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Der Blutdruck gehört zu den Gesundheitswerten, die man im Blick behalten sollte. © Monika Wisniewska / fotolia

Der Blutdruck gehört zu den Gesundheitswerten, die man im Blick behalten sollte. © Monika Wisniewska / fotolia

Die wichtigsten Gesundheitswerte

Blutdruck, Cholesterin, Blutzucker – welche Werte sollten Sie im Blick behalten und ab wann sollte der Arzt konsultiert werden? 

  • Gewicht

    Das Körpergewicht spielt eine große Rolle bei der Gesundheitsvorsorge. Neben dem Gewicht selbst ist der Body-Mass-Index (BMI) ein hilfreicher Orientierungswert. Auch ein rasches Zu- oder Abnehmen kann auf eine Herz-Kreislauf-Erkrankung hinweisen. 

    Übergewicht ist ein Risikofaktor für eine Reihe von Erkrankungen. Vor allem Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes stehen dabei im Mittelpunkt. Je höher der BMI ist, desto größer sind die Risiken.

    Eine Änderung des Körpergewichts kann bei einigen Grunderkrankungen auf eine Verschlechterung des Zustandes hindeuten. So führen Wassereinlagerungen bei Herz- und bei Kreislaufschwächen (z. B. Herzinsuffizienz) zu einer Erhöhung des Gewichtes. 

    Ein ungewollter Gewichtsverlust, weil der Appetit sinkt und man weniger isst, kann bei einer Reihe von Problemen (z. B.  Infektionen, Magen-Darm-Probleme, Nierenschwäche) auftreten. Nimmt man aber trotz gleicher oder gar gesteigerter Essensmengen ab, können Stoffwechselerkrankungen wie Schilddrüsenüberfunktion oder Diabetes Typ 1 dahinter stecken.
     

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  • Blutdruck

    Als optimale Blutdruckwerte gelten:

    • Oberer (systolischer) Wert bei Frauen: 100 - 120 mmHg
    • Oberer (systolischer) Wert bei Männern: 110 - 120 mmHg
    • Unterer (diastolischer) Wert: 60 - 80 mmHg

    Ein zu niedriger Blutdruck (Hypotonie) mit Werten unter 100/60 mmHg kann sich unter anderem durch Abgeschlagenheit, Gedächtnis- und Konzentrationsschwäche, Blässe, Kältegefühl in Händen und Füßen sowie Schwindel und Benommenheitsgefühl bemerkbar machen. Oft ist das gestörte Wohlbefinden aber das einzige Folgeproblem. Allerdings kann ein dauerhaft zu niedriger Blutdruck Symptom für eine ernsthaftere Erkrankung wie Schilddrüsenunterfunktion oder eine Herzinsuffizienz sein, deshalb sollten Sie die Ursache abklären lassen.

    Bei zu hohen Blutdruckwerten (Hypertonie) fühlen sich die meisten Patienten wohl, die schädliche Wirkung auf die Gefäße und damit letztlich auf das gesamte Herz-Kreislauf-System tritt aber schon von Anfang an auf. Bluthochdruck sollte deshalb immer behandelt werden.

    Meist lässt sich keine Ursache für den hohen Blutdruck feststellen, aber bei etwa 10 Prozent der Patienten ist der Bluthochdruck die Folge einer Grunderkrankung wie beispielsweise einer Schlafapnoe, Nierenerkrankung oder hormonellen Erkrankung.

    Messen Sie Ihren Blutdruck im Ruhezustand, am besten entspannt zu Hause, ein paar Minuten nach dem Aufstehen. Beim Arzt oder in den meisten Apotheken kann man seinen Blutdruck ebenfalls bestimmen lassen. Falls der Verdacht auf einen chronisch nicht-optimalen Blutdruck besteht, ist eine 24-Stunden-Messung angebracht, bei der man die viertel- oder halbstündlich ermittelten Werte direkt mit den aktuellen Aktivitäten in Verbindung bringen kann.

    Es gibt eine Vielzahl von Blutdruckmessgeräten für Laien auf dem Markt – immer öfter in Verbindung mit einer Gesundheits-App.

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  • Puls / Herzrhythmus

    Viele Blutdruckmessgeräte zeigen neben den Blutdruckwerten auch einen Wert für den Puls an. Manche melden dabei Auffälligkeiten im Herzrhythmus. Auch Apps – vor allem Fitness-Apps – ermitteln den Puls, der auf den Herzschlag schließen lässt. Wenn dabei mehrfach auf Probleme hingewiesen wird, sollten Sie den Arzt aufsuchen. Das gilt auch, wenn Sie mehrfach Herzstolpern oder Herzrasen verspüren bzw. Ihnen schon bei kleinen Anstrengungen das Herz „bis zum Hals“ schlägt.

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  • Cholesterin

    Zu hohe Blutfettwerte oder ein massives Ungleichgewicht von HDL und LDL belasten die Gefäße. Das Risiko ist erhöht, dass sich Ablagerungen in den Arterien (Atherosklerose) bilden und diese sich verengen oder gar verschließen. 

    Steigt der Gesamtcholesterinwert über 200 mg/dl, wird er allgemein als zu hoch erachtet. Im konkreten Fall entscheiden aber die individuellen Umstände (Erkrankungen, Risikofaktoren) darüber, wann eine Behandlung einsetzen sollte.

    Störungen beim Blutfettspiegel machen sich nicht durch Beschwerden bemerkbar, sie lassen sich nur durch Blutuntersuchungen feststellen. Apotheken bieten Schnelltests zur Bestimmung des Gesamtcholesterins an, die jedoch nur einen ungefähren Anhaltspunkt bieten. Besser ist eine Cholesterinwertbestimmung beim Arzt, er schickt die Proben ans Fachlabor und kann im Anschluss eine individuelle Auswertung vornehmen.

    Wer seinen Cholesterinspiegel messen (lassen) will, sollte seine letzte Mahlzeit etwa 14 Stunden vorher einnehmen und keinen Alkohol mehr trinken.

    Die Blutfettwerte sollten Sie zur Kontrolle im Rahmen der regelmäßigen Check-ups bestimmen lassen, wenn Sie 

    • übergewichtig sind oder/und 
    • sich im Alltag nur wenig körperlich betätigen oder/und
    • einige Familienmitglieder blutfettsenkende Medikamente einnehmen müssen.

    Wenn bei Ihnen bereits zu hohe Cholesterinwerte festgestellt wurden, kann – je nach ärztlicher Entscheidung – eine vierteljährliche bis jährliche Kontrolle nötig sein. 

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  • Blutzucker

    Ein zu hoher Blutzuckerwert belastet die Gefäße, vor allem das Risiko von Atherosklerose steigt deutlich an, auch die Neigung zu Blutgerinnseln nimmt zu. Fatal: Hohe Blutzuckerwerte erzeugen lange Zeit keine oder kaum Symptome. Frühe Anzeichen für Diabetes sind ein erhöhter Drang zum Wasserlassen und damit einhergehend verstärkter Durst, Gewichtsverlust und große Müdigkeit.

    • Normwerte für den Blutzuckerspiegel, nüchtern: 70 bis 100 mg/dl
    • Normwerte für den Blutzuckerspiegel, nach dem Essen: bis zu 140 mg/dl

    Den Blutzuckerspiegel müssen in erster Linie Diabetiker im Blick behalten. Wer zur Vorsorge seinen Blutzuckerspiegel überprüfen will, weil beispielsweise ein familiäres Risiko für Diabetes besteht, sollte das beim Arzt tun. Grund: Die Blutzuckerwerte schwanken oft erheblich, so dass es schnell zu Fehlalarmen kommen kann. Was wann wie gemessen werden sollte, kann der Fachmann besser entscheiden. 

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  • Weitere Laborwerte

    Im Rahmen von Gesundheits-Check-ups werden weitere Laborwerte ermittelt. Eine regelmäßige Kontrolle darüber hinaus ist normalerweise nicht nötig. Sprechen Sie aber mit Ihrem Arzt über familiäre Vorbelastungen. Im Zusammenhang mit weiteren Risikofaktoren und Ihren Angaben kann er spezielle Untersuchungen anordnen, um Probleme rechtzeitig zu erkennen. 

    Ein relativ häufiges Problem stellt zum Beispiel die Schilddrüse dar. 

    Bei lang anhaltender schwere Unterversorgung mit Schilddrüsenhormonen kann sich der Herzschlag verlangsamen und es zur Herzinsuffizienz kommen. Leichtere Unterversorgung kann sich unter anderem durch Kälteempfindlichkeit, Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Gedächtnisschwäche sowie Gewichtszunahme und erhöhte Blutfettwerte – beides Risiken für Herz und Kreislauf – bemerkbar machen.

    Eine Schilddrüsenüberfunktion kann sich beispielsweise in Nervosität, Konzentrationsschwäche, Schlafstörungen oder vermehrtem Schwitzen äußern. Menschen mit einer unzureichend behandelten Schilddrüsenüberfunktion können Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie zum Beispiel ein Vorhofflimmern entwickeln. 

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  • Gesundheits-Check-ups

    Gesetzlich Krankenversicherte haben Anspruch auf eine regelmäßige Gesundheitsuntersuchung, die von der Krankenkasse bezahlt wird. Im Alter von 18 bis 34 Jahren besteht Anspruch auf ein solches Check-up, ab 34 Jahren bezahlt die Krankkasse alle drei Jahre eine vorbeugende Gesundheitsuntersuchung.

    Regelmäßige Untersuchungen, die der Arzt aufgrund vorliegender Risikofaktoren oder zur Überwachung bei einer vorliegenden Erkrankung vornimmt, werden ebenfalls von der Krankenkasse bezahlt.