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Röhrenförmiges Untersuchungsgerät mit Untersuchungsliege. Ist eine MRT-Untersuchung trotz Stents am Herzen möglich? © Michal Jarmoluk / pixabay

Ist eine MRT-Untersuchung trotz Stents am Herzen möglich? © Michal Jarmoluk / pixabay

Ist eine MRT-Untersuchung trotz Stents am Herzen möglich?

Patienten mit fortgeschrittener Koronarer Herzerkrankung oder pAVK können zur Verbesserung der Durchblutung Stents bekommen, wenn die Durchblutung aufgrund von Atherosklerose zu stark eingeschränkt ist und andere Therapiemaßnahmen ausgeschöpft sind. Hergestellt werden die Stents aus besonders verarbeiteten Metallen. Das wiederum muss beachtet werden, wenn eine MRT-Untersuchung geplant wird.

Starke Magnetfelder

Die MRT (Magnetresonanztomografie) ist eine viel genutzte Methode in der medizinischen Diagnostik. Sie kommt regelmäßig zum Einsatz bei orthopädischen, neurologischen, aber auch bei kardiologischen Fragestellungen. Die MRT-Untersuchung ermöglicht es, innere Organe und Gewebe – so zum Beispiel auch das Herz – mit einer relativ hohen Genauigkeit darzustellen. Vorteilhaft ist dabei besonders, dass die MRT, anders als die Computertomografie (CT) oder das Röntgen, ohne Röntgenstrahlung funktioniert. Stattdessen kommen bei der MRT ein starkes Magnetfeld und Radiowellen zum Einsatz.

Das Magnetfeld, das bei der MRT erzeugt wird, kann ebenso wie ein normaler Magnet Gegenstände aus Metall anziehen. Aus diesem Grund sind vor der Untersuchung alle metallischen Gegenstände abzulegen, dazu zählen beispielweise Schmuck, Uhren, elektrische Geräte, aber auch Kreditkarten.

Befinden sich metallische Gegenstände im Körper des Patienten oder der Patientin, muss der behandelnde Arzt oder die behandelnde Ärztin dies unbedingt vor Beginn der Untersuchung wissen, um entscheiden zu können, ob die MRT dennoch unbedenklich für den Patienten oder die Patientin ist.

Denn: Da Metallgegenstände im MRT unter Umständen schnell gefährlich werden oder geschädigt werden können, muss vor jeder MRT-Untersuchung geklärt werden, ob und welche metallischen Gegenstände sich im Körper des Patienten befinden. Hierzu zählen zum Beispiel Zahnimplantate, künstliche Gelenke, Knochenschrauben oder -platten, Therapiegeräte wie zum Beispiel Herzschrittmacher, implantierbare Defibrillatoren und nicht zuletzt auch Stents,

MRT bei Patienten mit Stents

In einigen Studien zum Thema Stent und MRT hat sich gezeigt, dass die MRT grundsätzlich keine Gefahr für diese Patienten darstellen und dass Lage und Funktion der Stents durch die Untersuchung in den meisten Fällen nur unbedeutend beeinflusst werden.

Dies ist einerseits darin begründet, dass die meisten Stents nur schwach ferromagnetische Eigenschaften aufweisen und somit vom Magnetfeld und den Radiowellen in der MRT nicht beeinträchtigt werden.

Des Weiteren sind die Stents in der Regel relativ fest mit der Gefäßwand verwachsen, sodass sie trotz der Kraft des Magnetfelds ihre Position behalten. Die genauen Eigenschaften des Stents und dessen MRT-Fähigkeit ist den jeweiligen Produktausweisen zu entnehmen.

Vorsicht ist jedoch vor allem dann geboten, wenn die Implantation der Stents nur kurze Zeit zurückliegt und der Stent noch nicht in die Gefäßwand eingewachsen ist. Erfolgte die Implantation des Stents kürzlich, kann es sinnvoll und erforderlich sein, die MRT-Untersuchung zu verschieben. Zwischen Implantation und einer MRT sollten je nach Magnetfeldstärke des Geräts mindestens 72 Stunden, besser etwa sechs Wochen, liegen.

Grundsätzlich gilt: Informieren Sie Ihren Arzt oder Ärztin unbedingt vor der MRT-Untersuchung, falls Sie einen Stent (oder ein anderes metallisches Implantat) haben und Sie ihm oder ihr Ihren Produktausweis oder Stent-Pass. Ob die Untersuchung erfolgen kann, entscheidet der behandelnde Radiologe bzw. die behandelnde Radiologin.

 

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