Ihr Herz-Kreislauf-Portal

Ärztin. Ärzte sind Helfer, die Verantwortung für Ihre Gesundheit liegt bei Ihnen selbst. © Daniel Dan / Pixabay

Frau Doktor wird’s schon richten? Ärzte sind Helfer, die Verantwortung für Ihre Gesundheit liegt bei Ihnen selbst. © Daniel Dan / Pixabay

Reparieren lassen oder Do it yourself?

Es ist eine kuriose Situation:

Einerseits bekommt man auf allen Kanälen – Presse, Fernsehen, Social Media – gefragt oder ungefragt Tipps, wie man gesünder lebt und/oder was man bei diesen oder jenen Beschwerden tun sollte. Viele Menschen befolgen diese Ratschläge auch, egal, wie sinnvoll sie tatsächlich sind.

Auf der anderen Seite werden Informationen zu Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht oder Bewegungsmangel als „Panikmache“ beiseite gewischt, weil man ja „trotzdem gesund“ ist. Und wenn die Betreffenden dann doch die Auswirkungen ihres Lebensstils spüren, verlassen sie sich darauf, dass sie mit ihren Beschwerden zum Arzt gehen können und dieser sie sozusagen „repariert“.

Aber: Die Medizin kann heute zwar viel – aber Wunder wirkt sie nach wie vor nur sehr, sehr selten. Ohne die „Mithilfe“ der Patienten geht schon mal (fast) gar nichts.

  • Vorbeugen ist besser als heilen

    Schon Hippokrates (um 400 v. Chr.) wusste, dass es sinnvoller ist, einer Krankheit vorzubeugen, als später Heilversuche zu unternehmen. Oft sind die Heil-Methoden komplizierter als die Vorbeugemaßnahmen oder sie haben Nebenwirkungen. Oft können sie den Schaden nicht beheben, sondern ihn nur begrenzen, weil die Ursache nicht oder nicht komplett zu eliminieren ist. Oder aber die Therapie muss ein Leben lang durchgeführt werden und überhaupt ist die Therapie oftmals teurer als es eine gesunde Lebensweise gewesen wäre.

    Das Fundament der Vorbeugung: Achten Sie auf sich!

    Damit man sich seine Gesundheit so lange wie möglich erhalten kann, muss man erst einmal ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass man etwas tun muss. Neben dem Ernstnehmen der vielfachen Informationen zu gesunder Lebensweise und zu Risikofaktoren geht es dabei um Achtsamkeit. Was ist mit dem heutzutage so strapazierten Begriff „Achtsamkeit“ gemeint?

    • Nehmen Sie Ihre körperlichen Empfindungen, Gefühle und Gedanken wahr!
      Lassen Sie sie nicht im Stress untergehen. So können Sie jederzeit korrigierend eingreifen und z. B. eine Pause einlegen, einen wohltuenden Tee trinken oder einen schmerzlindernden Wickel anwenden. Sie bemerken dann mit der Zeit auch, wenn sich ungünstige Verhaltensweisen einzuschleichen drohen, und können gegensteuern, bevor sie sich zu einer Gewohnheit verfestigen.
    • Behalten Sie Ihre Gesundheit im Blick!
      Neben dem Blutdruck, den Sie ab und an kontrollieren sollten, sind vor allem Gewicht und körperliche Leistungsfähigkeit Indizien dafür, ob etwas nicht in Ordnung ist. Wenn sich Ihr Gewicht scheinbar grundlos deutlich nach unten oder oben ändert oder Ihre Leistungsfähigkeit deutlich nachlässt, sollten Sie Hilfe suchen. Auch psychische Probleme wie Abgeschlagenheit oder niedergedrückte Stimmung können körperliche Ursachen haben.
    • Schieben Sie Probleme nicht einfach beiseite!
      Auch wenn die Selbstheilungskräfte des Körpers beachtlich sind: Wenn trotz Hausmitteln und/oder der Änderungen im Alltag ein Problem bestehen bleibt, suchen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin auf. Warten Sie nicht wochen- oder gar monatelang darauf, dass der Schmerz oder die Einschränkung von selbst verschwindet. Unter Umständen verschlimmert sich Ihr Gesundheitsproblem in der Zwischenzeit oder wird sogar chronisch.
      Bei einigen Symptomen sollten Sie auch gar nicht abwarten. Dazu gehören die Symptome von Herzinfarkt und Schlaganfall.
    • Legen Sie nicht jede Missempfindung auf die Goldwaage!
      Bei aller Aufmerksamkeit für die eigene Gesundheit: Es ist völlig normal, wenn Sie mal an einem Tag nicht so gut drauf sind, ein Muskel aus unerklärlichen Gründen vorrübergehend „ziept“ oder der Blutdruck kurzfristig ein wenig höher ist als sonst. Horchen Sie nicht ängstlich in sich hinein, man kann sich nämlich auch in etwas hineinsteigern. 

    Zwei Säulen der Vorbeugung

    Vorbeugung besteht aus zwei Elementen.

    Zum einen geht es um die Frage: „Was hält mich gesund?“. In Fachkreisen nennt man das Gesundheitsförderung. Sie umfasst alles, was dem Körper hilft, optimal zu funktionieren. In diese Kategorie fallen in erster Linie

    • Gesunde Ernährung
    • Ausreichend Bewegung
    • Gutes Stressmanagement

    Die andere Frage ist: „Was macht mich krank?“ Hier ist das Ziel, Risikofaktoren zu meiden oder zu minimieren, um das Erkrankungsrisiko zu senken. Das Fachwort dafür lautet Prävention oder auch Prophylaxe. In diese Gruppe gehören unter anderem

    • Nicht rauchen
    • Sparsamer Umgang mit Alkohol
    • Meiden anderer Drogen
    • Schutzimpfungen
    • Hygiene-Maßnahmen
    • Regelmäßige Medikamenteneinnahme bei Vorliegen einer Erkrankung, um das Risiko für Folgeerkrankungen zu senken (Sekundärprävention)

    Auch das rechtzeitige Erkennen von Problemen mittels Vorsorge- bzw. Früherkennungsuntersuchungen wird als Prävention bezeichnet, weil frühes Handeln in den meisten Fällen Schlimmeres verhindert.

    Wichtig sind Prävention und Vorbeugung insbesondere für Menschen mit bestimmten Risikofaktoren. Das kann eine familiäre Vorbelastung sein oder eine bereits durchlebte Erkrankung. Auch Risikofaktoren im Alltag gehören dazu, wie Stress, eine sitzende berufliche Tätigkeit bzw. Bewegungsmangel, ein Job mit besonderen körperlichen Belastungen oder auch Schichtarbeit.

     

  • Mitmachen!

    Nicht selten haben Ärztinnen und Ärzte ein Problem: Patienten erwarten, dass die Tabletten oder anderen Therapien ihre Krankheit – oder wenigstens ihre Beschwerden – beheben und sie ansonsten so weitermachen können wie bisher.

    Das funktioniert jedoch nur selten.

    Die wichtigste Voraussetzung ist, dass Sie sich an die Therapie halten. Es liegt in Ihrer Verantwortung, die Medikamente regelmäßig zu nehmen, verordnete Übungen zu machen oder sich zu schonen, wenn der Arzt bzw. die Ärztin das angeordnet haben. „Doktern“ Sie nicht zusätzlich selbst herum. Wenn Sie Probleme bekommen – z. B. mit Nebenwirkungen bei Medikamenten – sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin, statt einfach die Therapie abzubrechen.

    Unterstützen Sie die Therapie nach Möglichkeit mit „flankierenden Maßnahmen“. Das könnte gerade bei chronischen Problemen ein Wechsel der Ernährungs- und/oder Bewegungsgewohnheiten sein. Fragen Sie Ihren Arzt bzw. Ihre Ärztin danach.

    Und: Seien Sie zuversichtlich! Es ist erwiesen, dass Patienten, mit einer negativen Einstellung zur Therapie weniger Erfolge erzielen. Das gilt auch, wenn sie die Therapie wie verordnet einhalten – allein der psychische Effekt kann bereits die Heilung oder Symptomlinderung bremsen.

Fazit: Auch wenn Ärzte Ihnen mit ihrem Fachwissen helfen, sind doch in erste Linie Sie selbst für Ihre Gesundheit verantwortlich. In unserem Ratgeber finden Sie viele Tipps für einen gesunde Lebensstil.

  • Über diesen Artikel

    Autor: Redaktion / Ulrike Jonack

    Erstellt: 05.01.2023

    Literatur: „Randomisierte Studie bestätigt: Mit Achtsamkeits-Übungen lässt sich der Blutdruck signifikant senken“, Medscape, November 2022; https://deutsch.medscape.com/artikelansicht/4911814, abgerufen am 5.1.2023

    Bildnachweise:

    • Titelbild © Daniel Dan / pixabay.com [https://pixabay.com/de/users/outsideclick-16930317/]
    • Icons:
      • Bewegen © S. Hermann & F. Richter / pixabay.de
      • Blutdruck senken © PxHere.com
      • Abnehmen © Rosel Eckstein / pixelio.de
      • Rauchstopp © Martin Büdenbender / pixabay.com
      • Ernährung © Margot Kessler / pixelio.de