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Symbolbild: Herz und Muskeln. Die Muskeln des Bewegungsapparates schützen das Herz. © kjpargeter / freepik.com

Die Muskeln des Bewegungsapparates schützen das Herz. © kjpargeter / freepik.com

Wie die Muskeln das Herz schützen

Dass Sport das Herz stärkt, ist nicht neu. Wissenschaftler aus Mannheim und Hannover haben einen der Gründe gefunden. Sie konnten erstmals zeigen, dass Skelettmuskeln mit dem Herzen interagieren und dieses schützen.

Was wurde entdeckt?

Die chronische Herzschwäche ist eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Besonders gefährdet sind die etwa 20 Prozent der Patienten, die im Zuge der Erkrankung einen signifikanten Abbau von Muskelgewebe zeigen. Gegenüber Patienten ohne Muskelschwund haben diese ein deutlich höheres Risiko, an der Herzschwäche zu versterben.

Wissenschaftler aus Mannheim und Hannover haben den Zusammenhang zwischen dem Abbau von Skelettmuskeln und der Herzschwäche untersucht. Sie sind dabei einem Botenstoff des Muskels auf die Spur gekommen, der das Herz im Normalfall schützen kann. Der hormonähnliche Botenstoff heißt Musclin, wird im Skelettmuskel – nicht aber im Herzmuskel – gebildet und schützt das Herz auf zweierlei Weise: Musclin stärkt die Kraft der Herzmuskelzelle und verhindert die Ablagerung von Bindegewebe und wirkt damit einer Fibrose entgegen.

Ihre Erkenntnisse gewannen die Wissenschaftler anhand von Mausmodellen. Wie beim Menschen haben auch Mäuse mit Herzinsuffizienz stark erniedrigte Level an Musclin, sowohl im Muskel als auch im zirkulierenden Blut. Wird diesen herzschwachen Mäusen mittels Gentherapie Musclin in den Skelettmuskel verabreicht, also ein Mehr an Musclin erzeugt, so mildert dies die Herzschwäche. Dass ein Fehlen von Musclin im Skelettmuskel die Herzschwäche verschlechtert, zeigen genetische veränderte Mäuse, denen Musclin spezifisch im Skelettmuskel fehlt.

Musclin wird vor allem in Skelettmuskeln gebildet. Von dort gelangt es über den Blutstrom in das Herz, wo es unterschiedliche Reaktionen auslöst: Bindet Musclin an Herzmuskelzellen, so stärkt dies deren Muskelkraft, bindet es an Bindegewebszellen, so unterbindet es die Fibrose.

Da der Botenstoff Musclin beim Sport vermehrt gebildet wird, kann man annehmen, dass ein sportlich trainierter Muskel zur Herzgesundheit beitragen kann.