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Eltern mit Kind am Strand, im Hintergrund eine Welle, blauer Himmel mit Sonne. Viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen entstehen im Laufe des Lebens. Andere sind hingegen angeboren oder erblich vorbestimmt. © Pexels / Pixabay

Viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen können im Laufe des Lebens entstehen und durch ein gesundes Leben und Medikamente beeinflusst werden. Andere Erkrankungen des Herzens sind hingegen angeboren oder erblich vorbestimmt. © Pexels / Pixabay

Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Erworben oder angeboren?

Viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen entstehen erst im Laufe des Lebens. Es gibt jedoch auch Erkrankungen, die angeboren sind oder einem zumindest mit den Genen in die Wiege gelegt werden. Die Unterscheidung ist in manchen Fällen gar nicht so eindeutig.

Erworbene Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Erworbene Erkrankungen sind solche, die bei der Geburt noch nicht vorhanden und nicht Folge einer angeborenen oder genetischen Erkrankung sind.

In vielen Fällen werden Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch unsere Lebensweise, z. B. Bewegungsmangel, Rauchen, Übergewicht, oder andere (unbehandelte) Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus und Cholesterinerhöhung begünstigt. Typische erworbene Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind:

Die gute Nachricht ist: Durch einen gesunden Lebensstil und in manchen Fällen durch zusätzliche Medikamente lässt sich das eigene Risiko oftmals positiv beeinflussen. So können einige Erkrankungen bei rechtzeitigem Einschreiten aufgehalten oder sogar verhindert werden.

Wichtig zu wissen ist, dass die oben genannten Krankheiten nicht immer Folge eines ungesunden Lebensstils sein müssen.

Insbesondere bei jungen Patienten und dann, wenn sich Unstimmig- oder Auffälligkeiten in der Untersuchung zeigen, sollte in bestimmten Fällen auch nach anderen, angeborenen, Krankheitsursachen gesucht werden, um die Erkrankung zu erklären.

Angeborene Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Den erworbenen Herz-Kreislauf-Erkrankungen stehen die angeborenen gegenüber. Angeborene Herzerkrankungen bestehen von Geburt an und können entweder Folge einer Fehlbildung in der Embryonalentwicklung sein oder eine genetische (erbliche) Ursache haben. Etwa ein Drittel aller angeborener Herz-Kreislauf-Erkrankungen betreffen das Herz.

Zu den bei Geburt ausgeprägten Herz-Kreislauf-Erkrankungen gehören zum Beispiel:

  • Herzfehler, z. B. Löcher in der Herzwand (Septumdefekte)
  • Falsche Anordnung der großen Blutgefäße
  • Angeborene Erkrankungen der Herzklappen
  • Angeborene Herzrhythmusstörungen
  • Angeborene Besonderheiten des Erregungsleitungssystems, zum Beispiel Wolff-Parkinson-White-Syndrom
  • Verdrehte Lage des Herzens im Brustkorb (Situs inversus)

Die betroffenen Personen werden bereits mit diesen Erkrankungen und eventuellen Beschwerden geboren. Je nach Art und Schwere der vorliegenden Erkrankung kann bereits in einem sehr jungen Alter eine Behandlung erforderlich sein. In anderen Fällen kann der natürliche Verlauf der Erkrankung abgewartet werden.

Erbliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Es gibt auch Erkrankungen, die zwar angeboren sind im Sinne einer genetischen Veränderung, die jedoch bei der Geburt noch nicht unbedingt offensichtlich sind und zunächst meist auch keine Beschwerden verursachen. Beispiele sind:

Eine klare Unterscheidung erworbener und angeborener bzw. erblicher Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist nicht immer eindeutig.

Ein gutes Beispiel ist in diesem Zusammenhang die familiäre Hypercholesterinämie. Betroffene haben aufgrund teils stark erhöhter Cholesterinwerte ein erhöhtes Risiko, im Laufe ihres Lebens Atherosklerose und daraus hervorgehende Folgeerkrankungen wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle zu entwickeln. Die Atherosklerose ist bei den Betroffenen aber nicht unbedingt Ursache eines ungesunden Lebensstils, wie dies typisch für viele atherosklerotische Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist, sondern gewissermaßen eine Erbkrankheit.

Da Patienten mit familiärer Hypercholesterinämie aber meist erst im Erwachsenenalter mit Symptomen und Folgeerkrankungen des erhöhten Cholesterinwertes auffällig werden, kann schnell der Verdacht auf eine erworbene Herz-Kreislauf-Erkrankung fallen, obwohl die Cholesterinwerterhöhung zumindest zu einem gewissen Teil durch die Gene vorbestimmt und unabhängig vom Lebensstil ist. Kommen zusätzlich negative Lebensstilfaktoren hinzu wie Bluthochdruck, Bewegungsmangel, Diabetes mellitus oder Rauchen, kann dies das Risiko, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu entwickeln, zusätzlich erhöhen.

Fazit

Im Zuge der Diagnostik lohnt es sich auch immer ein Blick in die Familie der Patientinnen und Patienten. Leiden weitere Familienmitglieder an Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder erkrankten bereits in besonders jungem Alter, kann dies Hinweis auf eine genetische Krankheitsursache geben. Eine frühe Diagnostik kann manchmal dazu beitragen, schwere Erkrankungsverläufe zu vermeiden.