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Junge Frau sitzt am Bartresen und raucht eine Shisha (Wasserpfeife). Die gesundheitlichen Gefahren des Shisha-Rauchens werden oft unterschätzt. Ein Beispiel sind Kohlenmonoxidvergiftungen. © Christo Anestev / pixabay

Das Rauchen von Shishas (Wasserpfeifen) ist in den Augen vieler Menschen harmlos. © Christo Anestev / pixabay

Shisha – gar nicht so harmlos?

Shishas (Schischas), Wasserpfeifen, erfreuen sich steigender Beliebtheit vor allem unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Viele Leute glauben, dass das Rauchen von Shishas im Gegensatz zum Konsum normaler Zigaretten ungefährlich wäre – zu Unrecht. Welche Risiken das Shisha-Rauchen mit sich bringt, haben wir für Sie zusammengefasst.

Was genau ist eine Shisha und wie funktioniert sie?

Bei der Shisha wird meist aromatisierter Tabak erhitzt. Der entstehende Rauch wird durch ein Gefäß mit Wasser geleitet, dort abgekühlt und anschließend über einen Schlauch inhaliert. Anders als oftmals behauptet, findet durch das Wasser keine nennenswerte Reinigung des Rauchs von giftigen Stoffen statt.

Shisha wird häufig zusammen mit anderen in einer Gruppe geraucht, wobei eine Shisha-Runde im Schnitt etwa eine Stunde dauert. Die dabei aufgenommene Schadstoffmenge entspricht in etwa der von zehn Zigaretten.

Bekannte Gesundheitsrisiken

Bei umfassenden Untersuchungen konnte man feststellen, dass das Shisha-Rauchen Einfluss auf die Herzfrequenz und den Blutdruck hat. Auch die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und chronischen Erkrankungen der Lunge können begünstigt werden. Ebenfalls stehen Krebserkrankungen von Lunge, Magen und Speiseröhre sowie psychische Erkrankungen und Knochenschwund (Osteoporose) im Zusammenhang mit dem regelmäßigen Konsum von Shishas.

Eine weniger bekannte Nebenwirkung des Shisha-Rauchens ist die Kohlenmonoxidvergiftung, die in schlimmen Fällen zu einer Einlieferungen in die Notaufnahmen führen kann. Während einer Shisha-Runde entsteht ungefähr die achtfache Menge an gefährlichem Kohlenmonoxid wie beim Rauchen einer herkömmlichen Zigarette.

Was ist eine Kohlenmonoxidvergiftung?

Kohlenmonoxid ist ein geruchsloses Gas, welches durch Verbrennung entsteht. Es entwickelt sich nicht nur beim Shisha-Rauchen, sondern auch beim Rauchen normaler Zigaretten, beim Verbrennen von Holz, beim Grillen mit Kohle oder es wird aus defekten Heizungen freigesetzt. Weil das Gas geruch- und farblos ist, können wir es nicht wahrnehmen und atmen es unbewusst ein. Im Blut lagert es sich dann an die Stelle des Hämoglobins an, wo normalweise Sauerstoff andockt.

Und genau da liegt das Problem: Kohlenmonoxid führt dazu, dass unser Blut weniger Sauerstoff aufnehmen kann und somit auch weniger Sauerstoff bei unseren Organen ankommt. Wenn der Körper nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird, kann es zu Kopfschmerzen, Brustschmerzen, zunehmender Müdigkeit, Bewusstseinsverlusten und sogar zum Tod kommen.

Da Shishas meist über eine längere Zeit geraucht werden und zudem in geschlossenen Räumen mit unzureichender Belüftung (zum Beispiel in Shisha-Bar), potenziert sich hier das Risiko für eine Kohlenmonoxidvergiftung besonders. Wichtig ist auch, dass nicht nur diejenigen, die die Shisha rauchen gefährdet sind, sondern auch alle im Raum anwesenden Personen.

Behandlung

Wichtig ist es, die Anzeichen für eine Kohlenmonoxidvergiftung schnell zu erkennen und rechtzeitig sauerstoffversorgende Maßnahmen zu ergreifen, da es sonst zu Bewusstlosigkeit und das sogenannte „innere Ersticken“ der Organe mit Todesfolgen kommen kann. Raus an die frische Luft ist also die wichtigste Erste-Hilfe-Maßnahme; zur notärztlichen Versorgung gehört dann die gezielte Sauerstoffgabe.

  • Über diesen Artikel

    Autor: Redaktion / Katrin Repkow

    Erstellt: 25.02.2021

    Literatur:

    • Cazes N et al. Think about acute shisha carbon monoxide intoxication: that's one small step for the patient, one giant leap for our society. Am J Emerg Med. 2021 Jan;39:257.e3-257.e5.
    • El-Zaatari ZM et al. Health effects associated with waterpipe smoking. Tob Control. 2015 Mar;24 Suppl 1(Suppl 1):i31-i43.
    • Hollstein T. Shisha-Rauchen: Das angeblich bessere Rauchen. Dtsch Arztebl 2019; 116(7): A-318 / B-260 / C-260.
    • Kales SN. Carbon monoxide intoxication. Am Fam Physician. 1993 Nov 1;48(6):1100-4.

    Bildnachweis: Titelbild © Christo Anestev / pixabay.com