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Symbolbild: Aus einem Laptop streckt sich eine Hand, die ein Herzsysmbol und ein EKG hält. Telemedizin ist keine Zukunftsmusik mehr. © Gerd Altmann / Pixabay

Telemedizin ist keine Zukunftsmusik mehr. © Gerd Altmann / Pixabay

Telemedizin – die Zukunft hat begonnen

Das Wort klingt ein wenig wie aus einem alten Science-Fiction-Film, aber das Thema ist hochaktuell: Telemedizin. Damit sind ist die ärztliche Versorgung auf Distanz gemeint. Das betrifft nicht nur die Kommunikation zwischen Arzt und Patient, sondern auch die der behandelnden Ärzte miteinander oder die Einbindung von Apotheken und/oder Krankenkassen. Die elektronische Gesundheitskarte (Chipkarte) gehört ebenso dazu wie das E-Rezept und die elektronische Patientenakte (ePA). Heute wird dies alles auch unter dem Begriff eHealth zusammengefasst. Hier ein paar wenige Beispiele:

  • Telekonsil: Beratung zwischen zwei oder mehreren Fachleuten mittels Telekommunikations- und Informationstechnologie.
    Beispiel: Über sogenannte Tele-Stroke-Units können Patienten bereits im Rettungswagen und auch im regionalen Krankenhaus durch Neurologen in Schlaganfallzentren untersucht und überwacht werden. 
  • Telemonitoring: Überwachung von Patienten. Meist werden die gemessenen Daten in einem vernetzungsfähigen Gerät gesammelt und dann in bestimmtem Rhythmus an eine Überwachungsanwendung übertragen.
    Beispiel: Daten eines Herzschrittmachers oder implantierbaren Kardioverter-Defibrillators werden online an einen Arzt oder ein Behandlungszentrum übertragen.
  • Wearables: am Körper oder an der Kleidung tragbare Computersysteme, die Daten erfassen und verarbeiten.
    Beispiel: Fitnessarmbänder, die im Zusammenspiel mit Smartphone-Apps Puls und Blutdruck auswerten. Auch moderne Hörgeräte zählen zu den Wearables, denn sie verstärken nicht nur die aufgenommenen Töne, sie können auch gezielt Hintergrundgeräusche dämpfen und/oder spezielle Frequenzen herausfiltern oder verstärken.
  • Telechirurgie: A: Unterstützung beim Eingriff durch ein Telekonsil. B: Operation durch einen vom Arzt kontrollierten Roboter (computerassistierte Chirurgie)
  • Online-Videosprechstunde oder (in ausgesuchten Gebieten) Ferndiagnose anhand von Bildern
    Beispiel: Dermatologen können Hautveränderungen als harmlos oder potentiell krebsverdächtig einstufen.
  • Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs) und Digitale Pflegeanwendungen (DiPAs)
    Beispiele: psychiatrische Therapie über eine Online-Videokonferenz, Software/App für chronisch Erkrankte

Die Vorteile dieser Möglichkeiten liegen jeweils auf der Hand: Die Versorgung von Patienten vor Ort kann verbessert werden, die Zusammenarbeit der jeweils behandelnden Ärzte wird effektiver, Langzeitdiagnostik wird erleichtert oder manchmal sogar erst ermöglicht, Patienten können bei ihrer Therapie unterstützt und angeleitet werden …

Auf dem Weg bis zum heutigen Stand waren weniger die technischen Grundlagen zu klären – Internet und E-Mail gibt es ja bereits ein Weilchen. Es ging vielmehr um die technische Zuverlässigkeit und den Ausbau der Möglichkeiten der Bild- und Videokommunikation und natürlich um die Datensicherheit. Gerade Krankenakten enthalten hochsensible Informationen, die auch auf elektronischen Datenwegen unbedingt geschützt werden müssen. Darum haben sich in Arztpraxen übrigens auch Faxgeräte so hartnäckig gehalten: Zwar muss man dafür sorgen, dass die ausgedruckten Akten nicht für Unbefugte zugänglich sind, aber die Datenübermittlung über das klassische Telefonnetz selbst ist weitgehend sicher vor Hackern. Inzwischen läuft aber auch die Telefonie und damit die Faxübermittlung meist über das Internet, was diesen Vorteil aufhebt. Und in Sachen Effizienz kann diese Methode wirklich nicht mehr mit den modernen Kommunikationswegen mithalten.

Die Entwicklung auf dem Sektor eHealth ist rasant. Immer schneller kommen Anwendungen auf den Markt, immer präziser und umfangreicher können Daten erhoben und versendet werden, die Interaktivität und damit Nutzbarkeit nimmt stetig zu. Trotzdem sind das alles nur Hilfsmittel, die die Fachkenntnis und Erfahrung der Ärztinnen und Ärzte nicht ersetzen können. Und das wird auf absehbare Zeit so bleiben. Der Automatische Doktor gehört weiterhin in die Science-Fiction.