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Das richtige Training bei Herzschwäche. © Kzenon / fotolia

Das richtige Training bei Herzschwäche. © Kzenon / fotolia

Wie trainiere ich richtig?

Patienten mit Herzschwäche, die regelmäßig trainieren, sind gesünder und belastbarer. Ein paar Tipps sollten Sie beherzigen, damit Sie sich einerseits nicht überlasten, andererseits aber doch effektiv trainieren.

  • Ein individueller Trainingsplan: Pulszählen gehört immer dazu

    Ihre maximale Herzfrequenz kennen Sie bereits von der Ergometer-Untersuchung. Es gilt folgender Richtwert: Der Trainingspuls, d. h. die Herzfrequenz, mit der Sie trainieren sollten, beträgt 75 % Ihrer maximalen Herzfrequenz. Diesen Trainingspuls sollten Sie beim Training nicht überschreiten.

    Zu jeder Sportstunde und auch zum Training daheim gehört also das Pulszählen, entweder mit der Hand oder mit einem Pulsmesser, den Sie beispielsweise am Handgelenk tragen können. Die Pulsmessung ist wichtig, denn Patienten mit einer Herzschwäche spüren die üblichen Warnsignale einer Überlastung wie Engegefühl im Brustraum, Atembeklemmung oder Schmerzen in der Herzgegend, nicht in jedem Fall. Hinweise auf eine Überlastung kann dann nur die Pulsfrequenz geben.

    Beginnen Sie mit 60 % der maximalen Herzfrequenz. Wenn Sie sich nach einiger Zeit dabei wohl fühlen, dürfen Sie die Intensität Ihres Trainings allmählich steigern, bis Sie 75 % Ihrer maximalen Herzfrequenz erreichen.

    Sie sollten immer nur trainieren, solange Sie gut Luft bekommen („Laufen ohne Schnaufen“). Wärmen Sie sich anfangs langsam auf: Beispielsweise 5 Minuten Sport, 2 Minuten Pause und wieder 5 Minuten Sport.

  • Welche Sportart für wen: Training je nach Schwere der Erkrankung

    Vom Schwimmen wird bei Herzschwäche meist abgeraten, denn durch den Wasserdruck nimmt der Rückstrom von Blut zum Herzen zu und damit wird das Herz belastet.

    Sind Sie weniger schwer erkrankt, werden aerobe, dynamische Ausdauersportarten empfohlen: Ergometertraining, Joggen, „Walken“ (= schnelles Gehen), Radfahren, Langlauf, Gymnastik. Radfahren ist sehr günstig, weil das Körpergewicht vom Rad getragen wird und das Herz dadurch weniger belastet wird als beim schnellen Gehen.

    Sind Sie schwer erkrankt, sollten Sie an einer geeigneten Herzsportgruppe teilnehmen. Zu Hause können Sie auf dem Ergometer trainieren und sich bewegen, indem Sie Treppen steigen, leichte Haus- und Gartenarbeit verrichten und spazieren gehen. Günstig ist es, wenn Sie im Rahmen eines Klinikaufenthaltes bereits mit dem Training unter kontrollierten Bedingungen beginnen. Trainieren Sie grundsätzlich nur, solange Sie keine Beschwerden haben!

    Beim Wandern sollten Sie lieber unterhalb von 2.000 Metern bleiben.

    Erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse, ob sie Bonuspunkte für die Teilnahme an einer Herzsportgruppe anbietet.

    Ungünstig sind Wettbewerbsportarten wie z. B. Sprint, Squash, Kampfsport, Sport in Höhen über 2.000 Meter sowie Gewichtheben.

  • Wie oft soll ich trainieren?

    30 bis 45 Minuten Training sind optimal. Wichtig ist, dass Sie mehrmals die Woche Ihren Kreislauf auf Trab bringen, idealerweise mehr als dreimal, am besten fünfmal, und zwar für mindestens 20 Minuten. Häufiger wenig Sport ist besser als einmal viel Sport.

    Alle 6 Monate sollten Sie sich erneut untersuchen lassen. Ihr Trainingsplan kann dann an Ihre momentane Leistungsfähigkeit angepasst werden.

  • Über diesen Artikel

    Autor: Redaktion
    Aktualisierung: 18. 5. 2018

    Bildnachweise:

    • Titelbild © Kzenon / fotolia.com
    • Illustration Wandern © Halfpoint / fotolia.com

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