich eingewachsen, kommt eine röhrenförmige „Schälapparatur“ zum Einsatz. Eine winzige Röhre wird über die Sonde gestülpt, langsam nach vorne bewegt und anhaftendes Gewebe abgeschält. Seit ein paar Jahren wird dabei Lasertechnik genutzt – das Ablösen vom Gewebe passiert dabei nicht mechanisch, sondern schonender mittels Laserlicht. Dieses Verfahren wird auch „Laserexplantation“ genannt.

Für komplexere Fälle stehen den Operateuren eine Vielzahl weiterer Werkzeugen zur Verfügung, die je nach individueller Situation zum Einsatz kommen.

Nur in seltenen Fällen kann auch eine Operation mit Öffnung des Brustkorbs nötig sein.