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Ohnmächtige junge Frau: Eine Synkope kann harmlos sein, muss es aber nicht. © M.Dörr & M.Frommherz / fotolia

Eine plötzliche kurze Ohnmacht kann harmlos sein, muss es aber nicht. © M.Dörr & M.Frommherz / fotolia

Ohnmacht – kann harmlos sein, muss es aber nicht

Bewusstlosigkeit löst bei den meisten Menschen Sorge aus. Dabei kann eine kurze Ohnmacht durchaus harmlos sein. Wann aber kann eine Bewusstlosigkeit lebensbedrohlich sein oder auf ernsthaftere Probleme hindeuten? Bei bestehenden Herzerkrankungen beispielsweise ist das Risiko für einen plötzlichen Herztod deutlich erhöht. Kurze Ohnmachtsanfälle oder Stürze mit unklarer Ursache sollten daher in jedem Fall vom Arzt abgeklärt werden. 

  • Das aktuelle Fachwort: Synkope

    Mit Synkope bezeichnet man eine vorübergehende Bewusstlosigkeit, bedingt durch ein kurzes Aussetzen der Gehirndurchblutung. Charakteristisch für die Synkope sind das rasche Einsetzen, die kurze Dauer im Sekundenbereich und die darauf folgende schnelle und vollständige Erholung.

Wichtig für die Diagnose sind die Begleiterscheinungen einer Ohnmacht. „Unbedingt erwähnen sollten Sie bei der Abklärung zum Beispiel, ob Sie kurz vor der Bewusstlosigkeit Hinweise auf Herzrhythmusstörungen gespürt haben“, sagt Prof. Dr. med. Wolfgang von Scheidt, Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Herzstiftung und Kardiologe am Klinikum Augsburg. Diese können sich etwa durch Herzstolpern, Herzklopfen, Herzrasen oder auch einen deutlich langsameren Puls bemerkbar machen. 

Diese Informationen braucht Ihr Arzt:

  • Trat die Bewusstlosigkeit unter körperlicher Anstrengung auf (z. B. beim Treppensteigen oder Sporttreiben)? 
  • Gab es psychische Aufregung (z. B. Streit oder sehr starke positive Emotion) oder sexuelle Aktivitäten im Vorfeld der Ohnmacht?
  • Welche Medikamente nehmen Sie und in welcher Dosierung? Nicht selten lösen zu hoch dosierte Blutdruckmedikamente Schwindel oder kurze Bewusstlosigkeit aus. 
  • Welche Vorerkrankungen gab es?
  • Wie lange dauerte die Bewusstlosigkeit und wie lief sie im Detail ab? 

Bewusstlosigkeit lässt sich manchmal verhindern

Leider tritt die Ohnmacht infolge von Herzrhythmusstörungen zumeist plötzlich und ohne Vorboten auf. In den Fällen einer harmlosen Reflexursache gehen der Bewusstlosigkeit häufig Vorwarnzeichen wie Schwindel, Benommenheit oder ein Schwächegefühl voraus. Teilen Sie dies Ihrem Arzt unbedingt mit. Er kann Ihnen zeigen, wie sich eine Ohnmacht und damit auch ein Sturz in diesen Fällen meistens verhindern lässt. Idealerweise sollten Sie sich auf den Boden legen und die Beine hochlegen. Ist dies nicht möglich, kann es auch helfen, Arm- oder Beinmuskeln kurz stark anzuspannen, um eine Ohnmacht abzuwenden. 

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Ausführliche Informationen zum Thema finden Sie auch auf der Website der Deutschen Herzstiftung. Eine „Checkliste Ohnmacht“ zur Zusammenstellung der Informationen für den Arztbesuch bietet die Herzstiftung kostenfrei per Telefon unter 069 955128400 oder per E-Mail unter bestellung@herzstiftung.de an. 

  • Über diesen Artikel

    Autor: Redaktion

    Erstellt: 22.5.2019

    Quelle: „Ohnmacht immer ärztlich abklären lassen“, Pressemitteilung Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung vom 3.8.2018, Autor der PM: Pierre König

    Bildnachweis: Titelbild © www.miriamdoerr.com / fotolia.de