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Zwei Frauen in den mittleren Jahren, fröhlich im Gespräch miteinander. © RODNAE Productions / Pexels

Eine Hormonersatzbehandlung kann zur Behandlung von Frauen mit Wechseljahrsbeschwerden und bei Frauen mit Osteoporose zum Einsatz kommen. © RODNAE Productions / Pexels

Hormonersatzbehandlung nach den Wechseljahren

Östrogene und Gestagene – die weiblichen Geschlechtshormone – spielen bei vor allem bei Frauen eine wichtige Rolle für die Gesundheit von Körper und Geist. Deswegen kommen sie auch in verschiedenen Bereichen als Medikament zum Einsatz, zum Beispiel nach den Wechseljahren (Menopause), wenn der Östrogenspiegel im weiblichen Körper abnimmt. Östrogen kann dann allein oder in Kombination mit Gestagenen gezielt zur Linderung von Wechseljahrbeschwerden und zur Behandlung von Osteoporose (Knochenschwund) eingesetzt werden. Man spricht dann von einer Hormonersatztherapie oder kurz auch von einer Hormontherapie.

Wie bei allen Medikamenten kann es aber auch bei der Behandlung mit Östrogen zum Auftreten von unerwünschten, teils schwerwiegenden, Ereignissen kommen. Welche Auswirkungen eine Hormonersatztherapie dabei insbesondere auf das Risiko für Thrombosen, Schlaganfälle und auf die Herzgesundheit haben kann, wird fim folgenden Text für Sie zusammengefasst.

 

  • Thrombosen und Thromboembolien

    Das Risiko einer Thrombose oder eine Thromboembolie (Embolien) wird durch eine Hormonersatztherapie deutlich erhöht. Die behandelten Frauen haben ein 2- bis 4-fach erhöhtes Risiko, eine Thrombose oder Embolie zu erleiden. Dabei gilt, dass das Risiko

    • stark von anderen Risikofaktoren wie Alter, Gewicht und erblichen Erkrankungen der Blutgerinnung (z. B. Faktor-V-Leiden) abhängt,
    • in den ersten zwei Jahren der Therapie am größten ist,
    • höher ist, wenn die Hormone in Tablettenform eingenommen werden im Vergleich zu einem Hormonpflaster.
  • Schlaganfälle

    Schlaganfälle sind eine sehr ernst zu nehmende Erkrankung und können bei den Betroffenen zu dauerhaften Einschränkungen führen. Die Daten großer Studien deuten darauf hin, dass Frauen, die Östrogene im Rahmen einer Hormonersatztherapie erhalten (in Tablettenform) ein mindestens um 30 % erhöhtes Risiko für Schlaganfälle haben. Das Risiko normalisiert sich nach Beendigung der Therapie wieder vollständig

  • Herzkranzgefäße und Herz

    Lange Zeit wurde Frauen nach Eintritt in die Wechseljahre Östrogen verschrieben, um Herzerkrankungen wie zum Beispiel einen Herzinfarkt zu verhindern. Mittlerweile wurde diese Annahme jedoch in mehreren Untersuchungen mit vielen Tausend Patientinnen widerlegt, da gezeigt werden konnte, dass eine Östrogengabe weder das Risiko für das erstmalige noch für das wiederholte Auftreten von Herzerkrankungen relevant verringern konnte. Zu betonen ist auch, dass im Vergleich zu Frauen, die keine Hormonersatztherapie erhalten haben, keine zusätzliche Risikoerhöhung gezeigt werden konnte. Trotzdem gilt, wenn bereits eine Herzerkrankung vorliegt, sollten die Patientinnen besser nicht mit einer östrogenhaltigen Hormonersatztherapie behandelt werden.

Hormonersatztherapie, ja oder nein? Ein kurzes Fazit

Ob die Vorteile einer Hormontherapie die Nachteile überwiegen, kann so pauschal nicht gesagt werden. Wie jede andere Behandlung kann auch diese bestimmte Nebenwirkungen mit sich bringen, über die Patientinnen umfassend vor Therapiebeginn von ihrem Arzt bzw. ihrer Ärztin informiert werden sollten und müssen.

Thrombosen und Thromboembolien, Schlaganfälle und Herzerkrankungen sind nur ein Teil der möglichen Nebenwirkungen, die bei einer Hormonersatztherapie zu beachten sind. Deswegen ist es unerlässlich, dass vor einem eventuellen Beginn einer Hormonersatztherapie gründlich nach möglichen Risikofaktoren in der Krankheitsgeschichte der Patientin gesucht werden sollte. Erst dann kann entschieden werden, ob eine Hormontherapie für diese Patientin empfohlen werden kann.