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Torsade de Pointes

Torsade de Pointes (seltener: Spitzenumkehrtachykardie) ist eine gefährliche Herzrhythmusstörung, die episodisch auftritt. Es handelt sich um eine Herzrhythmusstörung, bei der die Herzkammern gleichmäßig zu schnell schlagen. Der Name beruht auf einem EKG-Phänomen, das eine regelmäßige Ab- und Zunahme der maximalen EKG-Ausschläge zeigt.

  • Entstehung

    Eine Torsade de Pointes kann dann entstehen, wenn eine bestimmte Störung der elektrischen Reizleitung im Herzen vorliegt, eine sogenannte QT-Zeit-Verlängerung (Long QT-Syndrom).

    Diese kann auf verschiedenen genetischen Defekten beruhen und angeboren sein oder es wird erworben durch

    • Störungen der Blutsalze (Kalzium, Kalium, Magnesium),
    • Schilddrüsenunterfunktion
    • Herzerkrankungen wie zum Beispiel ein AV-Block oder eine Herzvergrößerung (Kardiomyopathie)
    • Einnahme von Medikamenten, die die elektrische Reizleitung im Herzen beeinflussen. Zu den Medikamenten, bei denen als Nebenwirkung eine Torsade des Pointes entstehen kann, zählen bestimmte Medikamente gegen Herzrhythmusstörungen, aber auch zahlreiche Medikamente, die für andere Erkrankungen bestimmt sind, zum Beispiel gegen Depressionen.

    Die QT-Zeit-Verlängerung bemerkt man in der Regel nicht. Allerdings begünstigt sie die „Entgleisung“ des normalen Herzrhythmus und es kann leicht zur Entstehung von Torsade-de-Pointes-Episoden kommen, die dann Beschwerden verursachen können. Im besten Fall enden die Episoden der Torsade de Pointes spontan nach kurzer Zeit und das Herz schlägt wieder im normalen Rhythmus. Jedoch besteht die Gefahr, dass die Episoden  in ein Kammerflimmern übergehen. Dieses wiederum kann zu einem plötzlichen Herztod führen, auch bei Kindern und jungen Menschen.

  • Beschwerden

    Zu den klassischen Anzeichen einer Torsade de Pointes gehören Schwindel und Bewusstseinsverlust.

  • Untersuchung

    Die Diagnose einer Torsade de Pointes wird in der Elektrokardiografie (EKG) gestellt. Wenn eine Torsade de Pointes im EKG beobachtet wird, sollte eine sofortige Behandlung erfolgen. Sobald der Zustand der Patientin oder des Patienten stabil ist, sollte die Ursache der Torsade de Pointes gesucht werden. So wird die Ärztin bzw. der Arzt nach Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahme, Erkrankungen und Todesfällen in der Familie fragen. Außerdem sollte eine Laboruntersuchung des Blutes erfolgen. Falls Ihre Ärztin oder Ihr Arzt es für sinnvoll erachtet, kann außerdem eine genetische Untersuchung erfolgen, um nach einer erblichen Ursache der QT-Zeit-Verlängerung zu suchen.

  • Behandlung

    Die Torsade de Pointes wird durch die Gabe von Magnesium in eine Vene beendet. Je nach Auslöser der Torsade de Pointes – insbesondere bei angeborenen Erkrankungen mit verlängerter QT-Zeit (Long-QT-Syndrom) – sollten Stress und Leistungssport, Schwimmen und Tauchen vermieden werden.

    Ebenfalls können bei den angeborenen Formen Medikamente wie Beta-Blocker zum Einsatz kommen und in manchen Fällen kann ein Defibrillator (ICD) implantiert werden.

    Ist die QT-Zeit-Verlängerung nicht angeboren, wird man versuchen, die zu Grunde liegende Störung zu beheben, zum Beispiel durch die Korrektur der Blutsalze oder das Absetzen auslösender Medikamente.